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24.01.2012

20:31 Uhr

Deutsche Börse - NYSE

Eine Fusion, über die der Chef nicht spricht

VonChristian Panster

Beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse redet deren Chef Reto Francioni um den heißen Brei herum. Dabei interessiert nur die Meinung zum mächtigen Gegenspieler, der den Zusammenschluss mit der NYSE verhindern dürfte.

Deutsche Börse-Chef Reto Francioni. dapd

Deutsche Börse-Chef Reto Francioni.

EschbornManchmal ist es nicht so wichtig, was ein Konzernchef sagt. Sondern, was er nicht sagt. Reto Francioni etwa, der Chef der Deutschen Börse. Am Abend hatte er zur Jahreseröffnung in „The Cube“, der Firmenzentrale in Eschborn nahe Frankfurt geladen. Als Hausherr muss er eine Rede halten. Zur Zukunft der Deutschen Börse, zu den Herausforderungen der kommenden Monate.

Doch zu einem Thema will der Schweizer nicht so recht Auskunft geben: der geplanten Fusion mit der New York Stock Exchange (Nyse Euronext). Es läge eine große Chance darin, sagt Francioni. Und: „Während die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sich auf Finanzkrise und Börsenfusion richtete, drehte sich die Börsenwelt 2011 weiter“, mehr sagt er nicht.

Die Welt dreht sich weiter. Es scheint, als sei die Fusion mit der Wall Street abgehakt, die Hoffnung, dass EU-Wettbwerbskommissar Joaquin Almunia den geplanten Zusammenschluss doch noch genehmigt, so gut wie begraben. Bis 1. Februar will der entscheiden. Und es sieht bislang alles danach aus, als würde Almunia „nein“ sagen.

Francioni bemüht die großen Zusammenhänge. Die wachsende Bedeutung der asiatischen Märkte, den immer größeren Wettbewerbsdruck durch die Handelsplätze in Fernost. Er spricht von den Fusionen der Börsen Tokio und Osaka. Die immer bessere Zusammenarbeit der großen Börsen in den Schwellenländern. Und diese Entwicklung werde immer weiter gehen, sagt Francioni. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis diese Handelsbetreiber eine globale Rolle spielten und die Börsen der westlichen Welt überträfen.

Die Deutsche Börse sei zwar allein stark genug, den Herausforderungen zu begegnen, man müsse ihr aber die entsprechenden Freiräume geben, sagt Francioni. Dann könne die Deutsche Börse als starker Partner ein Gegengewicht in Europa bilden zu den aufstrebenden asiatischen Handelsbetreibern. Als Partner, nicht allein. Gemeinsam würden Deutsche Börse und Nyse Euronext zum mit Abstand größten Handelsbetreiber der Welt werden. Ein starkes Gegengewicht.

Kommentare (1)

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Hauke

25.01.2012, 10:35 Uhr

Eine Fusion ist natürlich keinesfalls zwangsläufig. Solange die LSE alleine stehen kann, wird dies auch die Deutsche Börse können.

Euronext wäre der einzige wirklich überzeugende Partner gewesen für eine Fusion. Eine echte Fusion, keine versteckte Übernahme.

Die aber haben sich den Amerikanern an den Hals geschmissen aus lauter unbegründeter Angst vor deutscher Dominanz. Heute sind sie amerikanisch dominiert und werden völlig untergebuttert.

Abgesehen von den betriebswirtschaftlichen Aspekten hat die Deutsche Börse außerdem eine enorme wirtschaftspolitische Bedeutung für den Finanzplatz Frankfurt, für Deutschland und für Europa.

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