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09.02.2015

16:36 Uhr

Deutsche Bahn

Einspruch gegen S-Bahn-Vergabe in Nürnberg

Die Deutsche Bahn will die S-Bahn in Nürnberg nicht kampflos aufgeben: Sie geht gegen die Entscheidung vor, das Netz einem britischen Unternehmen zu überlassen. Die Überprüfung könnte bis zu einem halben Jahr dauern.

Nach einem europaweiten Wettbewerb erhielt die britische National Express Rail den Zuschlag für den Betrieb des S-Bahn-Verkehrs im Großraum Nürnberg von Dezember 2018 bis Dezember 2030. dpa

Europaweiter Wettbewerb

Nach einem europaweiten Wettbewerb erhielt die britische National Express Rail den Zuschlag für den Betrieb des S-Bahn-Verkehrs im Großraum Nürnberg von Dezember 2018 bis Dezember 2030.

NürnbergDie Deutsche Bahn wehrt sich gegen die Vergabe des Nürnberger S-Bahn-Netzes an das britische Unternehmen National Express Rail. Wie ein Bahn-Sprecher am Montag sagte, wurde bereits am Donnerstag Einspruch bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) eingelegt. „Das Angebot ist hinterfragenswert und wir wollen eine Neubewertung seitens der BEG“, sagte er.

Welche Punkte die Bahn konkret kritisiert, wollte der Sprecher nicht sagen. Die BEG hatte vor einer Woche mitgeteilt, dass das britische Unternehmen den Zuschlag für den Betrieb des S-Bahn-Verkehrs im Großraum Nürnberg von Dezember 2018 bis Dezember 2030 erhalten soll.

Fakten zur Deutschen Bahn

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 189,9 Millionen Tonnen (ein Minus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Die Zahlen stammen aus dem 1. Halbjahr 2014.

Fahrgäste Bahnverkehr

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 1,001 Milliarden (Vorjahr: 991 Millionen). Davon waren 62,2 Millionen im Fernverkehr unterwegs (minus 0,5 Prozent).

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 1,088 Milliarden Euro (1,018 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 642 Millionen Euro (Vorjahr: 554 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Mitte Juni 2014 hatte der Staatskonzern etwa 296.900 Mitarbeiter, 0,4 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2013.

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2014 einen Umsatz von 19,73 Milliarden Euro (19,37 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum).

BEG-Geschäftsführer Johann Niggl hatte dabei betont, dass neben dem Preis auch Qualitätskriterien wichtig für die Entscheidungen gewesen seien. Am Schluss habe das „wirtschaftlichste Angebot den Zuschlag“ erhalten. Das britische Unternehmen wäre der erste private Betreiber eines größeren S-Bahn-Netzes in Deutschland.

Die Überprüfung der Entscheidung kann nun einige Wochen oder auch mehrere Monate dauern. Bei der Vergabe von zwei Regionalverbindungen in Nordrhein-Westfalen an National Express hatte die Bahn ebenfalls Einspruch eingelegt. Dieser war jedoch nicht erfolgreich und die in Köln ansässige deutsche Tochter der National Express Group will die Linien von Ende 2015 an betreiben.

Je länger die Überprüfung der Entscheidung durch die Vergabekammer in Bayern nun dauert, desto kürzer wird die Vorbereitungszeit bis Ende 2018. Kritiker hatten befürchtet, dass dreieinhalb Jahre Zeit ohnehin recht knapp sind, um ein S-Bahn-Netz aus dem Stand zu betreiben.

Die DB Regio hielt am Montag in Nürnberg eine Mitarbeiterversammlung ab, in der sie die Beschäftigten über den aktuellen Stand der Dinge informierte. Nach Bahn-Angaben sind etwa 450 Mitarbeiter betroffen. Die Gewerkschaft EVG spricht von bis zu 700 Betroffenen.

Von

dpa

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