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25.01.2007

15:51 Uhr

Deutsche Versorger müssen viele Vorgaben erfüllen

Auf der Suche nach dem richtigen Mix

VonJürgen Flauger

„Wir brauchen Köpfe, Kohle und Kapital“, fordert Fritz Vahrenholt, Vorstandschef des Windanlangenbauers Repower. Nur mit Ingenieurkunst, der heimischen Braunkohle und kapitalkräftigen Unternehmen könne Deutschland in den kommenden Jahrzehnten die Balance zwischen weniger Importabhängigkeit, weniger Kohlendioxid-Emissionen und wettbewerbsfähigen Preisen schaffen. Er plädiert für eine effizientere Kohlenverstromung, mehr Windkraft – aber auch ein Festhalten an der Kernenergie.

BERLIN. Sein Unternehmen selbst passt in dieses Bild. In dieser Woche hat der französische Nuklearkonzern und Repower-Großaktion Areva angekündigt, den Windanlagenbauer komplett zu übernehmen. Die Logik hinter den Plänen: Beide Energieträger kommen ohne Kohlendioxid-Emissionen aus – und darin soll die Zukunft liegen.

Auf drei Fragen muss der Energiemix der Zukunft eine Antwort finden, daran sind sich die Experten einig: Wie kann der Klimaschutz gewährleistet werden? Wie lässt sich die Versorgungssicherheit erhöhen? Wie lässt sich garantieren, dass Energie bezahlbar bleibt? Angesichts der ehrgeizigen Ziele der EU-Kommission beim Emissionshandel und den Sorgen über die Zuverlässigkeit Russlands bei der Lieferung von Öl und Gas sind die Fragen drängender denn je. Und in Deutschland kommt eine weiterer Frage hinzu: Lassen sich die drei Ziele trotz des politisch beschlossenen Ausstiegs aus der Kernenergie erreichen?

„Eine Neubewertung der Kernenergie in Deutschland ist unumgänglich. Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, muss man eine Entscheidung auch überdenken“, fordert Walter Hohlefelder, für Atomkraft zuständiges Vorstandsmitglied bei Eon Energie. Die Annahme, man könnte den Atomausstieg klimafreundlich, ohne Preisschübe und ohne Beeinträchtigung der Versorgungssicherheit haben, habe sich als falsch herausgestellt.

Nach seinen Worten trägt Kernenenergie zur Zeit in Deutschland 29 Prozent zur Stromerzeugung bei. In der Grundlast, dem sicher planbaren Anteil der Stromerzeugung ohne mittlere und starke Spitzen, seien es sogar 50 Prozent. Bleibe es beim Atomausstieg, müsste dies zum Großteil durch Kohle und Gas ersetzt werden – und das bedeute mehr Kohlendioxid-Emissionen und höhere Abhängigkeit von unsicheren Importen.

Die Einschätzung des Atomlobbyisten überrascht nicht. Aber auch Windkrafthersteller Vahrenholt vertritt die These: „Kernenergie ist Grundlaststrom – und wer sie abschaltet, gefährdet die Industrie.“ Auf dem „Weg in die Kohlendioxidfreie Zukunft“ fordert er einen breiten Energiemix – inklusive Atomenergier.

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