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24.01.2010

11:45 Uhr

Deutsche Bahn

Lokführer drohen mit Arbeitskampf

Vor den neuen Tarifverhandlungen bauen die Arbeitnehmervertreter eine Drohkulisse auf. Im Juli liefe die Stillhaltefrist aus, so der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer. Bahn-Kunden erinnern sich noch mit Grausen an das Chaos beim letzten Lokführer-Streik.

Claus Weselsky, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) droht mit Arbeitskampf. dpa

Claus Weselsky, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) droht mit Arbeitskampf.

HB FRANKFURT/MAIN. Kaum ist das Chaos des letzten Streiks vergessen machen Deutschlands Lokführer wieder von sich reden. Die Gewerkschaftsbosse bauen mit Blick auf die im Sommer anstehende Tarifrunde mit der Bahn eine Drohkulisse auf. Für ihr zentrales Ziel eines einheitlichen Flächentarifvertrages werde die Gewerkschaft "notfalls auch in einen Arbeitskampf ziehen", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, der "Wirtschaftswoche".

Der GDL-Chef kündigten am Samstag für die nächsten Wochen und Monate weitere Streikaktionen bei Privatbahnen an, bei denen Tarifverträge schon gekündigt seien. Die Friedenspflicht bei der Deutschen Bahn AG laufe erst Ende Juli aus. Im Sommer 2008 hatte die relativ kleine GDL über Monate mit Streiks den Güter- und Personenverkehr auf der Schiene stark behindert. Letztlich gelang es der Gewerkschaft, einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer durchzusetzen.

In der Tarifrunde in diesem Sommer will die Gewerkschaft erstmals einen einheitlichen Flächentarifvertrag anstreben, der sowohl für das Fahrpersonal der Deutschen Bahn AG als auch der Privatbahnen gilt.

Nach Angaben von Weselsky vom Samstag geht es insgesamt um 25 000 Lokführer. Von den 22 500 Lokführern der Deutschen Bahn AG seien 80 Prozent in der GDL engagiert, bei den 2500 Kollegen der Privatbahnen liege der Organisationsgrad bei 70 Prozent.

Zu den möglichen Lohnforderungen sagte Weselsky der "Wirtschaftswoche": "Das Lohnniveau bei Privatbahnen liegt bis zu 30 Prozent unter dem Niveau der Bahn AG, da werden wir streckenweise zweistellige Forderungen erheben." Der dpa sagte der GDL-Chef: "Für uns ist Wettbewerb kein Teufelszeug, aber der hat nicht auf Kosten des Lohnniveaus stattzufinden.

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