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10.07.2015

18:00 Uhr

Deutsche Bahn

Pofalla könnte Bahnchef werden

Früher als geplant soll der ehemalige Merkel-Vertraute Roland Pofalla in den Vorstand der Deutschen Bahn einziehen. Das Ende der Karriereleiter scheint damit bei weitem nicht erreicht: Pofalla könnte Grube beerben.

Der Bahnchef und sein Nachfolger? dpa

Rüdiger Grube (l.) und Ronald Pofalla

Der Bahnchef und sein Nachfolger?

BerlinDer frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) hat einem Medienbericht zufolge gute Chancen auf die Nachfolge von Bahn-Chef Rüdiger Grube. Im Zuge des von Grube geplanten Konzernumbaus solle der bisherige Cheflobbyist Pofalla früher als bislang geplant in den Vorstand einziehen, berichtete der „Spiegel“ am Freitag vorab aus seiner neuen Ausgabe.

Pofalla gelte damit schon jetzt als aussichtsreichster Anwärter auf die Grube-Nachfolge. „Wenn Pofalla nicht viel falsch macht, läuft es wohl auf ihn hinaus“, heißt es laut „Spiegel“ im Unternehmen. Zu der Meldung gab sich die Deutsche Bahn gegenüber dem Handelsblatt wortkarg: „Dazu sagen wir nichts“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

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70 Milliarden Euro Umsatz peilte die Bahn für 2020 an – doch die Erlöse stagnieren und die Gewinne bröckeln. Es fehlt Geld für Investitionen. Ein Blick in die Bücher zeigt: Der Staatskonzern hat grundlegende Probleme.

Pofalla ist seit Jahresbeginn bei der Deutschen Bahn Generalbevollmächtigter für politische und internationale Beziehungen. Bereits vor dem Antritt dieses Postens war klar, dass er perspektivisch in den Vorstand wechseln soll. Grube leitet den Konzern seit Mai 2009; sein Vertrag als Vorstandsvorsitzender läuft noch bis Ende 2017.

Medienberichten zufolge will Grube den Bahn-Vorstand verkleinern, voraussichtlich um mindestens zwei Mitglieder. Auch der „Spiegel“ berichtet nun, dass der Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg und Logistik-Vorstand Karl-Friedrich Rausch ausscheiden werden.
Rüdiger Grube und Ronald Pofalla kennen sich seit Jahren gut. Als Kanzleramtschef setzte sich der CDU-Politiker noch 2013 dafür ein, die zeitweise geplante Trennung von Schienennetz und Bahnbetrieb zu verhindern – ganz im Sinne des Bahnchefs. Entsprechend stieß der Wechsel Pofallas zur Bahn auf massive Kritik. Den ursprünglichen Plan, Pofalla direkt in den Vorstand zu berufen, stellte die Bahn zunächst zurück. Stattdessen erhielt er eine Anstellung als Cheflobbyist.

Nach Informationen des Handelsblatts hat Pofalla inzwischen im Bahntower am Potsdamer Platz einen Mitarbeiterstab von mehreren Dutzend Leuten aufgebaut, die ihm zuarbeiten. Intern stößt dies immer mehr auf Kritik, da Bahnchef Grube zuletzt an einem scharfes Sparprogramm arbeitet. Um insgesamt 626 Millionen Euro will er allein in der Zentrale die Kosten senken – vorrangig durch Einsparungen am Personal. Auch dazu wollte sich eine Bahn-Sprecherin nicht äußern.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

10.07.2015, 18:29 Uhr

NSA Lügen Popofalla Bahnchef? Dann wird die DB zum Erliegen kommen. Der Dilettant schafft das locker.

Herr Wolfgang Bürger

10.07.2015, 18:36 Uhr

Da werden die Probleme bei der Bahn auch nicht weniger, wenn eine abgetakelte Politpfeife das Ruder übernimmt.

Claus H.

10.07.2015, 19:37 Uhr

Gibt es eigentlich irgendetwas, was diesen Vollpfosten für den Chefposten qualifiziert? Also außer, dass er als abgehalfterter Politiker dringend einen Versorgungsjob braucht und zufällig auf Du mit Frau Merkel ist...

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