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11.05.2016

07:41 Uhr

Deutsche Post

Sanierung der Frachtsparte kommt voran

Die Deutsche Post hat zum Jahresbeginn ihren Gewinn deutlich gesteigert. Der Umbau der kriselnden Frachtsparte trägt Früchte, das Express-Geschäft boomt – und das erhöhte Briefporto verleiht der Post Rückenwind.

Das Expressgeschäft bleibt für die Post ein Gewinnbringer. dpa

Deutsche Post

Das Expressgeschäft bleibt für die Post ein Gewinnbringer.

DüsseldorfDer Deutschen Post haben das boomende Express-Geschäft und Fortschritte bei der Sanierung ihrer kriselnden Frachtsparte einen Rekordgewinn im ersten Quartal beschert. Rückenwind gibt den Bonnern auch die Erhöhung des Briefportos zu Jahresbeginn.

„Wir hatten einen guten Start in das laufende Jahr“, bilanzierte Konzernchef Frank Appel am Mittwoch. „Mit einem Ebit von 873 Millionen Euro haben wir das beste erste Quartal in unserer Unternehmensgeschichte verzeichnet.“ Appel sieht die Post nun „voll auf Kurs, unsere Ziele für 2016 zu erreichen“. Der Post-Chef will die Erträge im laufenden Jahr deutlich um mindestens eine Milliarde Euro steigern, der operative Gewinn (Ebit) soll auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro klettern nach 2,41 Milliarden Euro im Vorjahr.

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Amazon ist nicht nur einer der wichtigsten Kunden der Post, sondern zunehmend auch Konkurrent. Paket-Chef Gerdes will dennoch mit dem US-Konzern weiterarbeiten. Das Beispiel Großbritannien sollte ihm zu denken geben.

Federn lassen musste die Post indes beim Umsatz. Die Erlöse gingen im ersten Quartal um 6,1 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro zurück. Grund dafür sei neben Währungseffekten der geänderte Ausweis von Umsätzen in einem großen Kundenvertrag in Großbritannien, sagte Finanzchef Larry Rosen. Bereinigt um diese Effekte legte der Umsatz um 1,4 Prozent zu.

Die Post habe solide Zahlen vorgelegt, urteilten die Analysten der DZ Bank. Beim operativen Ertrag übertraf der Konzern die Erwartungen des Marktes. Experten hatten mit einem Umsatz von 14,861 Milliarden Euro und einem Ebit von 830 Millionen Euro gerechnet. Die Post-Aktien zählten am Morgen zu wenigen Gewinnern im Dax, sie stiegen um rund drei Prozent auf 26,62 Euro.

Der deutliche Gewinnanstieg wurde auch durch die Fortschritte bei der Sanierung der Frachtsparte möglich. Der Bereich - in den vergangenen Jahren Sorgenkind des Konzerns - steigerte den operativen Gewinn (Ebit) von 17 auf 51 Millionen Euro. „Die eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung greifen“, sagte Finanzchef Rosen. Er erwarte, dass der positive Trend im Gesamtjahr andauern werde. Auch das Express- sowie das Paketgeschäft legten deutlich zu.

Die Post kommt damit nach dem „Übergangsjahr“ 2015 wieder in Schwung. Im vergangenen Jahr lasteten unter anderem Abschreibungen in einer Höhe von gut einer halben Milliarde Euro auf der Bilanz. Diese waren vor allem durch die in weiten Teilen gescheiterte Einführung neuer Datenverarbeitungssysteme in der Frachtsparte nötig geworden.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Der Bonner Konzern profitierte nun auch von der Porto-Erhöhung in Deutschland. Der Konzern hatte die Preise zum Jahreswechsel so deutlich angehoben wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Beim Massenprodukt Standardbrief stieg das Porto von 62 auf 70 Cent.

Der Post spielt zudem der ungebrochene Boom des Online-Handels in die Hände. Die Kunden bestellen bei Internet-Händlern von Amazon bis Zalando, Post-Zusteller bringen die Pakete dann zum Verbraucher. Auch der weltgrößte Paketauslieferer UPS hatte im Quartal ein deutliches Gewinnplus verzeichnet. Branchenexperten rechnen indes damit, dass Amazon selbst zunehmend Kontrolle über die Auslieferung der Pakete gewinnen will – und damit für die Post und andere Logistiker vom Großkunden zum Rivalen werden könnte. „Amazon wird bis auf Weiteres ein wichtiger Geschäftspartner bleiben“, unterstrich Rosen. Die Post setze weiter auf eine „dynamische Entwicklung“ des Paketgeschäfts.

Von

rtr

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