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29.09.2015

14:00 Uhr

Deutsche Post

Kostet der Standardbrief bald 70 Cent?

Auf Post-Kunden könnte schon zum Jahreswechsel eine deutliche Portoerhöhung zukommen. Standardbriefe sollen laut einem Bericht dann 70 Cent kosten. Auch die neue Briefmarke wird angeblich schon gedruckt.

Laut einem Medienbericht will die Deutsche Post für Standardbriefe künftig 70 Cent verlangen. dpa

Portoerhöhung droht

Laut einem Medienbericht will die Deutsche Post für Standardbriefe künftig 70 Cent verlangen.

BerlinDie hübsche und wohlriechende Schokoladenblume soll angeblich die neue Briefmarke für Standardbriefe zieren - doch der aufgedruckte Preis dürfte Verbraucher erzürnen: Von 62 auf 70 Cent soll das Porto zum Jahreswechsel steigen, berichtete die „Bild“-Zeitung am Dienstag. Laut der Deutschen Post und ihrer Regulierungsbehörde, der Bundesnetzagentur, steht noch nichts fest - ein weiterer Anstieg erscheint aber schon seit Längerem wahrscheinlich.

Derzeit kostet es 62 Cent, einen Standardbrief mit der Deutschen Post zu verschicken. Das Porto war zuletzt zum Jahresanfang von 60 auf 62 Cent gestiegen. Auch 2013 und 2014 hatte es Erhöhungen gegeben.

Weil die Deutsche Post auch Jahre nach dem offiziellen Ende des Monopols weiterhin den Markt für Briefe beherrscht, kann sie nicht eigenständig über das Porto entscheiden, sondern muss die Bundesnetzagentur einbeziehen. Der Regulierungsbehörde wiederum werden dazu in einer Verordnung Vorgaben gemacht.

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Die mutmaßlichen Pläne zur Portoerhöhung hängen offenbar mit der jüngsten Änderung dieser Post-Entgeltregulierungsverordnung zusammen. In der neuesten Fassung von Ende Mai wurden die Maßstäbe für den „angemessenen Gewinnzuschlag“ geändert, der in die Berechnung eines genehmigungsfähigen Portos einfließt. Demnach sollen nun für die Ermittlung dieses Zuschlags insbesondere die Gewinnmargen von Unternehmen als Vergleich herangezogen werden, "die in anderen europäischen Ländern auf den mit dem lizenzierten Bereich vergleichbaren Märkten tätig sind".

Aus Kreisen des für die Verordnung zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums hatte es bereits im Frühjahr geheißen, die Briefpreise der Deutschen Post seien im internationalen Vergleich eher niedrig. Als Grund für die Änderung der Verordnung nannte das Ministerium damals „Herausforderungen der Digitalisierung“ und ein Schrumpfen des Briefverkehrs.

Nach Inkrafttreten der geänderten Verordnung beantragte die Post bei der Bundesnetzagentur die Wiederaufnahme eines sogenannten Maßgrößenverfahrens, wie ein Sprecher der Behörde der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dabei legt die Netzagentur Spielräume für Portoänderungen fest. Das Verfahren werde voraussichtlich bis Ende November abgeschlossen, sagte der Sprecher. Erst danach könne die Post eine konkrete Portoerhöhung beantragen, die dann wiederum behördlich geprüft werde - für gewöhnlich binnen zwei Wochen. Eine Erhöhung zum 1. Januar wäre somit grundsätzlich möglich.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Auch die Deutsche Post verwies darauf, dass das Maßgrößenverfahren noch laufe. "Somit stehen die Rahmenbedingungen für die Briefpreisgestaltung im nächsten Jahr noch nicht fest", teilte ein Konzernsprecher AFP mit. Zu der laut „Bild“ angestrebten Erhöhung um acht Cent äußerte er sich nicht, ebenso wenig zu der von der Zeitung abgedruckten angeblichen neuen 70-Cent-Briefmarke.

Zu sehen ist auf der in der „Bild“- abgebildeten Briefmarke ein Foto der Schokoladenblume aus der Familie der Korbblütler. Die Blume entwickelt bei starker Sonneneinstrahlung den Geruch von Schokolade.

Von

afp

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