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09.10.2015

17:20 Uhr

Deutsche Bahn

Gewerkschaft befürchtet massive Stellenstreichung bei Schenker

Die Bahn-Gütersparte DB Schenker will angeblich bis zu 5000 Stellen. Laut der Gewerkschaft EVG ein absolut inakzeptabler Plan. Die Bahn bestätigte die Pläne nicht – es gäbe lediglich „Gedankenspiele“.

Bei der Gütersparte der Deutschen Bahn könnten bis zu 5000 Stellen gestrichen werden. dpa

DB Schenker

Bei der Gütersparte der Deutschen Bahn könnten bis zu 5000 Stellen gestrichen werden.

BerlinDie Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fürchtet einen drastischen Arbeitsplatzabbau bei der Bahn-Gütersparte DB Schenker Rail. EVG-Chef Alexander Kirchner sprach am Freitag von einer verkehrspolitischen Bankrotterklärung. „Hier geht es um Existenzen, um Menschen, die sich für die DB AG aufgerieben haben.“

Nach Informationen aus Arbeitnehmerkreisen erwägt der Konzern, bis zu 5000 Arbeitsplätze abzubauen und hunderte Güterverkehrsstellen nicht mehr anzufahren. Das Unternehmen bestätigte das nicht.

„Das sind Gedankenspiele auf Arbeitsebene, die in keiner Weise mit dem Vorstand abgestimmt sind“, sagte eine Bahnsprecherin. Damit erübrige sich jegliche Kommentierung.

Der neue Bahn-Vorstand

Rüdiger Grube

Der 63-Jährige ist seit Mai 2009 Vorsitzender des Vorstands. Sein Vertrag läuft bis Ende 2017.

Richard Lutz

Der 51-Jährige, zuständig für Finanzen und Controlling, wird künftig zusätzlich für die internationale Bustochter Arriva und die Gütertransporte jenseits des Schienenverkehrs zuständig sein (Lastwagen, Schiff, Flugzeug).

Volker Kefer

Der 59-jährige Kefer ist seit Herbst 2009 im Vorstand. Er wird künftig als Stellvertreter Grubes fungieren und wie zuletzt das Ressort Infrastruktur und Dienstleistungen leiten, ergänzt um Teilbereiche der Technik. Die Aufgaben der Techniksparte werden nach dem Weggang ihrer Chefin Heike Hanagarth verteilt.

Ulrich Weber

Der 65-jährige Weber, Personalvorstand, ist aus dem langen Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL bekannt. Er bleibt.

Ronald Pofalla

Der 56-Jährige löst Gerd Becht (63) als Konzernvorstand für Regeltreue, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit ab. Außerdem behält der Ex-Kanzleramtschef seine bisherige Aufgabe bei der Bahn: die Kontaktpflege zu Politikern im Bund und bei der EU in Brüssel.

Berthold Huber

Huber (51), ist bisher Chef der Bahntochter DB Fernverkehr. Nun soll er als Vorstandsmitglied nicht nur den gesamten Personenverkehr, sondern auch die Güterbahn leiten. Huber ersetzt Ulrich Homburg (59).

Die Bahn hatte im vergangenen Jahr im Schienengüterverkehr rote Zahlen geschrieben, Schenker Rail gilt im Konzern als Sorgenkind. Konzernchef Rüdiger Grube hatte einen tiefgreifenden Konzernumbau angekündigt und auch einen Stellenabbau nicht ausgeschlossen. Die Pläne dazu sollen im Dezember vorliegen. DB Schenker Rail hat 31.000 Beschäftigte.

Von

dpa

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