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27.04.2012

12:11 Uhr

Deutsche Bahn

Wenn das Handyticket zum Ärgernis wird

VonSandra Louven

Die Deutsche Bahn gibt sich gerne modern, etwa mit dem Handyticket. Dabei kann die elektronische Fahrkarte zu erheblichen Problemen führen. Zum Beispiel zu einer „erkennungsdienstlichen Personaldatenaufnahme“.

Sandra Louven war mit ihrem DB-Handy-Ticket zu modern für die Bahn. Pablo Castagnola

Sandra Louven war mit ihrem DB-Handy-Ticket zu modern für die Bahn.

DüsseldorfKennen Sie den Herrn Grube? Das ist der kleine Grauhaarige aus Berlin, der immer sagt, dass bei der Bahn jetzt alles besser wird. Weil er ja der Chef ist. Also: Die Züge sollen künftig eine Heizung haben, im Sommer sollen sogar die Klimaanlagen funktionieren – und die glücklichen Kunden brauchen sich nicht mehr mit Papier herumzuschlagen. Ein grau-schraffiertes Bildchen auf dem iPhone genügt. Handy-Ticket heißt das dann.

Genau so eines hatte ich kürzlich. Nach der Landung in München stieg ich am Airport in eine S-Bahn von Herrn Grube. Als die Kontrolleure kamen, zeigte ich stolz mein Handy. Doch gefühlte 50 Versuche halfen nichts: Das Lesegerät konnte mein „Fahren&Fliegen“-Ticket nicht lesen. Es war peinlich: Erst die Diskussionen, die neugierigen Blicke anderer Fahrgäste und dann die erkennungsdienstliche Personaldatenaufnahme.

Binnen zwei Wochen musste ich jetzt belegen, dass ich tatsächlich ein gültiges Ticket hatte. Das ist schon mal nervig, denn was bitte kann ich dafür, wenn die Bahn-Technik nicht funktioniert?

Als artige Kundin druckte ich dennoch mein Ticket auf Papier und schickte es Herrn Grube, der seine Bahn ja geradewegs auf dem Weg zum Weltmarktführer sieht. Seine Truppe zeigte sich auch höchst generös und erklärte, dass sie meine Beweisführung anerkennt und ich statt 40 Euro Strafe nur sieben Euro Bearbeitungsgebühr zahlen müsse.

Kommentare (33)

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stetson

27.04.2012, 12:35 Uhr

Wenn es sich so zugetragen hat, dann ist das nicht mal witzig! Sondern einfach nur zum Kot...

mkn

27.04.2012, 12:48 Uhr

...hat da jemand irgend was anderes erwartet von unserem super Hochleistungsmonopolisten?

Kommt, das Glas ist halb voll, die DB hat in jüngster Vergangenheit zumindest mal keine Kinder ohne gültigen Fahrausweis mitten im Nirgendwo abgesetzt und hat in letzter Zeit auch keine Schiffbrüchigen mehr stehen lassen, die es endlich aus Italien nach Frankfurt geschafft hatten - jeder hat halt seine eigene Definition von Kulanz und Kundenfreundlichkeit.

Bahnlangstreckenpendler

27.04.2012, 12:51 Uhr

..und man muss sich schon die Frage stellen, wie die Bahn ein elektronisches Ticket für den Raum München verkaufen kann, dass doch im Raum München überhaupt nicht zugelassen ist!!! Wo ist die versteckte Kamera? Oder ist das ein Schildbürgerstreich?!? Einfach nur plamabel für ein solch großes Unternehmen! ...Die Bahn kommt! ABER: Wann? Wieso? Oder doch nicht aus den Kinderschuhen....

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