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10.02.2005

18:40 Uhr

Deutsche Fluggesellschaft plant Expansion

DBA hält der Billig-Konkurrenz stand

VonM.-W. Buchenau und M. Eberle (Handelsblatt)

Die Fluggesellschaft DBA (früher Deutsche BA) wagt sich nach deutlichen Verbesserungen im operativen Geschäft aus der Defensive: Wie das Handelsblatt aus Luftfahrtkreisen erfuhr, wird der Carrier nach der Streckenaufnahme Hannover-München künftig auch den Airport Münster/Osnabrück mit dem Flughafen München verbinden.

Flugzeuge der DBA auf dem Münchner Flughafen. Foto: dpa

Flugzeuge der DBA auf dem Münchner Flughafen. Foto: dpa

HB MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Die ersten zaghaften Expansionsschritte zeigen, dass die Airline des Textilunternehmers Hans Rudolf Wöhrl nach einer Generalsanierung auf dem Weg der Gesundung ist. Trotz des harten Konkurrenzkampfes mit dem mächtigen Platzhirsch Lufthansa und diversen Billigfluggesellschaften erwartet die DBA im Ende März auslaufenden Geschäftsjahr erstmals seit 1992 schwarze Zahlen. „Wir werden einen kleinen Gewinn schreiben“, sagte ein DBA-Sprecher dem Handelsblatt. Selbst im traditionell schwächsten Flugmonat Januar seien die Ziele mit einer Auslastung von 65 Prozent und durchschnittlichen Ticketpreisen von 80 Euro deutlich übertroffen worden.

Wöhrl hatte die chronisch defizitäre British-Airways-Tochter im Sommer 2003 für den symbolischen Preis von einem Euro übernommen und vom Mutterkonzern eine Mitgift von 70 Mill. Euro erhalten. Im vergangenen Geschäftsjahr lag der Verlust noch bei 63 Mill. Euro. Nach Lohnverzicht und Personalabbau in den ersten zwölf Monaten der Ära Wöhrl zahlt das Unternehmen inzwischen wieder volles Gehalt und stellt Personal ein.

Wöhrls Problem bleibt jedoch die dünne Kapitaldecke der Fluggesellschaft. Die Leasingverträge für 15 betagte Boeing-Flugzeuge vom Typ 737-300 laufen aus, eine Entscheidung zur Flottenerneuerung steht an. „Wir stehen in Verhandlungen mit Finanzinvestoren“, sagte der DBA-Sprecher. Weil die aber für Investments in die chronisch kranke Airline-Industrie äußerst schwer zu begeistern sind, sucht die DBA auch nach einem strategischen Partner.

So wird mit dem deutschen Billigflieger Germania Express (Gexx) seit Monaten über eine Allianz verhandelt. Der überstürzte Abschied von Geschäftsführer Jürgen Branse hat Zweifel in der Branche verstärkt, dass Gexx den beinharten Preiswettbewerb mit Easyjet & Co. auf Dauer mitgehen kann. Germania-Eigner Hinrich Bischoff gilt als vorsichtiger Kaufmann, dessen Hauptgeschäft seit vielen Jahren das Flugzeugleasing ist. „An Gexx hat er kein großes Interesse. Sollten Verluste anfallen, wird er denen nicht lange zusehen“, sagt ein führender deutscher Luftfahrmanager.

DBA-Chef Wöhrl sieht die Fusion mit Gexx als Wunschlösung, weil sich die Streckennetze beider Gesellschaften gut ergänzen: „Wir managen den operativen Flugbetrieb, und Herr Bischoff verleast uns seine Flotte“, diese Vorstellung hat Wöhrl bereits öffentlich geäußert. Damit steht zur Diskussion, dass die Fokker-100-Maschinen der Gexx künftig in DBA-Farben fliegen. In jedem Fall beharrt Wöhrl auf der operativen Führung. Bei den Verhandlungen mit Bischoff gebe es „Fortschritte, aber noch kein Ergebnis“, heißt es aus dem Umfeld Wöhrls.

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