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06.09.2014

12:17 Uhr

Deutsche Bahn

Lokführer drohen weitere Streiks an

Mit ihrem neuerlichen Warnsteik haben die Lokführer am Samstag Morgen Entschlossenheit gezeigt. Die Gewerkschaft GDL droht nun mit weiteren Maßnahmen. In Richtung Eskalation stehen die Ampeln auf Grün.

Reisende informieren sich über Abfahrtmöglichkeiten: Dies könnte auch in den nächsten Tagen ein häufig zu sehendes Bild sein; die Gewerkschaft der Lokführer (GdL) droht weitere Streiks an. dpa

Reisende informieren sich über Abfahrtmöglichkeiten: Dies könnte auch in den nächsten Tagen ein häufig zu sehendes Bild sein; die Gewerkschaft der Lokführer (GdL) droht weitere Streiks an.

BerlinDer Streik der Lokführer hat am Samstagmorgen den Zugverkehr in vielen Teilen Deutschlands zum Erliegen gebracht. Von dem dreistündigen Arbeitskampf, zu dem die Lokführergewerkschaft GDL aufgerufen hatte, waren der Nah- und Fernverkehr ebenso betroffen wie S-Bahnen und der Güterverkehr. Die Schwerpunkte lagen nach Angaben der Deutschen Bahn im Norden Deutschlands, in Berlin, in der Region Leipzig sowie punktuell in Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Einige Reisende mussten stundenlange Verspätungen in Kauf nehmen, mehrere Züge fielen komplett aus. Bei den Fernzügen würden die Auswirkungen noch den ganzen Tag zu spüren sein, sagte Bahn-Konzernsprecher Achim Stauß. Dies liege daran, dass abgestellte Züge erst wieder in den normalen Betriebsablauf integriert werden müssten. Die Auswirkungen der Streiks seien deutlich spürbar, sagte Stauß. Ein Chaos sei aber nicht entstanden, da kaum Berufspendler unterwegs seien.

Spartengewerkschaften

Spartengewerkschaften – die mit der großen Macht

Klein, aber schlagkräftig: Im Luftverkehr, aber auch bei der Bahn und bei Medizinern gibt es einflussreiche Spartengewerkschaften, deren Arbeitskämpfe häufig weitreichende Folgen für die Bürger haben. Einige Beispiele.

Vereinigung Cockpit

Der „Verband der Verkehrsflugzeugführer und Flugingenieure in Deutschland“ setzt sich für die Interessen von rund 9300 Cockpit-Besatzungsmitgliedern aus allen deutschen Airlines und von Verkehrshubschrauberführern ein.

Gewerkschaft der Flugsicherung

Zu den etwa 3900 Mitgliedern gehören Lotsen in den Towern, bei der militärischen Flugsicherung und bei den Vorfeldkontrollen.

Unabhängige Flugbegleiter Organisation

Nach eigenen Angaben ist sie die einzige deutsche Gewerkschaft, die sich ausschließlich für das fliegende Kabinenpersonal einsetzt. Die Ufo hat gut 10.000 Mitglieder.

Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr

Die erst Ende 2012 gegründete Gruppierung gilt als neuer Machtfaktor im Lufthansa-Konzern. Nach eigenen Angaben vertritt sie alle Beschäftigten von Fluggesellschaften, Airportbetreibergesellschaften und Dienstleistungsunternehmen mit Bezug zur Luftfahrtbranche.

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

Sie hat rund 34.000 Mitglieder und ist Tarifpartner der Deutschen Bahn und mehrerer Privatbahnen. Nach eigenen Angaben organisiert sie mehr als 80 Prozent der Lokomotivführer und zahlreiche Zugbegleiter.

Marburger Bund

Die nach eigenen Angaben einzige tariffähige Ärztegewerkschaft in Deutschland kämpft unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen ihrer rund 115.000 Mitglieder in Kliniken.

Die Bahn versuchte nach eigenen Angaben zum Teil mit Bus-Ersatzverkehren die Auswirkungen für die Reisenden abzumildern. Das Servicepersonal sei verstärkt worden. Kann die Reise nicht wie geplant angetreten werden, können Fahrgäste ihre Fahrkarten und Reservierungen kostenlos erstattet bekommen. Auch erlaubte die Bahn den Reisenden, ersatzweise teurere Zugverbindungen zu nutzen.

Wie im Berliner Hauptbahnhof bildeten sich Menschentrauben in den Bahnhofshallen und auf Bahnsteigen. Sämtliche Zugverbindungen auf der elektronischen Anzeigentafel waren in Berlin mit meist mehrstündiger Verspätung angezeigt. Betroffen waren beispielsweise Reisende, die um 6.46 Uhr einen Zug nach Budapest nehmen wollten, der jedoch erst drei Stunden später einfuhr. Der Zug war am Ende überfüllt, da er auch von weiteren Reisenden etwa in Richtung Dresden genutzt wurde.

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