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01.08.2013

07:31 Uhr

Deutschlands größter Händler

Metro kämpft sich in die Gewinnzone zurück

Deutschlands größter Handelskonzern hat sich aus der Verlustzone gekämpft im zweiten Quartal. Der Umsatz ist hingegen gesunken. Olaf Koch hatte die Finanzmärkte bereits darauf eingestimmt. Er ist trotzdem optimistisch.

Olaf Koch hatte die Finanzmärkte bereits darauf eingestimmt, dass der Umsatz schrumpft. dpa

Olaf Koch hatte die Finanzmärkte bereits darauf eingestimmt, dass der Umsatz schrumpft.

DüsseldorfDer Handelskonzern Metro hat sich nach einer langen Durststrecke wieder aus der Verlustzone gekämpft und seinen Ausblick für das verkürzte Geschäftsjahr bekräftigt. Im zweiten Quartal verbuchten die Düsseldorfer unter dem Strich einen Gewinn von 33 Millionen Euro, wie Metro am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahresquartal war noch ein Fehlbetrag von 18 Millionen Euro angefallen.

Allerdings präsentierte CEO Olaf Koch wie angekündigt und von Analysten erwartet einen Umsatzrückgang. Von Januar bis Juni 2013 erzielte der Konzern einen Umsatz von 30,8 Milliarden Euro, nach 31,5 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum – ein Rückgang um 2,3 Prozent. Im 2. Quartal 2013 sank der Umsatz um 3,6 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro (2012: 15,8 Milliarden).

Hier machten sich neben der schwachen Konjunktur in Europa auch Verkäufe, das frühe Ostergeschäft und die Einzelhandelsstreiks in Deutschland bemerkbar. Nur in Asien und Afrika wuchs Metro. Im operativ Geschäft (Ebit) sank der Gewinn vor Sonderfaktoren von April bis Juni auf 276 Millionen Euro von 315 Millionen Euro. Neben Umsatzrückgängen machte Metro dafür auch Preisoffensiven verantwortlich.

Die wertvollsten deutschen Einzelhandelsmarken (2013)

Rang 10

Douglas

Markenwert: 238 Millionen Dollar
im Vorjahr nicht in den Top 10

Rang 9

Netto

Markenwert: 262 Millionen Dollar
minus fünf Prozent gegenüber 2012

Rang 8

Obi

Markenwert: 283 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012

Rang 7

Rewe

Markenwert: 459 Millionen Dollar
plus 5 Prozent gegenüber 2012

Rang 6

dm

Markenwert: 485 Millionen Dollar
plus 19 Prozent gegenüber 2012

Rang 5

Kaufland

Markenwert: 551 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012

Rang 4

Media Markt

Markenwert: 1,3 Mrd. Dollar
minus drei Prozent gegenüber 2012

Rang 3

Edeka

Markenwert: 1,5 Mrd. Dollar
plus fünf Prozent gegenüber 2012

Rang 2

Lidl

Markenwert: 1,52 Mrd. Dollar
plus acht Prozent gegenüber 2012

Rang 1

Aldi

Markenwert: 2,9 Mrd. Dollar
minus sieben Prozent gegenüber 2012

Quelle

Interbrand, März 2013

Insgesamt schlug sich der Handelsriese damit aber besser als von Analysten erwartet. Von Reuters befragte Experten hatten im Schnitt für das zweite Quartal mit einem Umsatz von 15,27 Milliarden Euro, einem Ebit vor Sondereffekten von 269 Millionen Euro und einem Überschuss von 13,1 Millionen Euro gerechnet.
Die Neuausrichtung des Unternehmens hat die Metro-Chef Olaf Koch auch im zweiten Quartal weiter intensiv vorangetrieben. Der CEO ist zufrieden: „Wir haben im vergangenen Quartal wesentliche Fortschritte gemacht“, sagte Koch. „Dies gilt sowohl für operative Maßnahmen wie den Ausbau des Online und Belieferungsgeschäfts, als auch für notwendige Veränderungen an Strukturen, Prozessen und dem Portfolio.“

Das Engagement zahlt sich aus, entsprechend stieg der Umsatz aus dem Belieferungsgeschäft im 1. Halbjahr um 19,2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro nach 1,1 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Im 2. Quartal lag der Anstieg sogar bei 21,8 Prozent auf 0,7 Milliarden Euro.

Auch der Umsatzanteil der Eigenmarken legte zu und erreichte im 1. Halbjahr 2013 11,6 Prozent nach 11,4 Prozent im Vorjahreshalbjahr. Dabei war das 2. Quartal besonders erfolgreich und der Anteil der Eigenmarken stieg von 11,7 Prozent auf 12,1 Prozent. Über das Internet generierte die Metro im 1. Halbjahr einen Umsatz von 0,6 Milliarden Euro und damit 72,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im 2. Quartal 2013 erreichte der Online-Umsatz 0,3 Milliarden Euro.

Für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 bekräftigte er seine Prognosen. Der Konzern erwartet weiter ein moderates Umsatzwachstum. Dem operativen Ertrag (Ebit) vor Sonderfaktoren sollen Immobilien-Verkäufe auf die Sprünge helfen und ihn so über den Vorjahreswert von 706 Millionen Euro heben. Handelskonzerne fahren den Löwenanteil ihres Gewinns im vierten Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft ein. Dieses fällt bei der Metro dann in das neue Geschäftsjahr 2013/2014.

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