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28.04.2017

13:32 Uhr

Deutsche Post

Post-Chef Appel bestätigt den Amazon-Deal

VonChristoph Schlautmann

Auf der Hauptversammlung der Deutschen Post in Bochum bricht Frank Appel sein Schweigen über die Lebensmittel-Zustellung in Deutschland – eine Kooperation mit Amazon. Auch anderswo will er kräftig expandieren.

Der Bonner Konzern will sein Netz für Pakete ausbauen und dadurch Weltmarktführer der Logistik im Onlinehandel werden. dpa

Deutsche Post mit großen Zielen

Der Bonner Konzern will sein Netz für Pakete ausbauen und dadurch Weltmarktführer der Logistik im Onlinehandel werden.

BochumErst gestern noch gab sich Amazon-Vizepräsident Mike Roth beim Thema Lebensmittelzustellung in Deutschland verschlossen. „Wir planen dieses Geschäft sehr langsam, und das ganz bewusst”, sagte der Manager aus Seattle dem Handelsblatt. „Ich kann noch nicht sagen, wann es kommt.”

Auf der Hauptversammlung der Deutschen Post hörte sich das am heutigen Freitag bereits ganz anders an. Erstmals berichtete dort Vorstandschef Frank Appel, dass die konzerneigene Zustelltochter „Allyouneed Fresh” für das US-Internetkaufhaus genau in diesem Geschäft tätig wird – und bestätigte damit eine Meldung des Handelsblatts vor wenigen Wochen.

Danach sollen frische Supermarktartikel meist noch am Bestelltag an Privathaushalte geliefert werden. Gekühlt wird mit Trockeneis, das die Ware bis zu 48 Stunden frisch hält.
Das ehemalige Start-up Allyouneed Fresh, von der Deutschen Post Ende 2012 übernommen, unterhält sein Zentrallager im westböhmischen Bor – es verspricht dennoch in Deutschland schon jetzt Zustellungen innerhalb weniger Stunden. „Unser Angebot hat Amazon gut angenommen”, freute sich Appel gegenüber seinen Aktionären.

Viele von ihnen dürften sich an diesem Freitag allerdings vorgekommen sein wie auf der Hauptversammlung eines Automobilkonzerns. Wer dem Aktionärstreffen im Bochumer Ruhr-Congress folgen wollte, hatte sich seinen Weg zunächst durch mehrere Elektroautos zu bahnen.

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Auf der Hauptversammlung wird sich Post-Chef Appel für ein Rekordjahr feiern lassen. Doch die Euphorie täuscht über eins hinweg: Die US-Konkurrenz droht den Bonner Konzern zu überholen. Es geht um weit mehr als Prestige.

Neben dem gelben „Streetscooter”, der heute schon mit 2.600 Zulassungen über deutsche und niederländische Straßen fährt, präsentierte der Bonner Dax-Konzern erstmals auch Fahrzeugmodelle in weiß und rot – darunter einen Pritschenwagen, der für den Transport von Briefen und Paketen denkbar ungeeignet wäre.

„Bis Ende des Jahres werden wir die Kapazität in der Produktion von 10.000 auf 20.000 Fahrzeuge ausbauen”, klärte Vorstandschef Frank Appel in der Kongresshalle auf. „Und wir bieten unser Auto nun auch anderen an.” Kommunale Betriebe und strategische Partner seien bereits interessiert, erste Kunden sogar schon gefunden.

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