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10.01.2011

12:16 Uhr

Deutsche Bahn

Grube hält Gewinn bei Berliner S-Bahn für unmöglich

Die Deutsche-Bahn-Tochter S-Bahn Berlin hat mit Berlin und Brandenburg einen Verkehrsvertrag, der 2017 ausläuft. Bis dahin rechnet der Mutterkonzern mit keinem Gewinn bei der S-Bahn. Denn Konzernchef Rüdiger Grube erwartet erhebliche Kosten durch die technischen Probleme.

Rüdiger Grube bei einer Pressekonferenz: Der Bahn-Chef rechnet mit hohen Kosten bei der Berliner S-Bahn. Quelle: dpa

Rüdiger Grube bei einer Pressekonferenz: Der Bahn-Chef rechnet mit hohen Kosten bei der Berliner S-Bahn.

HB BERLIN. Wegen der jahrelangen Pannenserie bei der Berliner S-Bahn rechnet der Mutterkonzern Deutsche Bahn bis 2017 mit keinem Gewinn der Tochter mehr. "Wir werden bis zum Auslaufen des Verkehrsvertrages keinen einzigen Euro verdienen", sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Montag im Berliner Abgeordnetenhaus. Der Vertrag zwischen Berlin und Brandenburg sowie der S-Bahn hat eine Laufzeit von 15 Jahren, von 2002 bis Ende 2017.

Allein 2009 und 2010 hätten die Kosten wegen der technischen Probleme rund 370 Millionen Euro betragen, rechnete der Bahnchef vor. Bis 2014 würden sie auf 700 Millionen Euro steigen. Grube versicherte daher, niemand habe mehr Interesse daran, die S-Bahn wieder flott zu machen, als die Bahn selbst. Das Zusammentreffen des härtesten Winters seit 41 Jahren und technische Probleme hätten zu dieser "extremen Anspannung" geführt.

Der Bahnchef verwies zudem erneut auf Mängel an S-Bahn-Rädern, die der Hersteller zu verantworten habe. Zudem habe das frühere S-Bahn-Management schon 2000 selbst gemachte Zusagen bei der Instandhaltung der Fahrzeuge einfach ignoriert. Und 2004 habe sie andere Räder eingesetzt, ohne die Behörden zu informieren. Das Management ist inzwischen komplett ausgetauscht.

Die S-Bahn und ihr Mutterkonzern stehen seit diesem Winter noch in verschärfter Kritik, da zahlreiche Verbindungen gestrichen werden mussten und deutlich zu wenig Fahrzeuge zur Verfügung standen. Zugleich wurden die Fahrpreise angehoben. Die S-Bahn der Bundeshauptstadt bietet bereits seit Sommer 2009 infolge von Wartungsmängeln nur einen eingeschränkten Verkehr an. Auch in den vergangenen zwei Winterperioden hatte das Unternehmen mit zahlreichen Ausfällen und Verspätungen zu kämpfen.

Kommentare (4)

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Rene

10.01.2011, 13:45 Uhr

Dann müssen die Preis rauf. Kann doch nicht sein, dass eim kommunistisch regierten berlin alle umsonst fahren, der Münchener und Stuttgarter mit seinen Steuern für diesen Luxus bezahlt.

Philipp

10.01.2011, 15:05 Uhr

Stimme dir voll und ganz zu..mich regt dieses Preisgefälle eh schon auf. Wir im Süden zahlen quasi alles nördlich von uns...
Endlich wird mal dagegen geklagt. Wenn schon Geld fließt, dann nur gegen Stimmrechtsentzug im bundesrat.

Der Herr Grube hat

10.01.2011, 16:49 Uhr

Der Herr Grube hat einfach keine Ahnung, insbesondere wie man den Umsatz insgesamt maximiert. Da müsste er auch schon mal schauen, warum und wie ALDi so gross werden konnte... :-)

Die Db täte gut daran ihre Ticketpreise mal so weit zu senken, dass man auch als Kunde das Gefühl bekäme, es wäre mal eine Konkurrenzsituation zu Auto und Flugzeug drin. Der Zug fährt sowieso. Wie voll er ist, bestimmt der Ticketpreis und ein modernes Ticketverkaufssystem. Hier hat die Db leider nur völligen Anachronismus zu bieten...

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