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18.03.2016

16:53 Uhr

Deutsche Bahn

Güterverkehr nach China soll kräftig wachsen

Ronald Pofalla sieht für seinen Konzern große Chancen in der Volksrepublik: Die Deutsche Bahn will ihren Güterverkehr nach China bis 2020 verdreifachen. Dem Kauf von Zügen „Made in China“ erteilt er jedoch eine Absage.

Der erste „Chinazug“ startete 2008 in Duisburg. Mittlerweile gibt es rund 400 Verbindungen pro Jahr. dpa

Güterverkehr mit China

Der erste „Chinazug“ startete 2008 in Duisburg. Mittlerweile gibt es rund 400 Verbindungen pro Jahr.

PekingTrotz der sich abschwächenden Wirtschaft in China will die Deutsche Bahn ihren Güterverkehr mit dem Land deutlich ausbauen. Ziel sei es, bis 2020 rund 100.000 Container jährlich zwischen Deutschland und China auf der Schiene zu transportieren, sagte Bahn-Vorstand? Ronald Pofalla am Freitag vor Journalisten in Peking. „Das wäre mehr als eine Verdreifachung.“

Laut Pofalla werde zwar viel über das zurückgehende Wirtschaftswachstum in China „fabuliert“. Im Vergleich zu Europa seien Zuwachsraten von 6,5 Prozent pro Jahr aber noch immer ein „großes und interessantes Wachstum“.

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Das Interesse an Transportzügen werde weiter zunehmen. Die Container könnten laut Pofalla per Zug in 16 bis 19 Tagen zwischen China und Deutschland transportiert werden – doppelt so schnell wie auf dem Seeweg. Der erste „Chinazug“ startete 2008 in Duisburg. Mittlerweile gebe es rund 400 Verbindungen pro Jahr.

Die Bahn hoffe zudem, vom Ausbau des chinesischen Hochgeschwindigkeitsnetzes profitieren zu können, das bis zum Jahr 2020 von 19.000 auf 30.000 Kilometer noch einmal deutlich wachsen soll. Die Deutsche Bahn könne China unter anderem bei der Wartung und Instandhaltung der chinesischen Hochgeschwindigkeitsflotte helfen.

„Außerordentlich interessant“ sei zudem eine Zusammenarbeit bei der von Peking geplanten „Neuen Seidenstraße“. Für das Handelsnetz durch 65 Länder plant China international den Bau von zahlreichen neuen Zugstrecken. Auch hier könne die Bahn mit Ingenieurleistungen zur Seite stehen.

Hier baut die Bahn 2016

Hamburg − Hannover

Von Mai bis Mitte Juli Weichen- und Gleiserneuerung. Umleitungen im Fernverkehr mit bis zu 30 Minuten längerer Fahrzeit, im Nahverkehr 15 Minuten.

Hannover – Göttingen

Von Mitte Juli bis Anfang September teilweise Totalsperrung und Umleitungen. 40 Minuten mehr Fahrzeit im Fernverkehr. Auch Nahverkehr betroffen.

Hannover – Kassel

Möglicherweise kurzfristig Austausch von Schotter. Zeitplan und Umfang möglicher Sperrungen will die Bahn „in Kürze“ bekannt geben.

Mannheim − Karlsruhe/Stuttgart

Längere Fahrtzeiten von fünf Minuten wegen eines Stellwerksbaus von Ende April bis Anfang September und Mitte November bis Dezember.

Münster – Osnabrück

Von Anfang August bis Anfang November teilweise Sperrungen und Umleitungen einzelner Fernzüge, 22 Minuten längere Fahrzeit.

Berlin − Elsterwerda − Dresden

Ab Anfang August sind Fernzüge wegen einer Umleitung 20 Minuten länger unterwegs. 75 Regionalzüge zwischen Flughafen Schönefeld und dem Süden Brandenburgs fallen pro Tag aus.

München − Salzburg/Kufstein

Teilausfälle Ende April und Anfang Mai sowie von August bis Oktober

Köln − Hagen

Längere Fahrzeiten im Fernverkehr wegen Umleitung über Düsseldorf ab Juli. Grund sind Gleiserneuerungen zwischen Solingen und Opladen.

Ulm − Augsburg

Von Ende Juli bis Mitte September Teilausfälle und längere Fahrtzeiten von 20 Minuten wegen Gleis- und Brückenarbeiten, im Nahverkehr 30 Minuten.

Obwohl China bereits Züge nach Südamerika und Afrika exportiert, erteilte Pofalla dem Kauf von kompletten Zügen für die Deutsche Bahn vorerst eine Absage. In Europa gebe es technologische Voraussetzungen, „die Chinesen noch nicht erfüllen“. Konkrete Verträge über eine engere Zusammenarbeit mit China sollen voraussichtlich im Juni bei den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Peking unterzeichnet werden.

Von

dpa

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