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14.07.2016

13:11 Uhr

Deutsche Bahn

Mit Bodycams gegen die Gewalt am Bahnhof

950 Angriffe hat es in diesem Jahr bereits auf Bahn-Mitarbeiter gegeben. In Berliner Bahnhöfen testet der Konzern nun den Einsatz von Videokameras am Körper der Sicherheitsleute. Vorbild sind dabei die USA.

Wie hier die Bundespolizei testet nun auch die Deutsche Bahn Körperkameras. dpa

Bodycams

Wie hier die Bundespolizei testet nun auch die Deutsche Bahn Körperkameras.

BerlinAngesichts der zunehmenden Gewalt gegen Mitarbeiter der Deutschen Bahn hat das Unternehmen einen sechsmonatigen Test mit Körperkameras gestartet. In der Versuchsphase tragen zunächst Sicherheitskräfte der Bahn auf drei Berliner Bahnhöfen die sogenannten Bodycams an ihren Uniformen. Sollten die Kameras zu einer Deeskalation beitragen, werde das Unternehmen den Einsatz bundesweit ausdehnen, sagte DB-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke am Donnerstag.

Die Bahn verzeichnete nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr dieses Jahres 950 Angriffe auf Bahn-Bedienstete, zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zwei Drittel der Fälle betrafen Sicherheitskräfte. Meist habe es sich um Anrempeln oder Anspucken gehandelt. Schwere Verletzungen seien „zum Glück“ die Ausnahme, sagte Rischke.

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Der DB-Sicherheitschef beklagte, dass der Respekt vor Uniformen in den vergangenen Jahren abgenommen habe. „Die Gesellschaft wird roher“, sagte er. Von den Körperkameras verspreche sich das Unternehmen nun einen Rückgang der Gewalt. „Bahnmitarbeiter sind kein Freiwild.“

Sicherheitskräfte der Bahn tragen Bodycams auf der Brust und sind mit dem Schriftzug „Videoüberwachung“ gekennzeichnet. Die Bilder werden nicht nur aufgezeichnet, sondern sind auch live auf einem Monitor am Gerät zu sehen. Das soll Angreifer abschrecken, die sich während einer Attacke selbst auf dem kleinen Bildschirm sehen.

Der Einsatz der Körperkameras sei durch das Hausrecht der Bahn auf ihren Anlagen gedeckt, erklärte Rischke. Der Datenschutz werde berücksichtigt. Die Kameras nähmen „nur das, was notwendig ist“, auf, fügte der DB-Sicherheitschef hinzu. Die Sicherheitskräfte müssen die Kameras in Konfliktsituationen per Knopfdruck aktivieren – wobei immer auch die zehn vorangegangenen Sekunden als Puffer aufgezeichnet werden. Auf die verschlüsselt abgespeicherten Daten haben den Angaben zufolge nur die Polizeibehörden Zugriff.

Die Polizei in Deutschland erprobt derzeit ebenfalls Bodycams, die schon seit einigen Jahren von Sicherheitskräften in den USA eingesetzt werden. Die Bundespolizei testet die Technologie seit Februar, auch bei der Polizei in einigen Bundesländern kommen Körperkameras zum Einsatz. „Die Akzeptanz bei den Beamten, das positive Interesse der Bevölkerung an dieser Technologie und erfolgreiche präventiv-polizeiliche Einsätze sprechen ganz klar für Bodycams“, sagte Thomas Striethörster, Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin.

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