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04.10.2012

19:21 Uhr

Deutsche Bahn

Sitzplatzreservierung bald wie im Flugzeug

Die Deutsche Bahn will die Kundenzufriedenheit verbessern. Demnächst sollen Sitzplätze bei einer Reservierung exakt bestimmt werden können, nicht mehr nur eine Kategorie. Auch bei den Klimaanlagen gibt es Verbesserungen.

Im Sommer 2010 waren noch etliche Klimaanlagen in ICEs ausgefallen. Zahlreiche Menschen mussten damals ärztlich behandelt werden. dapd

Im Sommer 2010 waren noch etliche Klimaanlagen in ICEs ausgefallen. Zahlreiche Menschen mussten damals ärztlich behandelt werden.

HamburgWie beim Fliegen: Kunden der Deutschen Bahn (DB) sollen ab Dezember bei der Internetbuchung ihren Sitzplatz selbst aussuchen und reservieren können. Das Pilotprojekt, mit dem die Bahn einen langjährigen Kundenwunsch erfülle, starte im Dezember, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Kunde bekommt demnach eine Übersicht der Plätze im Zug gezeigt und dazu die Angaben, welche noch verfügbar sind.

Aussuchen kann der Kunde sich damit, ob er - voraussichtlich - in Fahrtrichtung sitzt oder nicht, ob am Fenster, an einem Tisch oder in einem Bereich mit Handyverbot. Möglich ist es damit auch, einen Platz neben jemandem zu wählen, der bereits gebucht hat. Möglich ist die Sitzplatz-Auswahl per Internet zunächst in den ICE der ersten und dritten Generation sowie in den ICE-T-Zügen. Das sind laut Bahn drei Viertel aller ICE-Züge.

Die Deutsche Bahn möchte mit dem Pilotprojekt eine „stabile Datengrundlage“ bekommen, wie sie mitteilte. Möglich sei eine Ausweitung der Sitzplatzwahl auch auf andere Vertriebskanäle.

Die Bahn in Zahlen

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Euro (18,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2011 auf einen Umsatz von 37,90 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 34,41 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Euro).

Halbjahresergebnis

Halbjahresergebnis: 794 Millionen Euro (648 Millionen Euro).

Mitarbeiter zum Jahresende

Genau 284.319 hatte der Staatskonzern zum Jahresende 2011. Das waren gut 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Mitarbeiter zum 30. Juni: 286 215 (30. Juni 2011: 284 319).
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr: mehr als 1,0 Milliarde (973 Millionen). 2011 fuhren täglich rund 5,43 Millionen Menschen mit der Deutschen Bahn. 2010 waren es noch rund 5,34 Millionen.

Personenverkehr

Die Züge der Bahn legten im vergangenen Jahr 79,2 Milliarden Personenkilometer zurück. Ein wenig mehr als ein Jahr zuvor (78,6 Milliarden Personenkilometer).

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Beförderte Güter im Schienenverkehr: 202,3 Millionen Tonnen (207,8 Millionen Tonnen).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter geschrumpft. 2011 waren es nur noch 33.576 Kilometer. Ein Jahr zuvor gab es noch 33.723 Kilometer Schiene.

Zudem verspricht die Bahn ihren ICE-Fahrgästen für den Sommer 2013 ein Ende des Ärgers über ausgefallene Klimaanlagen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir einen stabilen Betrieb haben werden“, sagte Bahn-Vorstandsmitglied Ulrich Homburg am Donnerstag in Hamburg. Bis dann seien die Klimaanlagen der letzten Züge der anfälligen ICE 2-Generation umgebaut. Im Juli und August des laufenden Jahres gab es laut Homburg noch 14 Störungen bei ICE-Zügen wegen kaputter Kühlung, davon 10 am heißesten Tag, dem 19. August.

Im Sommer 2010 hatte die Bahn negative Schlagzeilen gemacht, weil Klimaanlagen in ICEs ausgefallen waren. Zahlreiche Menschen mussten damals ärztlich behandelt werden. Seitdem hat die Bahn an den ICE-Klimaanlagen mehrere Dinge verbessert.

Schlechter sieht es dagegen für Fahrgäste der Intercitys (IC) auf: Hier gab es im Sommer 61 Störungen der Klimaanlagen. Bei den ICs dauern die Umbauten noch bis Ende 2014, sagte Homburg.

Kommentare (9)

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04.10.2012, 20:01 Uhr

Wäre toll, wenn die Bahn auch mal pünktich ankämme! Das ist was für mich zählt! Die anderen Sprüche brauche ich nicht!

E.K.

04.10.2012, 20:07 Uhr

Hoffentlich behält man bei der Bahn dann auch den Sitzplatz für die ganze Reise. Als Einzelreisender läuft man immer das Risiko, dass nach längerer Abwesenheit ( Speisewagen ) jemand anders den Platz eingenommen hat und ihn häufig nicht mehr frei gibt, weil die Platzreservierung nach einer gewissen Zeit erlischt und man mit seiner Platzkarte bei dem "neuen" Reisenden wenig Eindruck macht.

Account gelöscht!

04.10.2012, 20:12 Uhr

Leider versucht die Bahn seit Jahren, dem Flugzeug immer ähnlicher zu werden, als wenn Fliegen die angenehmste Art zu reisen wäre. Warum spielt sie nicht endlich ihren wesentlichen Vorteil aus und verkauft wieder günstige Fahrkarten ohne Zugbindung? Zum angenehmen Reisen gehört auch, nicht eine Stunde vorher da sein zu müssen, um auf keinen Fall das Risiko eines Totalverlusts einzugehen.

Früher bin ich gerne Bahn gefahren. Preislich mithalten kann sie mit dem Flugzeug heute aber nur noch, wenn man Zugbindunng bucht. Aber dann ist beides gleich stressig und ich nehme jetzt doch lieber das Flugzeug, das bei gleichem Komfort schneller am Ziel ist.

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