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27.03.2012

17:52 Uhr

Deutsche-Post-Tochter

DHL entgeht Kartellstrafe

Für die Teilnahme an einem Frachtkartell bestraft die EU 13 Spediteure. Die Deutsche-Post-Tochter DHL entkommt dem Bußgeld, weil sie als Kronzeugin ausgesagt hat.

Als Kronzeugin muss die DHL kein Bußgeld zahlen. dpa

Als Kronzeugin muss die DHL kein Bußgeld zahlen.

Brüssel/_Zürich/DüsseldorfDie Deutsche-Post -Tochter DHL wird als Kronzeugin einer Geldstrafe der EU-Kommission für die Teilnahme an einem Frachtkartell entgehen. Ein Sprecher des Bonner Konzerns erklärte, die Post habe mit der EU-Behörde kooperiert und rechne bei der anstehenden Entscheidung deshalb nicht mit einem Bußgeld.

Doch 13 andere beteiligte Logistikunternehmen - darunter Branchengrößen wie UPS, die Schweizer Unternehmen Panalpina und Kühne + Nagel sowie die Deutsche-Bahn-Logistiksparte Schenker - haben eine Strafzahlung zu erwarten, wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters in Brüssel sagten. Die Höhe der Strafen solle am Mittwoch bekanntgegeben werden, hieß es in einem Reuters vorliegenden Dokument.

DHL hatte die EU-Behörde über den Verstoß gegen das europäische Kartellrecht informiert. „Wir haben mit der EU-Kommission kooperiert und fallen deshalb unter deren Immunitätsprogramm. Wir gehen nicht davon aus, dass wir bei der anstehenden Entscheidung ein Bußgeld zahlen müssen“, sagte der Sprecher der Post.

Ein Unternehmen, das als erstes ein Kartell verrät, geht in der EU straffrei aus. Die Geldbußen können sich auf bis zu zehn Prozent des einschlägigen Jahresumsatzes belaufen. Die Höhe der Strafe richtet sich vor allem nach dem durch das Kartell entstandenen Schaden. Die Post hatte vor zwei Jahren die wirtschaftlichen Folgen der Absprachen für die Kunden als geringfügig bezeichnet.

Die EU-Kommission hatte den Firmen vor gut zwei Jahren die konkreten Vorwürfe mitgeteilt. Die Spediteure sollen sich über Preisaufschläge für Fracht abgesprochen haben. Betroffen waren unter anderem Frachtflüge von Europa in die USA und andere Drittstaaten sowie aus China und Hongkong nach Europa.

Die Wettbewerbshüter stützten sich auf Dokumente, die sie drei Jahre zuvor bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmt hatten. Beteiligt an der Razzia waren neben der EU-Kommission auch das US-Justizministerium und die Eidgenössische Wettbewerbskommission. Kühne + Nagel, Schenker und Panalpina wollten sich zur Entscheidung der EU nicht äußern, solange sie ihnen nicht vorliege. Die drei Firmen mussten bereits in den USA und Neuseeland für die Beteiligung an dem Kartell büßen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Nachwuchs

27.03.2012, 18:36 Uhr

Gewinne wieder durch Abzockung der Kundschaft. Sklavenlöhne reichen den Manager nicht mehr.

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