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11.07.2016

13:23 Uhr

Deutsche Post

Wenn der Postbote mit der Datenbrille klingelt

Eine „Roboter-Steuer“ und Digitalbrillen für Briefträger – Ideen aus einem Science-Fiction-Film? Nein, warum Post-Chef Frank Appel an die Chancen der Digitalisierung glaubt und wie der gelbe Riese diese nutzen will.

Ein Mitarbeiter der Deutschen Post trägt Pakete aus. Vielleicht weist ihm in Zukunft eine Datenbrille den Weg an die Haustür. dpa

Deutsche Post

Ein Mitarbeiter der Deutschen Post trägt Pakete aus. Vielleicht weist ihm in Zukunft eine Datenbrille den Weg an die Haustür.

BonnDer Briefträger der Deutschen Post könnte demnächst mit einer hilfreichen Datenbrille um die Ecke kommen. Vorstandschef Frank Appel sieht in der Digitalisierung mit dieser und vielen weiteren Anwendungsmöglichkeiten eine „Riesenchance“ für den Bonner Konzern, weil die Produktivität so massiv steigen könne. In der Industrie werde der Trend dafür sorgen, dass Arbeitsplätze aus Fernost zurück nach Europa geholt werden, sagte er der „Welt am Sonntag“.

Allerdings werde die Arbeit in den neuen Fabriken dann „im Wesentlichen von Robotern erledigt“. Appel regte daher an, in Zukunft bei der Arbeit von Menschenhand auf die Mehrwertsteuer zu verzichten – und nur die Arbeit von Robotern zu besteuern. „Warum denn nicht? Man sollte das zumindest einmal durchdenken. Lebensmittel etwa sind ja auch vergünstigt bei der Mehrwertbesteuerung“, erläuterte Appel. Bei der Digitalisierung gehe es auch um die Themen Bildung und Ausbildung.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Die Deutsche Post experimentiere mit selbstfahrenden Robotern, die die Zusteller unterstützten. In den Lagerhallen arbeite der Konzern schon mit digitalen Brillen („Smart Glasses“), die Produkte auffinden und Wege vereinfachen. „Den Einsatz dieser Technik kann ich mir auch bei Briefträgern vorstellen, wenn sie in Zustellgebieten eingesetzt werden, die sie nicht kennen“, sagte Appel der Zeitung. Dadurch könnten sie Briefkästen oder Adressen viel einfacher finden.

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Gegen die Behörden-Aufforderung, bestimmte Werbebriefe („Impulspost“) teurer zu machen, wehrt sich der Konzern nun juristisch. „Wir werden rechtlich gegen die Entscheidung der Bundesnetzagentur vorgehen, denn wir meinen, dass die Regulierungsbehörde den Markt für derartige Geschäfte anders definieren muss“, betonte Appel. Die Agentur hatte der Deutschen Post Ende Juni Dumping beim neuen Werbebrief vorgeworfen und den Konzern zu Preiserhöhungen verpflichtet.

Von

dpa

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