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14.06.2015

17:18 Uhr

Deutsche Bahn versus GDL

Bahn-Tarifrunde geht in die Schlussphase

Die Streithähne und ihre Schlichter haben dicht gehalten. So bleibt es kurz vor dem vereinbarten Ende spannend: Gelingt der Bahn eine Einigung mit der GDL? Gibt es eine Verlängerung? Oder wird wieder gestreikt?

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky: Kommt es endlich zu einem versöhnlichen Ende des Tarifstreits? dpa

Blick auf die Uhr

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky: Kommt es endlich zu einem versöhnlichen Ende des Tarifstreits?

BerlinDie Schlichtung im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geht in die entscheidende Phase. Bis zum kommenden Mittwoch (17. Juni) wollten beide Seiten zu einem Ergebnis kommen. Die Schlichtung hatte am 27. Mai begonnen und war auf eine Dauer von drei Wochen angesetzt. Damit sind bis zum 17. Juni neue Streiks ausgeschlossen.

Als Schlichter eingesetzt sind der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und der frühere brandenburgischen Regierungschef Matthias Platzeck (SPD). Für die Dauer des Verfahrens wurde Vertraulichkeit vereinbart. Deshalb hat sich bislang keine der beiden Seiten zum Stand der Verhandlungen geäußert.

Für den Fall, dass bis zum 17. Juni noch keine Einigung zustande kommt, sieht die Schlichtungsvereinbarung zwischen GDL und Bahn die Möglichkeit vor, das Verfahren um eine Woche zu verlängern. Als Kernproblem des seit einem Jahr anhaltenden Tarifkonflikts gilt die Forderung der GDL, für jede der bei ihr organisierten Berufsgruppen einen eigenen Tarifvertrag abschließen zu dürfen – wobei die Bahn widerspruchsfreie Regelungen im Vergleich zu anderen Tarifwerken anpeilt. Zu diesen Gruppen gehören außer den Lokführern die Zugbegleiter, die Bordgastronomen, die Lokrangierführer und die Disponenten/Planer. Insgesamt geht es um rund 37.000 Beschäftigte.

Die Streiks der GDL

1. Warnstreik am 1. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Warnstreik am 6. September

Drei Stunden im Personen- und Güterverkehr.

1. regulärer Streik am 7. und 8. Oktober

Neun Stunden im Personen- und Güterverkehr.

2. Streik am 15. und 16. Oktober

14 Stunden im Personen- und Güterverkehr.

3. Streik vom 17. bis 20. Oktober

50 Stunden im Personenverkehr und 61 Stunden im Güterverkehr.

4. Streik vom 6. bis 8. November

64 Stunden im Personenverkehr und 75 Stunden im Güterverkehr.

5. Streik vom 21. bis 24. April

66 Stunden im Güterverkehr, Dienstag (15 Uhr) bis Freitag (9 Uhr) und 44 Stunden im Personenverkehr, Mittwoch (2 Uhr) bis Donnerstag (21 Uhr).

6. Streik vom 4. bis 10. Mai

Bislang längster Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn AG - 127 Stunden im Personenverkehr und 138 Streikstunden im Güterverkehr

7. Streik vom 19. bis 21. Mai

Die GDL streikt zunächst, ohne einen Endpunkt zu nennen – einigt sich aber am 21. Mai mit der Bahn auf eine Schlichtung.

Die GDL wollte durchsetzen, dass im Zweifel für diese Berufe je zwei Tarifverträge gelten - einer für Mitglieder der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), einer für GDL-Mitglieder. Genau dies wollte die Bahn jedoch vermeiden: Für gleiche Tätigkeiten möchte sie gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitszeiten. Die GDL forderte außerdem 5 Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Vertragslaufzeit sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde.

Kurz vor Beginn der Schlichtung hatte die Bahn mit der EVG einen Tarifabschluss für rund 100.000 Bahn-Beschäftigte erzielt. Sie erhalten eine Einkommenserhöhung um 3,5 Prozent zum 1. Juli, mindestens jedoch 80 Euro mehr. Am 1. Mai 2016 steigen die Löhne laut EVG-Tarifvertrag noch einmal um 1,6 Prozent, mindestens um 40 Euro.

Von

dpa

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