Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.09.2014

23:45 Uhr

Deutsche Lufthansa

Insgesamt 218 Flüge wegen Piloten-Streik ausgefallen

Um das große Chaos zu verhindern, hat die Deutsche Lufthansa Flüge bereits vor Beginn des Piloten-Streiks in Frankfurt am Main gestrichen. Tausende Passagiere mussten Geduld und Verständnis aufbringen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bestreikte von 17.00 bis 23.00 Uhr Kurz- und Mittelstreckenflüge. Die Deutsche Lufthansa schätzt die Kosten durch den Streikt auf „einige Millionen Euro“. Reuters

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bestreikte von 17.00 bis 23.00 Uhr Kurz- und Mittelstreckenflüge. Die Deutsche Lufthansa schätzt die Kosten durch den Streikt auf „einige Millionen Euro“.

Frankfurt/MainWegen eines sechsstündigen Streiks der Lufthansa-Piloten sind am Freitag am Frankfurter Flughafen 218 Flüge ausgefallen. 26.000 Passagiere waren an Deutschlands größtem Airport von den Streichungen betroffen, wie die Lufthansa am späten Abend berichtete.

Ein Chaos sei aber ausgeblieben, sagte Unternehmenssprecher Andreas Bartels. Mit dem Versenden von rund 14.000 SMS und mehreren Tausend E-Mails sei es gelungen, rund 14.000 der Passagiere umzubuchen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte von 17.00 bis 23.00 Uhr Kurz- und Mittelstreckenflüge bestreikt, die von Frankfurt abgehen. Zum Start ins Wochenende mussten damit Tausende Lufthansa-Passagiere Reisen umplanen oder absagen.

Die Lufthansa schätzt die Kosten durch den Arbeitskampf auf „einige Millionen Euro“ - neben dem erheblichen Imageschaden.

Das Unternehmen hatte vorsorglich 2200 Betten in Hotels im Rhein-Main-Gebiet gebucht. Nur 1000 davon seien benötigt worden, sagte Bartels. Von den mehr als 400 Feldbetten für Transitreisende, die das Flughafengebäude wegen fehlender Visa nicht verlassen dürfen, seien nur ganz wenige in Anspruch genommen worden. Insgesamt seien am Freitag 5000 Passagiere über andere Drehkreuze der Lufthansa umgebucht worden.

Streiks im deutschen Luftverkehr

5. März 2008

Auf dem Frankfurter Flughafen legen laut Gewerkschaft Verdi rund 2.000 Mitarbeiter von Vorfeld, Passagierkontrolle und Werkstätten für vier Stunden ihre Arbeit nieder.

23. Januar 2009

Wegen eines Warnstreiks des Kabinenpersonals fallen 44 Flüge von und nach Frankfurt aus. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verlangt Tariferhöhungen.

Februar 2012

Bei einem tagelangen Arbeitskampf in Frankfurt fallen mehr als 1.700 Flüge aus. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

27. März 2012

Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht.

7. September 2012

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verursacht den bis dahin größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1.000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100.000 Passagiere sind betroffen. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

Januar/Februar 2013

Streiks des Sicherheitspersonals privater Dienstleister legen mehrere deutsche Flughäfen mehrfach weitgehend lahm. In Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn kommt es zu massiven Behinderungen.

22. April 2013

Die Gewerkschaft Verdi ruft zu einem ganztägigen Warnstreik auf, um Forderungen nach Jobgarantien und 5,2 Prozent mehr Geld durchzudrücken. Das Bodenpersonal der Lufthansa sorgt dafür, dass von 1.720 geplanten Flügen nur noch 32 stattfinden.

21. Februar 2014

Private Sicherheitsleute legen mit einem 21-stündigen Warnstreik den Frankfurter Flughafen nahezu lahm. Verdi fordert für die Beschäftigten einen Einheitsstundenlohn von 16 Euro.

2. April 2014

Im April kommt es zum längsten Arbeitskampf der Piloten bei der Lufthansa jemals. Die Vereinigung Cockpit (VC) ruft ihre Mitglieder bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings auf, für drei Tage die Arbeit niederzulegen. Die Lufthansa reduzierte in diesen Tagen ihr Flugplanangebot stark und strich insgesamt 3800 Flüge, wodurch weit über 400.000 Passagiere betroffen waren.

29. August 2014

Die Gewerkschaft Cockpit ruft Piloten der Lufthansatochter Germanwings zum Arbeitsausstand auf. Streitpunkt sind vor allem die Regelungen zur Übergangsversorgung der bei Lufthansa angestellten Piloten. Von dem sechsstündigen Streik an sieben Standorten sind 116 von 164 Germanwings-Flügen an dem Tag betroffen, 15.000 Passagiere können nach Angaben der Airline nicht wie gewohnt reisen.

Erste Flüge aus dem europäischen Ausland nach Frankfurt hatte die Airline bereits ab 13.30 Uhr abgesagt, um den Flugbetrieb später so schnell wie möglich wieder normalisieren zu können. Von 16.00 Uhr an musste der Großteil der innerdeutschen und europäischen Abflüge aus Frankfurt annulliert werden. Auf die Flughäfen in München und Hamburg hatte der Streik nur wenig Auswirkungen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×