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15.06.2016

18:25 Uhr

Deutsche Bahn

Kompromiss bei der Güterbahn zeichnet sich ab

Die Sparpläne der Deutschen Bahn in der Gütersparte DB Cargo sorgten für großen Unmut. 2100 Arbeitsplätze sollten wegfallen. Nun zeichnet sich im Aufsichtsrat offenbar ein Kompromiss ab.

Mit einem Sanierungskonzept will die Bahntochter bis Ende 2018 wieder profitabel werden. dpa

Güterbahn

Mit einem Sanierungskonzept will die Bahntochter bis Ende 2018 wieder profitabel werden.

BerlinDer Sanierungskurs bei der angeschlagenen Gütersparte der Bahn wird auf Druck der Arbeitnehmervertreter entschärft. „Wir haben uns in wichtigen Punkten durchgesetzt“, sagte der Vize-Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel, am Mittwoch in Berlin. Pauschale Stellenstreichungen werde es nicht geben. „Die Zahl 3000 ist vom Tisch“, betonte er mit Blick auf die Streichpläne in der Sparte mit rund 18.000 Beschäftigten. Der Güterverkehr werde wieder auf Wachstumskurs gehen, sagte Hommel nach einer Aufsichtsratssitzung des Staatskonzerns. Zudem würden weniger Güterverladestellen als geplant geschlossen. Es würden nun etwas unter 200 sein, nachdem zuletzt von 215 die Rede war.

Die Güterbahn DB Cargo ist das größte Problemfeld im Staatskonzern, der insgesamt in der Krise und von Machtkämpfen im Vorstand gezeichnet ist. Am Dienstagabend war der Abgang von Vize-Vorstandschef Volker Kefer bekannt gemacht geworden, dessen Vertragsverlängerung angestanden hätte. Er soll selbst darauf verzichtet haben. Kefer ist auch für das Bahnhofsprojekt Stuttgart21 verantwortlich, das gut 500 Millionen Euro teurer wird als zuletzt vorgesehen. Der Manager galt auch als Konkurrent von Bahnchef Rüdiger Grube, der selbst seit dem Milliarden-Verlust im vergangenen Jahr unter Druck steht. Sein Vertrag läuft Ende 2017 aus, müsste also noch in diesem Jahr verlängert werden.

Kommentar zum Kefer-Abgang: Hybris im Bahntower

Kommentar zum Kefer-Abgang

Hybris im Bahntower

Der Abgang des Vorstandsvizes Volker Kefer war nicht mehr aufzuhalten, kommt für Konzernchef Grube aber zur Unzeit. Der Bahnchef wird sich nun wohl allein um das Zukunftsprogramm der Bahn kümmern müssen. Ein Kommentar.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt hielt sich bei der Personalie Grube bedeckt. Die Vertragsfrage stelle sich erst Ende des Jahres: „Deswegen gibt es keine Überlegungen weder in die eine noch in die andere Richtung.“ Es gebe bei der Bahn eine ganze Reihe von Aufgaben, die nun zu bewältigen seien. Grubes Vorhaben „Strategie 2030“ unterstütze er voll. „Es müssen aber auch die Wirkungen dieser Strategie erkennbar sein.“

In den ersten Monaten des Jahres blieben die Gewinn- und Umsatzzahlen allerdings noch unter denen des Vorjahres. Auch die Pünktlichkeitsziele dürften 2016 wieder verfehlt werden. Bei der Güterbahn läuft es nach wie vor besonders schlecht. EVG-Vize Hommel räumte ein, es werde trotz des entschärften Konzeptes Stellenabbau geben. Dieser werde jetzt aber Schritt für Schritt in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern umgesetzt.

Von

rtr

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