Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.11.2016

12:55 Uhr

Deutsche Bahn

Drahtloses Internet auch in Regionalzügen

Bis Mitte Dezember will die Bahn alle Fernzüge mit kostenlosem WLAN für drahtlosen Internetzugang ausgerüstet haben. Die Regionalzüge sollen folgen – die DB Regio sieht sich jedoch nur teilweise in der Verantwortung.

Drahtloser Internetzugang soll bei der Deutschen Bahn künftig mehr Kunden zur Verfügung stehen. dpa

Regionalzug

Drahtloser Internetzugang soll bei der Deutschen Bahn künftig mehr Kunden zur Verfügung stehen.

BerlinNach der Ausrüstung aller ICE-Züge mit kostenlosem WLAN bis zum Jahresende plant die Deutsche Bahn das schnelle Internet nun auch in den Regionalzügen. „Die Versorgung mit schnellem Internet im Nahverkehr ist bislang allenfalls rudimentär“, sagte Jörg Sandvoß, Vorstandschef von DB Regio, der „Welt am Sonntag“. Deshalb starte das Unternehmen jetzt eine Initiative für WLAN im Regionalverkehr.

Von den täglich rund 6,2 Millionen in Deutschland beförderten Passagieren im Schienenverkehr sitzen 5,2 Millionen in Nahverkehrszügen. Die Bahn hat ihr komplettes Regio-Netz geprüft und festgestellt, dass es bei 87 Prozent der Schienenwege entlang der Strecke Netzabdeckung gibt. Durch ein neues technisches System sollen die drei großen Kommunikationsanbieter so gebündelt werden, dass alle Kunden in den Regionalzügen beim Surfen immer auf einen davon zugreifen können.

Die Baustellen der Bahn

Fernverkehr

Im Herbst hat die Bahn den neuen ICE 4 vorgestellt – und sich im Fernverkehr Einiges vorgenommen. Um 25 Prozent soll das Angebot bis 2030 ausgebaut, fünfzig Millionen neue Fahrgäste gewonnen werden. Tatsächlich schafft es die Bahn mit ihrer Preisoffensive, etwa mit den 19-Euro-Tickets, mehr Fahrgäste in die Züge zu locken. Aber die Rendite leidet.

Güterverkehr

Der Güterverkehr der Bahn ist ein Sanierungsfall. Zwar verbesserte sich das Ergebnis von DB Cargo im ersten Halbjahr 2016, aber die Sparte ist defizitär – und das schon seit Jahren. Zwischen 2007 und 2015 stagnierte die Verkehrsleistung, und das in einer boomenden Wirtschaft. Private Anbieter, auch auf der Straße, machen der Bahn zunehmend Konkurrenz.

Pünktlichkeit

174,63 Millionen Minuten haben die Personen- und Güterzüge der Bahn 2015 an Verspätungen eingefahren. Hauptursache ist die wachsende Zahl von Baustellen. Zwar schneidet die Bahn im ersten Halbjahr 2016 besser ab. Aber: Das Bemühen um pünktliche Züge ist laut Bahnchef Grube „mit großen Kraftanstrengungen verbunden“.

Infrastruktur

Die Bahn investiert viel Geld in die Infrastruktur: Gut 5,2 Milliarden Euro flossen 2015 etwa in die Instandhaltung von Schienenwegen und Brücken. Doch es hapert bei der Koordinierung der vielen Baustellen. Und so verursacht die von Konzernchef Grube gefeierte „größte Modernisierungsoffensive in der Bahn-Geschichte“ vor allem eines: Verspätungen.

Privatisierung

Die Bahn braucht Geld, um den Schuldenanstieg zu bremsen. Geplant war deshalb ein Verkauf von maximal 40 Prozent der britischen Tochter Arriva und des Transport- und Logistikkonzerns DB Schenker. Arriva sollte im zweiten Quartal 2017 an der Londoner Börse starten, Schenker danach in Frankfurt. Doch die Pläne sind jetzt vom Tisch.

Stuttgart 21

Bahnchef Grube feierte kürzlich die Grundsteinlegung für den Stuttgarter Tiefbahnhof, aber das Großprojekt bleibt umstritten. Beim Volksentscheid 2011 war noch von 4,5 Milliarden Euro Kosten die Rede. Der Bundesrechnungshof hält nun offenbar zehn Milliarden Euro für möglich, Grube selbst spricht von 6,5 Milliarden Euro.

Der Service soll kostenlos sein. „Ich gehe davon aus, dass die Fahrgäste nicht für die WLAN-Nutzung bezahlen wollen und das auch nicht tun müssen", sagt Sandvoß. Die Kostenübernahme liege „in erster Linie in der Verantwortung der Aufgabenträger“. Das sind die Organisationen, die den Bahnverkehr bestellen.

Thomas Geyer, Präsident der Dachorganisation der Aufgabenträger (BAG-SPNV), befürwortet die Pläne der Bahn grundsätzlich. „Schnelles Surfen im Internet ist ein Qualitätsmerkmal, das dem Schienenverkehr hilft, sich gegenüber den Bussen zu behaupten“, sagte er der Zeitung.

Digitaler Wandel: Bahn gründet Digital-Tochter – Mehr Geld für Start-ups

Digitaler Wandel

Bahn gründet Digital-Tochter – Mehr Geld für Start-ups

Die Deutsche Bahn forciert die Umstellung auf mehr Elektronik und Internet-Anwendungen in Betrieb und Service. Dafür will sie mehr Geld einsetzen und gründet eine Tochter für Start-ups.

Die Bahn hatte bereits angekündigt, mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember allen Kunden im Fernverkehr kostenloses WLAN auch in der zweiten Klasse anzubieten. Dabei wird aber anders als in der ersten Klasse das verfügbare Datenvolumen begrenzt.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×