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31.12.2016

10:03 Uhr

Deutsche Bahn

Kostenloses WLAN für alle ICE-Passagiere

ICE-Fahrgäste in der zweiten Klasse haben ab Sonntag die Möglichkeit, kostenlos im Internet zu surfen. Sie erhalten ein Datenvolumen von 200 Megabyte pro Tag. Nach dem Verbrauch wird die Datenrate allerdings gedrosselt.

Ab Sonntag können auch Passagiere der zweiten Klasse kostenlos im Internet surfen. dpa

WLAN in den ICE-Zügen

Ab Sonntag können auch Passagiere der zweiten Klasse kostenlos im Internet surfen.

BerlinDie Deutsche Bahn bietet ab Sonntag allen ICE-Fahrgästen auch in der zweiten Klasse kostenlos einen Internetzugang an. Der Datenaustausch über ein lokales Funknetz (WLAN) im Wagen soll deutlich stabiler und leistungsfähiger sein als bisher, kündigte das Unternehmen an. Die Umrüstung der Wagen und die Vorbereitung seien planmäßig bis Jahresende abgeschlossen worden, sagte eine Bahnsprecherin.

Die Fahrgäste der zweiten Wagenklasse erhalten ein Datenvolumen von 200 Megabyte (MB) pro Tag. Bis zu diesem Limit soll das Übertragungstempo bei knapp einem Megabit pro Sekunde liegen. Danach wird die Datenrate gedrosselt. Für Kunden der ersten Klasse ist das Datenvolumen nicht begrenzt.

Die Bahn hat die Funknetze in den Wagen ihrer rund 250 ICE-Züge mit einer modernen Technik ausgestattet. Dabei werden alle Mobilfunknetze an einer Bahnstrecke genutzt.

Die Baustellen der Bahn

Fernverkehr

Im Herbst hat die Bahn den neuen ICE 4 vorgestellt – und sich im Fernverkehr Einiges vorgenommen. Um 25 Prozent soll das Angebot bis 2030 ausgebaut, fünfzig Millionen neue Fahrgäste gewonnen werden. Tatsächlich schafft es die Bahn mit ihrer Preisoffensive, etwa mit den 19-Euro-Tickets, mehr Fahrgäste in die Züge zu locken. Aber die Rendite leidet.

Güterverkehr

Der Güterverkehr der Bahn ist ein Sanierungsfall. Zwar verbesserte sich das Ergebnis von DB Cargo im ersten Halbjahr 2016, aber die Sparte ist defizitär – und das schon seit Jahren. Zwischen 2007 und 2015 stagnierte die Verkehrsleistung, und das in einer boomenden Wirtschaft. Private Anbieter, auch auf der Straße, machen der Bahn zunehmend Konkurrenz.

Pünktlichkeit

174,63 Millionen Minuten haben die Personen- und Güterzüge der Bahn 2015 an Verspätungen eingefahren. Hauptursache ist die wachsende Zahl von Baustellen. Zwar schneidet die Bahn im ersten Halbjahr 2016 besser ab. Aber: Das Bemühen um pünktliche Züge ist laut Bahnchef Grube „mit großen Kraftanstrengungen verbunden“.

Infrastruktur

Die Bahn investiert viel Geld in die Infrastruktur: Gut 5,2 Milliarden Euro flossen 2015 etwa in die Instandhaltung von Schienenwegen und Brücken. Doch es hapert bei der Koordinierung der vielen Baustellen. Und so verursacht die von Konzernchef Grube gefeierte „größte Modernisierungsoffensive in der Bahn-Geschichte“ vor allem eines: Verspätungen.

Privatisierung

Die Bahn braucht Geld, um den Schuldenanstieg zu bremsen. Geplant war deshalb ein Verkauf von maximal 40 Prozent der britischen Tochter Arriva und des Transport- und Logistikkonzerns DB Schenker. Arriva sollte im zweiten Quartal 2017 an der Londoner Börse starten, Schenker danach in Frankfurt. Doch die Pläne sind jetzt vom Tisch.

Stuttgart 21

Bahnchef Grube feierte kürzlich die Grundsteinlegung für den Stuttgarter Tiefbahnhof, aber das Großprojekt bleibt umstritten. Beim Volksentscheid 2011 war noch von 4,5 Milliarden Euro Kosten die Rede. Der Bundesrechnungshof hält nun offenbar zehn Milliarden Euro für möglich, Grube selbst spricht von 6,5 Milliarden Euro.

Das Steuerungssystem greift auf die jeweils schnellsten Netze (LTE, UMTS) zu und kann die Kapazitäten mehrerer Netzbetreiber bündeln. Bislang wurde nur das Telekom-Netz angezapft.

Auf 15 Prozent der ICE-Strecken gibt es aber nach Angaben der Bahn noch Lücken in der Netzabdeckung der drei Mobilfunkanbieter. In der Praxis wird sich zeigen, wie oft die Internetverbindung noch abreißt, vor allem wenn die Züge voll sind und sich bis zu 800 Passagiere das bereitstehende Datenvolumen teilen müssen.

Von

dpa

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