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30.04.2016

03:24 Uhr

Devisenmangel und Misswirtschaft

Venezuela geht das Bier aus

Erst werden die Devisen knapp, jetzt das Bier. Venezuelas größtem Brauunternehmen geht das Geld aus. Jetzt bekommt die Regierung echte Probleme.

Arbeiter der größten Brauerei Venezuelas proterstieren gegen die Regierung. Die Polar-Werke haben keine Devisen mehr, um Rohmaterial zu kaufen. Die Produktion wird jetzt eingestellt. Die Schulden wachsen immer weiter. AP

Wut auf die Regierung

Arbeiter der größten Brauerei Venezuelas proterstieren gegen die Regierung. Die Polar-Werke haben keine Devisen mehr, um Rohmaterial zu kaufen. Die Produktion wird jetzt eingestellt. Die Schulden wachsen immer weiter.

CaracasDer mit einer Marktabdeckung von fast 80 Prozent größte Bierbrauer Venezuelas hat wegen Gersten-Mangels seine Produktion in allen vier Produktionsstätten vorläufig eingestellt. Die produzierten Vorräte würden noch maximal für zwei Wochen zum Verkauf reichen, sagte die Direktorin der Polar-Brauerei, Marisa Guinand, dem Sender Globovision. Schuld sei die Devisenpolitik der Regierung, die es unmöglich mache, weitere Gerste aus dem Ausland einzuführen. „Polar hat Schulden von 170 Millionen US-Dollar seit über zwei Jahren angehäuft und alle Kreditlinien sind erschöpft.“

Seit Januar habe man rund 150 Kommuniqués an die Regierung geschickt, um auf die brenzlige Lage hinzuweisen. Polar ist der größte private Lebensmittelproduzent des Landes und ist immer wieder mit der sozialistischen Führung um Präsident Nicolás Maduro aneinander geraten. Bis zu 10.000 Arbeiter sind von dem Stopp betroffen. Die am Freitag vorerst freigestellten Arbeiter sollen als Vergütung eine Abfindung in Höhe des Basis-Monatslohns bekommen, sagte Guinand.

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Die Energiekrise zwingt Venezuela zu weiteren Radikalmaßnahmen. Für mindestens zwei Wochen dürfen Beamte nur noch an montags und dienstags zur Arbeit kommen. Das soll Strom sparen.

Polar kann nach eigenen Angaben bis zu 23 Millionen Hektoliter im Jahr produzieren. Venezuela steht am Rande des Ruins und muss darum kämpfen, milliardenschwere Auslandsanleihen zu bedienen. Durch ein kompliziertes Wechselkurssystem, das über die Zentralbank läuft, können Unternehmen kaum noch Material aus dem Ausland kaufen. Hinzu kommt eine dramatische Stromkrise, die höchste Inflation der Welt - der Alltag in dem ölreichen Land wird von Mangelwirtschaft bestimmt.

Von

dpa

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