Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.12.2015

16:45 Uhr

Deutsche Bahn

Neuer ICE 4 in Berlin getauft

Das „Rückgrat des künftigen Fernverkehrs“ soll der neue ICE 4 werden, erklärt Bahnchef Grube bei dessen Taufe in Berlin. Neben mehr Energieeffizienz und neuer Antriebstechnik steht auch die Klimaanlage im Fokus.

Ab Dezember 2017 soll die neue ICE-Generation in den Regelbetrieb aufgenommen werden. dpa

ICE 4

Ab Dezember 2017 soll die neue ICE-Generation in den Regelbetrieb aufgenommen werden.

BerlinMit neuer Antriebstechnik, weniger Energieverbrauch und einer besseren Klimaanlage will die Bahn eine „neue Ära im ICE-Verkehr“ beginnen. Der neue ICE 4 werde „das Rückgrat des künftigen Fernverkehrs“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube am Freitag bei der Zugtaufe in Berlin.

Die Bahn will ihr Angebot im Fernverkehr bis 2030 um ein Viertel ausbauen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sicherte dabei seine Unterstützung zu: „Wir gehen den Weg der Investition, Modernisierung und Digitalisierung der Bahn gemeinsam.“

Fertigung und Zulassung der neuen ICEs lägen im Zeitplan, betonte Grube. Im Dezember 2017 sollen die ICE 4 in den Regelbetrieb aufgenommen werden. Derzeit würden sie auf der Schiene getestet. Die ersten Passagiere sollen im Herbst 2016 im Probebetrieb mitfahren.

Wie die Bahn Kunden im Fernverkehr gewinnen will

Keine flächendeckende Preiserhöhung

Bereits für das laufende Jahr hat die Deutsche Bahn in der zweiten Klasse nicht an der Preisschraube gedreht. Das ist auch im nächsten Jahr der Fall, dann auch in der ersten Klasse. Einschränkung: Fahrten über die Neubaustrecke Erfurt-Halle/Leipzig, die zum Fahrplanwechsel in Betrieb genommen wird und Fahrzeiten deutlich verkürzt.

Ansonsten bleibt bei 90 Prozent der Tickets alles beim Alten: Die Normalpreise ändern sich nicht, die Bahn-Card-Preise bleiben stabil wie auch die Preise für Streckenzeitkarten. Sparpreise gibt es weiter ab 19 und 29 Euro.

Höhere Preise auf neuer Strecke

Kunden, die Verbindungen über die Neubaustrecke Erfurt - Halle/Leipzig nutzen, müssen tiefer in die Tasche greifen; sie kommen aber auch schneller an ihr Ziel. Der Fahrpreis erhöht sich um ein bis sieben Euro. Normalpreise und Streckenzeitkarten werden ebenfalls angepasst.

Die Fahrzeit von Frankfurt am Main nach Leipzig verkürzt sich beispielsweise um 23 Minuten auf rund drei Stunden. Dafür werden mit 85 Euro künftig fünf Euro mehr fällig als bisher. Wer von Berlin nach Erfurt unterwegs ist, zahlt ab dem Fahrplanwechsel 71 statt 64 Euro. Hier gelangt der Bahnreisende dann unter zwei Stunden an sein Ziel; 44 Minuten schneller als bisher.

Sparpreise ohne Vorkaufsfrist

Für den Sparpreis ab 29 Euro auf längeren Strecken entfällt künftig die Vorverkaufsfrist. Je nach Verfügbarkeit kann solch ein Angebot dann noch bis kurz vor Abfahrt gebucht werden. Damit sollen vor allem Kunden angelockt werden, die bisher nicht oder selten Bahn fahren. Sparpreise werden auf Strecken zur Verfügung gestellt, die nicht ausgelastet sind - und zu Zeiten, in denen die Züge nicht voll sind.

Fahrten mit ICE-Sprinter werden günstiger

In etwa dreieinhalb Stunden von Frankfurt am Main nach Berlin oder von Köln nach Hamburg - das ist mit dem ICE-Sprinter möglich. Die Sprinter-Fahrten werden mit dem Fahrplanwechsel günstiger, weil die Reservierungspflicht und der Sprinter-Aufpreis von 11,50 Euro entfallen. Wer auf eigenen Wunsch einen Sitzplatz reservieren will, zahlt in der zweiten Klasse die üblichen 4,50 Euro. In der ersten Klasse ist die Reservierung im Fahrpreis enthalten.

Normalpreis wird zum Flexpreis

Mit dem Normalpreis können Kunden flexibel und ohne Bindung an einen bestimmten Zug reisen. Das will die Deutsche Bahn gleich im Namen deutlich machen und tauft den Normalpreis in Flexpreis um.

Kein Termin für Gratis-Internet in zweiter Klasse

Mit dem Normalpreis können Kunden flexibel und ohne Bindung an einen bestimmten Zug reisen. Das will die Deutsche Bahn gleich im Namen deutlich machen und tauft den Normalpreis in Flexpreis um.

Der 12-teilige ICE 4 ist fast 350 Meter lang und hat 830 Sitzplätze. Vorgesehen ist unter anderem ein Servicewagen mit Kleinkindabteil und Familienbereich. Durch eine neue Antriebstechnologie könnten die Wagen flexibler zusammengesetzt werden, erläuterte Grube. So könne man die Zuglänge gezielter an die Passagierzahl anpassen.

Die Klimaanlage sei für Temperaturen zwischen minus 25 und plus 45 Grad Celsius ausgelegt und damit leistungsfähiger als bisher, versprach der Bahnchef. Zudem soll pro Sitzplatz etwa ein Fünftel weniger Energie verbraucht werden.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×