Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.12.2014

12:28 Uhr

Deutsche Bahn

Videoüberwachung an Bahnhöfen wird verstärkt

Die Deutsche Bahn will für mehr Sicherheit auf Bahnhöfen sorgen: Mehr Kameras in mehr Stationen sollen bei der Aufklärung von Straftaten helfen, die Aufzeichnungen sollen zudem künftig länger gespeichert werden.

Am Bahnhof im bayrischen Niederlindhart ist am Wochenende ein afrikanischer Asylbewerber von drei Männern zusammengeschlagen worden. dpa

Am Bahnhof im bayrischen Niederlindhart ist am Wochenende ein afrikanischer Asylbewerber von drei Männern zusammengeschlagen worden.

BerlinDie Deutsche Bahn will mit mehr Videoüberwachung für Sicherheit auf Bahnhöfen sorgen. Das Bundesunternehmen kündigte am Montag an, im nächsten Jahr bis zu 700 Kameras auf rund 100 Stationen anzubringen und die Aufzeichnungen bis zu drei Tage zu speichern. Das hat die Süddeutsche Zeitung (Montagsausgabe) berichtet.

„Damit wollen wir die Polizei bei der Bekämpfung von Straftaten schnell und unkompliziert unterstützen“, sagte Bahnvorstand Gerd Becht. „Die Sicherheit unserer Kunden steht für uns im Mittelpunkt“, hob Becht hervor.

Derzeit hängen nach seinen Angaben 4800 Kameras in 640 Bahnhöfen. Auf 140 Stationen davon würden die Aufzeichnungen gespeichert. Weitere 18.000 Videokameras gebe es in Regional- und S-Bahn-Zügen, so dass 80 Prozent der Fahrgastströme gefilmt werden, wie die Bahn errechnet hat. Welche Bahnhöfe neu hinzukämen, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher.

„Ein Mehr an Videoüberwachung sorgt auch für ein Mehr an Sicherheit“, sagte auch der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek. Überwacht würden vor allem große Bahnhöfe, weil dort die meisten Fahrgäste unterwegs seien.

Fahrgastvertreter fordern immer wieder, auch kleinere Bahnhöfe besser zu überwachen; nach Umfragen fühlt sich jeder vierte Fahrgast an Bahnhöfen und Haltestellen in Deutschland unsicher. Dafür seien aber mehr Polizisten nötig, sagte Radek. „Die Bundespolizei muss personell so ausgestattet sein, dass wir auch dort präsent sind, wo wir Videolücken haben.“

Forderungen nach mehr Videoüberwachung hatte es auch aus der Politik gegeben, etwa nach dem gescheiterten Bombenanschlag auf den Bonner Hauptbahnhof vor zwei Jahren. Dort waren Kameras installiert, sie speicherten aber ihre Aufnahmen nicht. Kritiker der Videoüberwachung monieren, sie spiegele eine scheinbare Sicherheit vor und greife tief in Persönlichkeitsrechte ein.

Auch die Bahn hatte seinerzeit zu Bedenken gegeben, Kameras könnten zwar bei der Aufklärung helfen, seien aber kein geeignetes Mittel, um Straftaten zu verhindern. So schreckten die Kameras Betrunkene oder Menschen, die im Affekt handelten, nicht ab.

Bahn und Bundesinnenministerium hatten im Sommer 2013 vereinbart, bis 2019 gemeinsam 36 Millionen Euro zu investieren, um die Videoüberwachung zu modernisieren und auszubauen. Weitere 24 Millionen Euro sollen in die sogenannten 3-S-Zentralen der Bahn für Sicherheit, Sauberkeit und Service fließen. Von den Gesamtkosten von 60 Millionen Euro übernimmt 15 Millionen Euro die Bundespolizei.

Die nun angekündigten weiteren 700 Kameras installiert die Bahn zusätzlich und auf eigene Rechnung.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Lutz Grunwald

22.12.2014, 12:02 Uhr

Ich habe mich vor 2 Wochen beim Frankfurter Hauptbahnhof über die Zustände der bei den Zugängen zur B-Ebene beschwert. Über eine Woche waren drei Zugänge praktisch unbenutzbar- vollgepinkelt und mit Blut beschmiert. Nicht einmal während dieser Tage waren diese zwischen 8 und 22 Uhr sauber.
Mir wurde erklärt, dass nicht mehr gemacht werden könnte, weil nur Budget für eine einzige Person (ehemals 15) vorhanden ist, die dort aufpasst.
Sicherheit steht im Vordergrund? Muss wohl Superman sein, der da kontrolliert und sich um 20 Aufgänge und tausende Quadratmeter Fläche kümmert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×