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08.10.2015

15:58 Uhr

Deutsche Bahn plant Sparkurs

Tausende Jobs stehen auf der Streichliste

Die Bahn plant einen radikalen Schrumpfkurs: Bis zu 5000 Stellen im angeschlagenen Güterverkehr könnten wegfallen, heißt es aus Konzernkreisen. Manche Bundesländer würden dann nicht mehr bedient werden.

Die Bahn will offenbar Stellen streichen. dpa

Deutsche Bahn vor Umbau

Die Bahn will offenbar Stellen streichen.

WolfsburgDie Deutsche Bahn peilt Konzernkreisen zufolge einen radikalen Spar- und Schrumpfkurs mit dem Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen an. Besonders werde es die schwer angeschlagene Güterbahn treffen, bei der allein bis zu 5000 Stellen auf der Streichliste stünden, sagten mit den Plänen Vertraute am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Dies wäre fast ein Drittel der Belegschaft von Europas größtem Schienen-Güterverkehrsunternehmen. Darüber hinaus sollten dort 500 und damit ebenfalls ein Drittel der Verladestellen bei Kunden aufgegeben werden, hieß es aus dem Umfeld der Projektgruppe „Zukunft Bahn“, bei der auch die Unternehmensberatung McKinsey mitarbeite.

Dies könne bedeuten, dass wirtschaftsschwache Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern komplett aufgegeben würden, hieß es weiter. Der Verkehr mit Einzelwaggons von kleineren Kunden soll massiv zurückgefahren werden. Das Sanierungsprogramm soll bis Dezember fertig sein und vom Aufsichtsrat beschlossen werden.

Der neue Bahn-Vorstand

Rüdiger Grube

Der 63-Jährige ist seit Mai 2009 Vorsitzender des Vorstands. Sein Vertrag läuft bis Ende 2017.

Richard Lutz

Der 51-Jährige, zuständig für Finanzen und Controlling, wird künftig zusätzlich für die internationale Bustochter Arriva und die Gütertransporte jenseits des Schienenverkehrs zuständig sein (Lastwagen, Schiff, Flugzeug).

Volker Kefer

Der 59-jährige Kefer ist seit Herbst 2009 im Vorstand. Er wird künftig als Stellvertreter Grubes fungieren und wie zuletzt das Ressort Infrastruktur und Dienstleistungen leiten, ergänzt um Teilbereiche der Technik. Die Aufgaben der Techniksparte werden nach dem Weggang ihrer Chefin Heike Hanagarth verteilt.

Ulrich Weber

Der 65-jährige Weber, Personalvorstand, ist aus dem langen Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL bekannt. Er bleibt.

Ronald Pofalla

Der 56-Jährige löst Gerd Becht (63) als Konzernvorstand für Regeltreue, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit ab. Außerdem behält der Ex-Kanzleramtschef seine bisherige Aufgabe bei der Bahn: die Kontaktpflege zu Politikern im Bund und bei der EU in Brüssel.

Berthold Huber

Huber (51), ist bisher Chef der Bahntochter DB Fernverkehr. Nun soll er als Vorstandsmitglied nicht nur den gesamten Personenverkehr, sondern auch die Güterbahn leiten. Huber ersetzt Ulrich Homburg (59).

Die Deutsche Bahn wollte die Angaben nicht bestätigen: „Das sind Gedankenspiele auf Arbeitsebene, die in keiner Weise mit dem Vorstand abgestimmt sind. Daher kommentieren wir sie auch nicht“, sagte ein Bahnsprecher.

Von

rtr

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