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28.06.2014

12:56 Uhr

Deutsche Post

Briefporto könnte 2015 erneut leicht steigen

2013 und 2014 stiegen die Portokosten bei der Deutschen Post bereits, 2015 könnte es wieder so weit sein. Der Ex-Monopolist steht durch E-Mail und Internet unter Druck: Jedes Jahr befördert er weniger Briefe.

Zeit für ein Jubiläum: Am 1. Juli 1989 trat das Poststrukturgesetz in Kraft, das den Beginn des Umbaus der Bundespost zur heutigen Deutschen Post AG markierte. dpa

Zeit für ein Jubiläum: Am 1. Juli 1989 trat das Poststrukturgesetz in Kraft, das den Beginn des Umbaus der Bundespost zur heutigen Deutschen Post AG markierte.

DüsseldorfDas Briefporto könnte auch 2015 wieder steigen – nach Einschätzung der Deutschen Post allerdings nur in geringem Umfang. „Im Herbst werden wir prüfen, ob wir beim Briefporto eine Preisanpassung vornehmen müssen“, sagte Postvorstand Jürgen Gerdes der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstag). Die Post dürfe das Porto um etwas weniger als die Inflationsrate erhöhen, müsse dies aber vorher bei der Bundesnetzagentur beantragen. „Da die Inflation bekanntlich niedrig ist, wäre eine Preisanpassung sicher auch nicht gerade hoch“, meinte Gerdes. Im Juni kosteten Waren und Dienstleistungen nach Angaben des Statischen Bundesamts durchschnittlich 1,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Post hatte Anfang 2014 die Preise für Standardbriefe bis 20 Gramm um zwei Cent auf 60 Cent erhöht. Ein Jahr zuvor hatten die Bonner das Porto zum ersten Mal seit zehn Jahren um drei Cent angehoben. Anders als die Konkurrenten muss sich der Ex-Monopolist im Briefbereich wegen seiner Marktmacht Preisaufschläge genehmigen lassen. Die Deutsche Post steht in der Sparte unter Druck, weil sie jedes Jahr weniger Briefe befördert: Die klassische Briefzustellung wird immer stärker durch E-Mail und Internet verdrängt. Doch das Internet ist für den Konzern auch ein Segen: Immer mehr Verbraucher bestellen Güter bei Online-Händlern wie Amazon, die Post liefert die Pakete dann an die Kunden aus. Dies treibt den Umsatz der Briefsparte.

Um der Konkurrenz durch E-Mail etwas entgegenzusetzen, hatte die Post 2010 den E-Post-Brief eingeführt. Er ist vor allem für Dokumente gedacht, für die einfache E-Mails als zu unsicher angesehen werden. Die Datensicherheit soll durch Verschlüsselungen garantiert werden. Für den E-Post-Brief rechnet Gerdes bereits ab 2015 mit einem ausgeglichenen Ergebnis. „Wir werden nächstes Jahr Break-Even machen, also eine schwarze Null schreiben“, sagte er der Zeitung.

In diesem Jahr sollen mehr als 200 Millionen Euro Umsatz mit dem neuen Angebot erzielt werden. Der Online-Brief der Post kostet wie ein herkömmlicher Brief 60 Cent pro Sendung. Das gilt sowohl in der elektronischen als auch der sogenannten Hybrid-Variante, in der er als E-Mail abgeschickt, von der Post ausgedruckt und dann vom Briefträger zugestellt wird.

Der frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel zog 25 Jahre nach dem Start der Privatisierung der einstigen Bundespost eine positive Bilanz. 1989 habe die Post „als hochdefizitärer Sanierungsfall ohne große Zukunft“ gegolten, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „In jeder Arbeitsstunde entstanden Verluste in Höhe von einer Million D-Mark.“ Heute stehe die Post besser da, als alle damals zu hoffen gewagt hätten. Am 1. Juli 1989 trat das Poststrukturgesetz in Kraft, das den Beginn des Umbaus der Bundespost zur heutigen Deutschen Post AG markierte.

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