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27.07.2016

14:56 Uhr

Deutsche Bahn steigert Gewinn

Grubes Konzernumbau zeigt erste Erfolge

Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr ihre Ergebnisse nach langer Talfahrt wieder stabilisiert. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen legt auf gut eine Milliarde Euro zu. Mehr tun will die Bahn für die Sicherheit.

Der Staatskonzern hat den Gewinn im ersten Halbjahr wieder gesteigert. dpa

Deutsche Bahn

Der Staatskonzern hat den Gewinn im ersten Halbjahr wieder gesteigert.

BerlinDie Deutsche Bahn hat nach längerer Talfahrt ihr Geschäft stabilisiert und so die Chancen für Konzernchef Rüdiger Grube auf einen neuen Vertrag erhöht. Mit einem harten Sparkurs und einem besseren weltweiten Frachtgeschäft stieg der Betriebsgewinn im ersten Halbjahr auf eine Milliarde Euro und damit um 13 Prozent oder fast 120 Millionen Euro, wie der Staatskonzern am Mittwoch mitteilte.

In den Zügen fuhr eine Rekordzahl von Passagieren, was sich allerdings wegen zahlreicher Sonderangebote beim Gewinn kaum bemerkbar machte. Auf der anderen Seite kürzte das Unternehmen Investitionen um fast 300 Millionen Euro. Mehr tun will die Bahn angesichts der jüngsten Anschläge für die Sicherheit: Dafür sollen in den nächsten Jahren 500 Mitarbeiter zusätzlich eingestellt werden. Kontrollen wie an Flughäfen werde es aber nicht geben.

Was die Fernreise kostet

Neue Angebote ab August

Die Deutsche Bahn setzt in den Sommerferien ihre Preisschlacht gegen Fernbusse und Billigflieger fort. Die Strategie zeigt bei den Kunden offenbar Wirkung – für das erste Halbjahr 2016 meldete die Bahn am Mittwoch einen neuen Fahrgastrekord im Fernverkehr mit 66,7 Millionen Fahrgästen. Allerdings wird für Bahnfahrer mancher Service ab August auch teurer.

Sparpreis-Rabatt auch bei Bahncard50

Auch Kunden mit einer BahnCard 50 bekommen ab 1. August dauerhaft einen Rabatt von 25 Prozent auf Sparpreise im Fernverkehr. Dies war bisher regulär Inhabern einer BahnCard 25 vorbehalten.

Sparpreise für 19 Euro noch bis Ferienende

Eigentlich fangen die Sparpreise bei der Deutschen Bahn bei 29 Euro an. Sie lockt aber immer wieder für einen begrenzten Zeitraum mit 19-Euro-Angeboten. Diese Aktion wird nun noch einmal verlängert: 19-Euro-Sparpreise gibt es auf Fernstrecken noch bis zum 12. September, also bis zum Ende der Sommerferien.

Keine Sparpreis-Erstattung am Reisetag

Sparpreis-Tickets können ab August nur noch bis zum Tag vor der Abfahrt umgetauscht oder erstattet werden. Bisher war dies auch am Tag der Reise noch möglich. Allerdings führte diese Regelung dazu, dass gerade am Reisetag viele Tickets zurückgegeben wurden. Dem schiebt die Bahn nun einen Riegel vor.

Höherer Zuschlag für Ticketkauf im Zug

Wer erst im Zug ein Ticket kauft, muss ab August einen Bordzuschlag von 12,50 Euro zahlen – fünf Euro mehr als bisher. Damit will die Deutsche Bahn den Fahrkartenverkauf per Smartphone ankurbeln, der quasi bis wenige Sekunden vor Abfahrt möglich ist. Zudem soll das Bordpersonal mehr Zeit für Service bekommen. Allerdings kauft nach Angaben des Unternehmens ohnehin nur etwa ein Prozent der Kunden die Fahrkarte erst im Zug.

Teurere Reservierungen in der ersten Klasse

Beim Kauf einer Fahrkarte für die erste Klasse bleibt die Sitzplatzreservierung inklusive; Besitzer der BahnCard100 für die erste Klasse bekommen hundert Freireservierungen. Doch wer nur reserviert, ohne ein Ticket zu kaufen, muss dafür ab August 5,90 Euro statt bisher 4,50 Euro zahlen. Damit will die Bahn unterbinden, dass reservierte Sitzplätze am Ende nicht in Anspruch genommen werden.

Bahnchef Grube zeigte sich optimistisch: „Wir sind zuversichtlich und fest entschlossen, dass wir unsere wirtschaftlichen Ziele für 2016 erreichen werden.“ Dann soll der Betriebsgewinn 1,86 Milliarden Euro und nach Abzug von Zinszahlungen und Steuern noch gut 500 Millionen Euro betragen. Für Grube ist das wichtig, da sein Vertrag 2017 ausläuft und noch in diesem Jahr verlängert werden muss. Angesichts des Milliarden-Verlustes 2015, steigender Schulden und Dauer-Problemen mit Pünktlichkeit und Service hat sich der Bund als Eigentümer in der Frage bislang bedeckt gehalten.

Tatsächlich profitierte Grube jetzt vom Vergleich zum ersten Halbjahr 2015, wo Streiks und Unwetter den Betriebsgewinn um fast 300 Millionen Euro gedrückt hatten. Auch der Wegfall dieser Sondereinflüsse konnte jetzt den Betriebsgewinn allerdings nicht annähernd um diese Summe anheben.

Der Umsatz war mit 20 Milliarden Euro auch kaum verändert. Besserung gelobte Grube bei der Pünktlichkeit der Fernzüge: „Wir fokussieren uns weiter auf das Brot- und Butter-Geschäft.“ Zwar wurde im ersten Halbjahr trotz günstiger Witterung das Ziel von 80 Prozent pünktlicher Züge verfehlt. Für das Gesamtjahr peile er den Wert aber weiterhin an, sagte Grube.

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