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18.09.2014

11:40 Uhr

Deutscher Luxushändler Mytheresa

„Das gibt uns eine große Gelassenheit“

VonLisa Hegemann

Luxusausstieg: Der deutsche Onlinehändler Mytheresa wechselt für 150 Millionen Euro den Besitzer. Geschäftsführer Thomas Müller erklärt, warum diese Entscheidung Luxus war und was eine Ehe auf Zeit damit zu tun hat.

Ein Paar beim Luxusshopping: Der deutsche Einzelhändler Theresa betreibt nicht nur zwei Standorte in München, sondern ist auch mit seiner Onlineplattform Mytheresa eine Größe im Luxusgeschäft. dpa

Ein Paar beim Luxusshopping: Der deutsche Einzelhändler Theresa betreibt nicht nur zwei Standorte in München, sondern ist auch mit seiner Onlineplattform Mytheresa eine Größe im Luxusgeschäft.

Trotz guter Zahlen und eines Umsatzes von etwa 100 Millionen Euro jährlich wird der deutsche Luxushändler Mytheresa verkauft. Das haben die Gründer Christoph und Susanne Botschen entschieden, wie das Unternehmen am Montag bekanntgab. Der neue Eigentümer, der US-Nobelkonzern Neiman Marcus Group (NMG), wird nach eigenen Angaben rund 150 Millionen Euro für das Unternehmen zahlen. Erfolgsabhängig können dazu in Zukunft noch weitere 50 Millionen Euro kommen. Mytheresa zählt zu einem der größten Luxushändler im Onlinebereich und arbeitet mit 170 Designern zusammen. Das Münchner Unternehmen ist besonders in Europa, im Mittleren Osten und in Asien aktiv. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt Geschäftsführer Thomas Müller, warum der Verkauf nicht von vorneherein geplant war und was Mytheresa von NMG lernen kann.

Herr Müller, die Gründer des Luxushändlers Mytheresa, Christoph und Susanne Botschen, verkaufen die Onlineplattform und das stationäre Geschäft an die Neiman Marcus Group. Ist das eine Luxussituation oder eine Notlösung?
Ganz klar eine Luxussituation.

Warum das?
Wir zählen zu den wenigen E-Commerce-Seiten, die das Wachstum selbstständig finanzieren konnten. Wenn Sie die Finanzierungsrunden bei uns anschauen, sehen Sie, dass es da genau eine einzige gab.

Thomas Müller ist Geschäftsführer des Luxusonlinehändlers Mytheresa. PR

Thomas Müller ist Geschäftsführer des Luxusonlinehändlers Mytheresa.

Der Risikokapitalgeber Acton Capital hatte 2010 in Mytheresa investiert.
Genau. Wir unterscheiden uns damit von den anderen E-Commerce-Unternehmen gewaltig, weil wir nicht alle sechs oder zwölf Monate Finanzierungsrunden durchführen. Als Acton Capital bei uns investiert hat, haben sie, aber insbesondere die Alteigentümer, uns mit auf den Weg gegeben: „Das ist das Kapital, das in das Unternehmen fließen wird. Macht was draus.“ Mit dem Kapital haben wir Mytheresa zu einer Firma aufgebaut, die aus unserer Sicht komplett auf eigenen Beinen steht. Deswegen war der Verkauf auch nicht aus der Not heraus geboren.

Wenn das Unternehmen profitabel ist, warum haben die Gründer dann verkauft?
Das geht auf die Inhaberstruktur zurück. Wir haben, wie gesagt, den Venture Capitalist Acton Capital vor vier Jahren mitaufgenommen. Die haben immer einen gewissen zeitlichen Horizont, in dem sie investieren. Deswegen haben die Eigentümer von vorneherein gesagt: Das ist nur eine Ehe auf Zeit. Die Zeit war nun um.

Aber warum sind Christoph und Susanne Botschen komplett ausgestiegen? Sie hätten sich ja auch einen neuen strategischen Investor suchen können.
Das kommt darauf an, was Sie unter strategischem Investor verstehen. Für uns ist die Neiman Marcus Group ein strategischer Investor. Wir haben von Anfang an jemanden gesucht, der mytheresa.com auf seinem weiteren Wachstumsweg begleitet.

Die Botschens verkaufen Mytheresa ja nun komplett. Sie hätten aber auch nur eine weitere Beteiligung verkaufen können.
Soweit ich informiert bin, war das Ergebnis am Anfang des Prozesses offen. Da stand sowohl eine Beteiligung als auch ein Verkauf zur Diskussion. Aber die Neiman Marcus Group hatte andere Vorstellungen, sie wollte unser Unternehmen gerne zu 100 Prozent übernehmen.

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