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22.12.2016

14:27 Uhr

DHL, DPD, Hermes

Paketboten im Dauerstress

280 Päckchen am Tag, genervte Kunden, schwere Lieferungen: Für Paketzusteller wie Hans-Joachim Harnagel ist die Weihnachtszeit purer Stress. Wie bleibt er da ruhig? Auf Tour mit einem Paketboten.

DHL-Bote Hans-Joachim Harnagel nimmt ein Paket vom Fließband. 280 Pakete und Päckchen liefert Harnagel danach während einer Tour durch die Innenstadt von Braunschweig an die Empfänger aus. dpa

DHL-Paketzustellung in Braunschweig

DHL-Bote Hans-Joachim Harnagel nimmt ein Paket vom Fließband. 280 Pakete und Päckchen liefert Harnagel danach während einer Tour durch die Innenstadt von Braunschweig an die Empfänger aus.

BraunschweigAn einem kalten Vorweihnachtsmorgen nimmt Hans-Joachim Harnagel sein erstes Paket des Tages in die Hand. Es ist 8 Uhr. Mit einem Scanner liest er den Barcode ab, hebt die Lieferung von einer langen Rutsche, die von der Hallendecke fast bis zu seinem Postauto führt, und stellt sie im Wageninneren ab. Für den Paketboten an der DHL-Zustellbasis in Braunschweig beginnt nun der Arbeitstag. Das Päckchen hat da schon einen weiten Weg hinter sich.

Noch in der Nacht wurde es im Paketzentrum in Magdeburg in ein Postauto geladen und nach Braunschweig gefahren. Um 4 Uhr morgens haben Mitarbeiter den Lastwagen ausgeräumt und das Paket auf ein langes Fließband gelegt. Darauf ging es mit rasender Geschwindigkeit durch einen Scanner, dann durch die ganze Halle, und schließlich die Rutsche hinunter bis an den Platz von Hans-Joachim Harnagel. Im Sekundentakt kamen Pakete hinzu. Sie alle lädt Harnagel nun nach und nach in den Postwagen. „280 Sendungen sind es heute“, sagt der 58-Jährige. „In normalen Zeiten sind es höchstens 200.“

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Doch die Vorweihnachtszeit ist keine normale Zeit. Bis zu 16.000 Pakete werden an Spitzentagen derzeit in Braunschweig umgeschlagen – fast doppelt so viele wie sonst. „Bundesweit sind es im Moment rund 8,5 Millionen Pakete, die DHL transportiert“, schätzt der Leiter der Zustellbasis, Uwe Bergmann. Das seien fast vier Millionen mehr als in ruhigeren Zeiten.

Und die Zahlen wachsen durch den rasant zunehmenden Internethandel jedes Jahr weiter. Die DHL-Konkurrenten DPD und Hermes haben in der Vorweihnachtszeit nach eigenen Angaben bundesweit jeweils mehr als zwei Millionen Pakete täglich ausgeliefert. „Dieser Allzeitrekord steht exemplarisch für das beste Weihnachtsgeschäft der Unternehmensgeschichte“, sagt DPD-Sprecher Frank Vergien. „In der Spitze verzeichnet DPD dann rund 50 Prozent mehr Zustellungen als an einem durchschnittlichen Tag des Jahres.“

Für die Zusteller bedeutet das vor allem Stress. „Den Kunden haben wir versprochen, dass alle Bestellungen, die bis zum 22. Dezember eingehen, pünktlich bis Weihnachten ausgeliefert werden“, sagt Bergmann von der DHL-Zustellbasis in Braunschweig. 25 zusätzliche Aushilfskräfte wurden deshalb für die Weihnachtstage eingestellt. Auch Paketbote Harnagel hat heute einen Kollegen, der ihm bei der Auslieferung hilft. „Sonst wäre das schlichtweg unmöglich“, sagt er.

Trotzdem komme es häufiger vor, dass Kunden sich beschwerten, etwa, weil angeblich nicht geklingelt wurde. „Der Stress ist halt riesig. Aber man kann ja inzwischen auch online angeben, wann man sein Paket haben will.“

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

22.12.2016, 17:46 Uhr

@Peter Spiegel
Inzwischen habe ich schon zwei Doppelgänger hier in den Kommentarbereichen. Bin mal gespannt, wieviele das noch werden...viel Feind - viel Ehr ;)
Und noch eines, wer mich hier schon länger kennt, der weis, wie ich etwas Schreibe und Formuliere...also, der weis, wie der "Richtige" Mark Hoffmann gestrickt ist.
Ich werde nie aufhören zu kommentieren. der Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr ist meine persönliche Verpflichtung, was auch sonst.
Schade ist nur, dass man am Wochenende nicht kommentieren darf
Danke!

Account gelöscht!

22.12.2016, 17:52 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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