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14.01.2016

19:20 Uhr

Deutsche Bahn im Umbau

Entscheidung über Teilverkauf frühestens im März

Rund eine Milliarde Euro hat die Bahn im letzten Jahr verloren. Mit dem Verkauf der Töchter Arriva und Schenker Logistics könnte der Konzern mehr als das Vierfache einnehmen – wenn der Bund zustimmt.

Schon seit letztem Sommer stehen Verkäufe der Bahn-Töchter Arriva und Schenker Logistik in der Diskussion. Eine Entscheidung soll frühestens im März fallen. dpa

Zentrale in Berlin

Schon seit letztem Sommer stehen Verkäufe der Bahn-Töchter Arriva und Schenker Logistik in der Diskussion. Eine Entscheidung soll frühestens im März fallen.

BerlinÜber den umstrittenen Verkauf von Unternehmensteilen der Deutschen Bahn soll frühestens im März entschieden werden. Eine dazu geplante außerordentliche Aufsichtsratssitzung am 8. Februar wurde abgesagt, hieß es am Donnerstag aus Kreisen des Gremiums. Es geht um eine Teilprivatisierung der Auslandsverkehrstochter DB Arriva und der Spedition DB Schenker Logistics.

Dabei sieht der Bund als Eigentümer der Bahn noch offene Fragen. Nach Informationen aus Regierungskreisen betrifft dies inhaltliche Details des Vorhabens. Diskussionsbedarf besteht demnach auch darüber, wie mögliche Erlöse zwischen Bund und Bahn zu verteilen wären.

Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats verlautete, in einem Brief des Vorstands an die Kontrolleure heiße es, die Sondersitzung entfalle „in Abstimmung mit dem Eigentümer“. Man werde nun in der turnusmäßigen Sitzung am 15. März „den Sachstand und das weitere Vorgehen vorstellen“.

Der neue Fahrplan der Deutschen Bahn: Was Reisende jetzt wissen müssen

Neuer Plan der Deutschen Bahn

Der Brand des Stellwerks in Mülheim an der Ruhr zwingt die Bahn zum Handeln: Ein geändertes Linienkonzept soll den Nah- und Fernverkehr halbwegs aufrechterhalten. Erst im März ist wieder mit einem regulären Betrieb zu rechnen. Im Laufe der nächsten Wochen wird die Deutsche Bahn den Fahrplan weiter aktualisieren und versuchen, zum Normalbetrieb zurückzukehren.

Linie S1

Gute gute Nachricht zuerst: Die S-Bahn-Linie S1, die von Solingen über Düsseldorf, Duisburg und Essen nach Dortmund führt und aktuell nur alle 90 Minuten in ausgewählten Streckenabschnitten verkehrt, soll wieder regelmäßig fahren. Heißt in Zahlen: Am Wochenende jede halbe Stunde, ab Montag, 19. Oktober, alle 20 Minuten.

RE1 und RE11

Der Regionalexpress 1 (Aachen bis Paderborn) fährt seine reguläre Strecke, endet aber vorzeitig in Hamm. Auch die Züge des RE11 (Mönchengladbach bis Hamm) verkehren planmäßig mit allen Halten. Es ist aber mit Verspätungen zu rechnen. Diese beiden Linien sind die einzigen im Regionalverkehr, die vom Duisburger Hauptbahnhof über Mülheim Hbf zum Essener Hauptbahnhof fahren.

RE2 und RE6

Der RE2 (Düsseldorf bis Münster) umfährt das Gebiet weiträumig: Ab dem Duisburger Hauptbahnhof fahren der Züge über Essen-Altenessen (zusätzlicher Halt) nach Gelsenkirchen und von dort aus regulär in Richtung Münster. Halteausfälle sind Essen Hbf und Mülheim Hbf. Ähnlich sieht es beim RE6 (Düsseldorf bis Minden) aus: Ab Duisburg fahren die Züge dieser Linie über Essen-Altenessen, Gelsenkirchen und Herne (alle Ersatzhalte) nach Dortmund und von dort aus regulär nach Minden. Die Halte in Mülheim, Essen Hbf, Wattenscheid und Bochum Hbf entfallen – entlang dieser Strecke verkehren nur noch der RE1 und der RE11

Linie S3

Die Linie S3 (Oberhausen bis Hattingen) verkehrt nur zwischen Essen und Hattingen. Für die Strecke zwischen Essen Hbf und Oberhausen Hbf wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. „Das wird von den Kunden gut angenommen. Jeder, der dort rein will, kommt dort rein“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

ICE 10

Die ICE-Strecke zwischen Berlin und Köln wird zwar von Verspätungen betroffen sein, soll jedoch planmäßig bedient werden mit Halt in Bochum und Essen. Vereinzelt enden die Züge in Düsseldorf, dort besteht ein Anschluss nach Köln. Die übrigen Züge des Fernverkehrs werden weiterhin über Gelsenkirchen oder Wuppertal umgeleitet.

Ein Einstieg von Investoren bei Arriva und Schenker ist seit vergangenem Sommer im Gespräch. Mit den Einnahmen soll die Verschuldung gebremst und das bereits begonnene Sanierungsprogramm finanziert werden. Unterm Strich erwartet die Bahn für 2015 ein Defizit von mehr als einer Milliarde Euro. Nach unbestätigten Informationen des „Handelsblatts“ verspricht sich die Bahn vom Teilverkauf einen Erlös von bis zu 4,5 Milliarden Euro.

Beide Töchter gehören zu den großen Ertragsbringern des Konzerns. Die Logistiksparte Schenker Logistics erzielte 2014 ein Ergebnis von 332 Millionen Euro, die im Jahr 2010 übernommene europäische Bus- und Bahntochter Arriva 265 Millionen Euro.

Wie das „Handelsblatt“ (Donnerstag) berichtete, steht dem Bund nach einem Beteiligungsvertrag aus dem Jahr 2008 ein großer Teil der Privatisierungserlöse zu. Vorstandschef Rüdiger Grube wolle aber die kompletten Einnahmen ins Unternehmen stecken.

Von

dpa

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