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28.11.2014

17:47 Uhr

Deutsche Post

Beschäftigte protestieren gegen befristete Jobs

Der Nikolaus hat in diesem Jahr weniger zu schleppen. Grund sind Betriebsversammlungen in vielen Paketzentren der Deutschen Post am kommenden Freitag. Mitten im Weihnachtsgeschäft regt sich Widerstand in der Belegschaft.

Streit bei der Deutschen Post: Schon am Wochenanfang wollen Beschäftigte Verdi zufolge in Nordrhein-Westfalen der Konzernleitung eine Unterschriftenliste überreichen, mit der ein Ende der Befristungspolitik gefordert wird. Reuters

Streit bei der Deutschen Post: Schon am Wochenanfang wollen Beschäftigte Verdi zufolge in Nordrhein-Westfalen der Konzernleitung eine Unterschriftenliste überreichen, mit der ein Ende der Befristungspolitik gefordert wird.

BonnAusgerechnet zu Nikolaus drohen Pakete nicht rechtzeitig anzukommen. Für den 5. Dezember - einen Tag vor Nikolaus - haben die Arbeitnehmervertreter der Post bundesweit in zahlreichen Paketzentren Belegschaftsversammlungen angesetzt. Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi bestätigte am Freitag einen Bericht in der Online-Ausgabe der „Welt“. Damit droht bei der Post ein Paketstau und eine deutlich verringerte Anzahl von Zustellungen am Nikolaustag. Gewerkschaft und Betriebsräte wollen mit den Belegschaftsversammlungen Dampf gegen den aus ihrer Sicht hohen Stand befristeter Jobs bei dem Post- und Logistikkonzern machen.

Beim Konzernvorstand stießen die Aktionen auf Unverständnis. Es sei bedauerlich, dass durch die geplanten Aktionen von Verdi Kinder eventuell ihr Nikolausgeschenk nicht erhielten, erklärte der für das Paket und eCommerce-Geschäft zuständige Vorstand Jürgen Gerdes in Bonn. „Für unsere Kunden geben wir immer alles“. Die Aktionen von Verdi liefen in die Irre.

Bei den Betriebsversammlungen geht es vor allem um die Zunahme befristeter Arbeitsverhältnisse bei dem Bonner Unternehmen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sind derzeit von knapp 131 000 Beschäftigten 23 400 Arbeitsverhältnisse befristet. Das seien 18 Prozent aller Arbeitsverhältnisse. „Aus unserer Sicht wird das Instrument zu extensiv genutzt“, sagte der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Thomas Koczelnik, der Deutschen Presse-Agentur.

Schon am Wochenanfang wollen Beschäftigte Verdi zufolge in Nordrhein-Westfalen der Konzernleitung eine Unterschriftenliste überreichen, mit der ein Ende der Befristungspolitik gefordert wird. Das System, mit immer neuen befristeten Verträgen Druck auf die Beschäftigungen auszuüben, sie erpressbar zu machen, müsse sofort geändert werden, hieß es in einer Mitteilung von Verdi NRW. „Geschäfte sind stabil, der Paketmarkt wächst. Es gibt überhaupt keinen Grund für Befristungen“.

Von

dpa

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