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08.11.2016

15:50 Uhr

Deutsche Post mit Rekordquartal

70 Cent für ein Halleluja

VonChristoph Schlautmann

Nie zuvor hat die Deutsche Post in einem dritten Quartal solch einen hohen Betriebsgewinn erwirtschaftet. Wesentlicher Grund für den Sprung: die Portoerhöhung. Vorstandschef Appel empfiehlt sich für einen neuen Vertrag.

Post-Chef Frank Appel ist „sehr optimistisch“, das gesteckte Ergebnisziel von 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro in diesem Jahr zu erreichen. dpa

Deutsche Post

Post-Chef Frank Appel ist „sehr optimistisch“, das gesteckte Ergebnisziel von 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro in diesem Jahr zu erreichen.

BonnMüsste er seinen eigenen Konzern benoten, erhielte die Deutsche Post von ihrem Vorstandsvorsitzenden Frank Appel derzeit eine Eins. Beim Betriebsergebnis (Ebit) sei die Entwicklung „sehr gut“, erklärte er heute im Bonner Posttower. „Sehr optimistisch“ zeigte sich Appel deshalb, das gesteckte Ergebnisziel von 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro in diesem Jahr zu erreichen.

Schließlich liefere nicht nur die sanierte Sparte „Supply Chain“, die Kunden bei Kommissionierung und Lagerhaltung unterstützt, eine „sehr gute Entwicklung“. „Sehr zufrieden“ sei man auch mit der eigenen Produktion der Elektro-Lieferwagen vom Typ „Streetscooter“, von denen bis Ende des Jahres 2000 Stück auf Deutschlands Straßen fahren sollen.

Und die für 2020 versprochenen Ertragsziele? Dort sei man, formulierte der Vorstandschef, „sehr gut unterwegs“. Und selbst die im August neuverhandelten Rahmenverträge mit dem Großkunden Amazon seien gut, berichtete Appel, ohne Details zu nennen. Den Zusatz „sehr“ allerdings sparte er sich.

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Mit dem besten Betriebsergebnis, das der gelbe Riese jemals in einem dritten Quartal ablieferte, geht der 55-jährige Spitzenmanager nun gestärkt in die Verhandlungen mit seinem Aufsichtsrat. Das Gremium um Wulf von Schimmelmann wird vermutlich schon in den nächsten Wochen entscheiden, unter welchen Konditionen Appels Vorstandsvertrag verlängert wird. Dass der gebürtige Hamburger nach Ablauf der Vertragsfrist im Oktober 2017 dem weltweit größten Logistikkonzern erhalten bleibt, steht außer Frage. „Die Arbeit macht mir Spaß“, sagte er heute.

Mit einem sprunghaften Ertragswachstum hatten Analysten schon vor der Veröffentlichung der Zahlen gerechnet. Schließlich war das Vorjahresquartal belastet durch zahlreiche Sonderfaktoren. Allein 384 Millionen Euro schrieb die Speditionstochter DHL im Herbst 2015 ab, weil sich ein weltweit installiertes IT-System als unbrauchbar erwies. Und auch die Paketzusteller-Streiks des vergangenen Jahres verursachten im dritten Quartal 2015 Schäden, die von Analysten der Royal Bank of Canada (RBC) mit 24 Millionen Euro beziffert werden. Unterm Strich kam damals lediglich ein Ebit von 197 Millionen Euro zusammen.

Dennoch liegt die Post nun ein Jahr später mit ihrem operativen Ergebnis von 755 Millionen Euro deutlich über den Markterwartungen, was die Aktie mit einem Plus von zunächst 1,8 Prozent zu den Tagesgewinnern im Dax machte. Branchenexperten wie Adrian Pehl von der Commerzbank setzten das Kursziel für die Postaktie nach der Veröffentlichung der Zahlen auf 33 Euro. Angesichts der aktuellen Aktienbewertung von 28,56 Euro und rieten viele zum Kauf.´

Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Ebit von 728 Millionen Euro gerechnet. Beflügelt wurde das Ergebnis aber vor allem durch Zuwächse in der Brief- und Paketsparte. Ihr Umsatz wuchs im dritten Quartal zwar nur um vier Prozent, der Betriebsgewinn (Ebit) aber verdoppelte sich auf 295 Millionen Euro. Wesentlicher Grund für den Gewinnsprung: Zum Jahresanfang hatte die Bundesnetzagentur dem Konzern genehmigt, das Porto für den Standardbrief von 62 auf 70 Cent zu erhöhen.

Kommentare (9)

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Herr Percy Stuart

08.11.2016, 16:05 Uhr

Auf Kosten der Mitarbeiter, denen man zwischen 10-12 Euro die Stunde brutto im Schichtdienst (inkl. Nacht- und Wochenendarbeit) bezahlt.
Dort massive Gewinnzunahmen, für die Beschäftigten Niedriglohn und Altersarmut.
Nur weiter so, nur weiter so!

Herr Percy Stuart

08.11.2016, 16:12 Uhr

Wobei ich nicht unerwähnt lassen will, das die Deutsche Post noch zu den besten Arbeitgebern unter den Schlechten zählt.

Briefzusteller: 11,78 €/Std. brutto
Paketzusteller: 12,02 €/Std. brutto

Oftmals sind die JOBS auch nur noch Teilzeit oder befristet.
Einfach dort nicht mehr bewerben, dann müssen zwanglläufig die Lohnangebote steigen, wenn diese Unternehmen weiterhin Mitarbeiter beschäftigen wollen.


Herr Percy Stuart

08.11.2016, 16:15 Uhr

Bei der Post können die ja dann die jungen männlichen Schutzsuchenden einstellen, die machen das dann bestimmt für noch weniger Lohn und längeren Arbeitszeiten. Auch gerne in Nachtschicht und am Wochenende.

@ Vorstand Appel > bei 8,50 € Mindestlohn brutto die Stunde, wäre noch eine größere Gewinnspanne drin! Schon mal drüber nachgedacht?

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