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19.05.2015

14:52 Uhr

Deutsche Bahn und GDL

Wenn auch Schaffner Streik-bedingt pausieren müssen

VonKaren Grass

Die GDL bringt die Züge zum Stehen und die Republik zum Rotieren. Worüber die wenigsten nachdenken: Auch andere Bahnmitarbeiter sind von dem Streik betroffen und müssen teils gezwungenermaßen zu Hause bleiben.

Während des Lokführerstreiks müssen auch viele andere Bahnmitarbeiter zwangsweise umdisponieren – manche übernehmen andere Aufgaben, viele bleiben zu Hause. dpa

Ich bin dann mal weg

Während des Lokführerstreiks müssen auch viele andere Bahnmitarbeiter zwangsweise umdisponieren – manche übernehmen andere Aufgaben, viele bleiben zu Hause.

DüsseldorfWenn die Lokführer streiken, trifft das nicht nur die Kunden, sondern auch fast alle anderen Mitarbeiter der Bahn. Dabei bedeutet der Streik nicht für alle Eisenbahner weniger Arbeit, manche dürften auch mehr Stress haben. Laut der Deutschen Bahn hat der Streik sehr unterschiedliche Auswirkungen auf die verschiedenen Berufsgruppen.

Insgesamt gibt es bei der Bahn etwa 500 Berufsfelder, die ein Auszubildender ergreifen kann. Die 195.800 Angestellten des Konzerns in Deutschland verteilen sich also auf verschiedene Bereiche. Zwei Gruppen, die den Kunden am stärksten auffallen, sind im Reiseverkehr natürlich die 8800 Zugbegleiter und etwa 2500 Angestellte im Bereich Bordgastronomie. Teils ebenfalls mit an Bord oder in Bahnhofsnähe am Rangieren der Züge beteiligt sind die 3.100 Lokrangierführer, für die die GDL zuletzt mehrfach die Zuständigkeit beanspruchte. Laut der GDL-Konkurrenzgewerkschaft EVG sind aktuell 60 Prozent der Zugbegleiter und 75 Prozent der Lokrangierführer bei ihr organisiert.

Sie sind besonders stark von den Streiks betroffen, laut einem Bahnsprecher können hier während eines Streiks der GDL nur etwa 50 Prozent der Mitarbeiter wie gewohnt arbeiten. Etwa 20 Prozent des Personals werden flexibel in anderen Bereichen eingesetzt. „Während des Streiks entsteht natürlich ein erhöhter Informationsbedarf bei den Kunden, deshalb setzen wir dann zusätzliche Mitarbeiter etwa aus dem Bordbereich in der Reisendenbetreuung in Bahnhöfen ein, an Infoschaltern oder als mobile Informationsteams“, sagt der Sprecher.

Einige Züge fahren ohnehin trotz des Lokführerstreiks. Die Deutsche Bahn stellt wieder Ersatzfahrpläne auf. Für den Fernverkehr seien diese Pläne für Mittwoch und Donnerstag bereits fertig und in den Auskunftssystemen abrufbar, sagte Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg am Dienstag in Berlin. „Wir bedauern besonders, dass es ausgerechnet am Pfingstwochenende dazu kommt.“ Wie bei den früheren Streiks der GDL soll während des unbefristeten Streiks etwa ein Drittel der Fernzüge fahren. Bei den Regionalzügen erwartet die Bahn, dass je nach Region 15 bis 60 Prozent der üblichen Zahl unterwegs sein werden. Im Güterverkehr sollen etwa 70 Prozent der Züge rollen.

Für etwa 30 Prozent der Mitarbeiter kann bei dieser Auslastung laut Bahn bei aller Mühe keine Beschäftigung gefunden werden, wenn die Lokführer streiken. Diese Mitarbeiter müssen dann Überstunden abfeiern. Natürlich könne man sie nicht dazu zwingen, zu Hause zu bleiben, so der Konzernvertreter. Doch es wird den Mitarbeitern nahe gelegt.

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