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04.12.2015

14:07 Uhr

Deutsche Post

Porto-Erhöhung auf 70 Cent kann kommen

Die höchste Preissteigerung seit fast 30 Jahren ist durch: Die Bundesnetzagentur genehmigt den Antrag der Deutschen Post, das Briefporto auf 70 Cent zu erhöhen. Nicht nur beim Standardbrief ändert sich etwas.

Ab 1. Januar steigt das Porto für den Standardbrief um acht Cent. dpa

70-Cent-Briefmarke

Ab 1. Januar steigt das Porto für den Standardbrief um acht Cent.

DüsseldorfDie Deutsche Post darf das Briefporto so deutlich erhöhen wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Die Bundesnetzagentur genehmigte die Preissteigerung für einen Standardbrief zum Jahreswechsel auf 70 Cent von derzeit 62 Cent, wie Unternehmen und Regulierer am Freitag mitteilten.

„Die Preiserhöhung ist deutlich. Die Entgelte bleiben aber in den nächsten drei Jahren stabil“, erläuterte Behördenpräsident Jochen Homann am Freitag. „Wir haben der Deutschen Post untersagt, vor Ende 2018 neue Preisanträge zu stellen.“

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Die Deutsche Post will das Briefporto von 62 auf 70 Cent erhöhen. Wettbewerber fühlen sich benachteiligt. Auch die Politik hegt Zweifel an der angekündigten Preiserhöhung. Denn große Geschäftskunden zahlen kaum drauf.

Die Entscheidung kam nicht überraschend, denn die Netzagentur hatte den Weg für eine Erhöhung bereits frei gemacht. Zuletzt hatte die Post 1989 noch heftiger an der Preisschraube gedreht: Damals stieg das Porto von 80 Pfennig auf eine Mark.

Auch bei anderen Produkten wird die Post die Verbraucher stärker zur Kasse bitten: So erhöht sich etwa der Preis für den Maxibrief im Inland bis 1000 Gramm auf 2,60 von 2,40 Euro, für den internationalen Standardbrief und Postkarten ins Ausland werden 90 statt bisher 80 Cent fällig, der Preis für den Großbrief bis 500 Gramm ins Ausland erhöht sich auf 3,70 von 3,45 Euro.

Die Bundesnetzagentur musste die Pläne der Post genehmigen, weil der ehemalige Staatsmonopolist auf dem Briefmarkt noch immer eine beherrschende Stellung einnimmt. Der Preisänderungsspielraum war zuvor von der Bundesnetzagentur aufgrund einer Gesetzesänderung neu festgelegt worden. Demnach durfte die Post für die kommenden drei Jahre Preiserhöhungen von bis zu 7,5 Prozent vornehmen.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Diesen Rahmen habe sie nun vollständig ausgeschöpft, so der Regulierer. Der Post würden höhere Gewinne zugestanden, damit sie auf die zunehmende digitale Konkurrenz reagieren können. „Die Preiserhöhung soll letztlich dazu dienen, auch in Zukunft das Briefnetz aufrecht zu erhalten und eine flächendeckende Versorgung zu erschwinglichen Preisen zu gewährleisten.“

Von

rtr

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