Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.04.2014

03:17 Uhr

Die Schlacht um die Cloud

Amazon akzeptiert für Vorreiterrolle sinkende Gewinne

VonAxel Postinett

Im Kampf um die Vorreiterrolle im Cloud-Computing hat Amazon die Nase vorn - vor Google und Microsoft. Das soll laut Firmenchef Bezos auch so bleiben. Dafür nimmt der Online-Anbieter auch sinkende Gewinne in Kauf.

Gesteigerter Umsatz, schmale Gewinne: Der weltgrößte Online-Händler Amazon hat seine aktuelle Bilanz vorgelegt. ap

Gesteigerter Umsatz, schmale Gewinne: Der weltgrößte Online-Händler Amazon hat seine aktuelle Bilanz vorgelegt.

San FranciscoEs ist die vergessene Schlacht im Hintergrund. Amazon ist der weltgrößte Anbieter von Cloud-Computing und wird sich das auch nicht mehr nehmen lassen. Egal ob von Google oder Microsoft, die beide verzweifelt versuchen aufzuholen. Wie üblich nimmt Jeff Bezos dafür sinkende Gewinne in Kauf, wie er bei der Vorlage der Quartalszahlen wieder klarmachte. Denn am Ende wird es sich auszahlen: „Jeff ist überzeugt von AWS“, erklärte Amazon-Manager Andy Jassy auf einer Veranstaltung, „und er so wie der Rest des Managements glauben, dass es am Ende der größte Geschäftsbereich sein könnte.“

Und bislang läuft alles genau so, wie Amazon-Gründer Jeff Bezos es mag: Es war die Preissenkung Nummer 42 im vergangenen Quartal, als er im Februar die Gebühren für den Cloud-Computing-Service S3 im Schnitt um 51 Prozent zusammenknüppelte. Für das Angebot EC2 (Elastic Cloud2) ging es im Schnitt 40 Prozent bergab, der Datenbank-Service wurde für Unternehmenskunden um 28 Prozent billiger.

Amazon steigt früh in die Märkte ein

Kurz zuvor hatte Google in einem verzweifelten Versuch sich an Amazon anzuhängen eine kräftige Preissenkung für seinen Google-Speicher angekündigt. Googles Cloud-Angebot für Unternehmen ist seit Ende 2013 verfügbar.

Die Lebensgeschichte von Amazon-Gründer Jeff Bezos

Die Biografie

Jeff Bezos ist eine der spektakulärsten Manager-Persönlichkeiten der Welt. Die Lebensgeschichte des Amazon-Gründers bietet eine unglaubliche Vielfalt und zahlreiche interessante Erzählungen. Der Top-Journalist und Bestsellerautor Richard L. Brand hat die Biografie in seinem Buch „Mr. Amazon“ (Ambition Verlag) aufgeschrieben. Darin finden sich auch bemerkenswerte Geschichten über die Person Jeff Bezos.

Die Rinderfarm

Ironischerweise ist eine der wichtigsten Internet-Ikonen auf einem Bauernhof aufgewachsen – um genau zu sein auf einer Rinderfarm in Cotulla, Texas. Dort half der kleine Jeff schon als Vierjähriger tatkräftig mit, auch beim Ställe ausmisten.

Die perfekte Kindheit

Jahre später urteilte Jeff Bezos, dass seine Erfahrungen auf der Ranch zu seiner erfolgreichen Unternehmerkarriere maßgeblich beigetragen hätten. Das Reparieren von Traktoren und das Kastrieren von Rindern entsprach seiner Vorstellung von einer „idyllischen Kindheit“. Seine Mutter stand ihm stets bei. Jeff habe dort gelernt, dass es keine Probleme ohne Lösungen gebe.

Dem leiblichen Vater nie begegnet

Bezos hat seinen Vater nie kennengelernt. Der Teenager verließ die junge Mutter, als Jeff anderthalb war. Er existierte im Leben des Jungen gar nicht.

Der „richtige“ Vater

Der Nachname Bezos stammt laut Jeffs eigener Aussage vom „richtigem“ Vater. Und den hätte es ohne Fidel Castro wohl nie gegeben. Denn als er 1959 an die Macht kam, schickten viele kubanische Eltern ihre Kinder in die Staaten. So auch Miguel Bezos (vom spanischen besos: „Küsse“). Miguel setzte sich mit großer Ausdauer durch, machte einen Uni-Abschluss und wurde Erdölingenieur.

Die Sturheit

Jeff Bezos war ein unglaublich stures Kind. Mit drei Jahren quängelte er so lange herum, bis er das Gitterbett endlich verlassen durfte - ungeachtet der Sicherheitsbedenken seiner Mutter. Trotz seiner außergewöhnlichen Konzentrationsfähigkeit wurde Jeff so auch zum Schrecken seiner Lehrer. Sie mussten ihm mal mitsamt Stuhl und Tisch im Klassenraum umsetzen.

Frühes Interesse an Technik

Seine Mutter und vor allem der Großvater erweckten und förderten Jeffs großes Interesse an Technik und Basteln. Sie schenkten ihm entsprechendes Spielzeug und Baukästen. Dennoch war sein erster Karrierewunsch (mit sechs Jahren), Archäologe zu werden.

Hochbegabt

Als die Familie nach Houston umzog, war Jeff im späten Kindergartenalter. Die Eltern schrieben ihn für Fördermaßnahmen für hochbegabte Kinder ein. Dafür musste er zwar 20 Meilen hin und zurück fahren, aber es lohnte sich.

Der Bücherwurm

Dass Amazon mit dem Verkauf von Büchern groß wurde, ist weit mehr als ein Zufall. Jeff Bezos ist seit der Kindheit ein Büchernarr. Er nahm mit Feuereifer an Literatur-Schülerwettbewerben teil und las mit seinen ebenfalls lesebegeisterten Mitschülern um die Wette.

Einsamer Nerd

Bezos war wie viele Nerds des 20. Jahrhunderts eher ein Einzelgänger, der viel las und viel Zeit vor dem Computer verbrachte. Seine Lehrer notierten damals, dass er „nicht besonders führungsbegabt“ sei. Auch rein körperlich wirkte er wie ein Nerd: Jeff brachte nicht einmal das Mindestgewicht für die Football-Mannschaft auf die Waage.

Erster Job bei McDonalds

Als seine Eltern erneut umzogen – diesmal nach Florida – war Jeff 13 Jahre alt. Hier übernahm er seinen ersten Sommerjob. Und das ausgerechnet bei McDonalds. Doch der Teenager gab sich mit dem Burgerwenden nicht zufrieden und entwickelte Verbesserungsvorschläge, mit denen die Abläufe in dem Laden tatsächlich verbessert wurden.

Uschi - die erste Freundin

In seinem ersten Jahr auf der Junior-Highschool lernte Jeff seine langjährige Freundin Ursula „Uschi“ Werner kennen. Sie träumten von einer gemeinsamen Firma und schufen diese tatsächlich auch in frühen Teenagerjahren. Werbeflyer begeisterten junge Schüler für einen sehr besonderen Nachhilfeunterricht. Die Beziehung endete wie so viele andere Highschool-Liebschaften in der Collegezeit.

Der Weltraum als Lebenstraum

Auf dem College setzte Bezos nebenbei seinen Kindheitstraum – übrigens inspiriert vom Großvater – in die Tat um. Seinen Abschluss machte er in Elektrotechnik und Informatik und auch die ersten Berufsschritte unternahm Bezos in anderen Bereichen – allen voran bei IBM. Aber seinen Traum, der heute in Blue Origin mündet, den hatte er, seitdem er fünf Jahre alt war.

Doch dann schlug Amazon zu, so wie immer: Als erster in einen Markt einsteigen, groß werden und dann mit Kampfpreisen die Konkurrenz aushebeln. Egal ob es sich um Bücher, Tablets, DVDs oder eben Cloud-Computing für Unternehmen handelt. Niemand war so früh und konsequent in den Bereich der Miet-Computerleistung im Internet eingestiegen wie Jeff Bezos.

Die Google Cloud ist jetzt wieder teurer als Google und auch für jemand anderes wird es eng: Satya Nadella, der neue Chef von Microsoft, hat gerade im Februar die neue Strategie „Cloud first, mobile first“ ausgegeben. Azure, Microsofts Cloud-Angebot für Unternehmen, gehört zu den Umsatztreibern, die Windows ersetzen sollen. Bei der Quartalsvorlage vermeldete er ein Umsatzplus für Azure von 150 Prozent. Aber mit Amazons-Preisattacke werden die Margen immer dünner.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

25.04.2014, 09:30 Uhr

Fehler: "Die Google Cloud ist jetzt wieder teurer als Google..."

Account gelöscht!

25.04.2014, 11:30 Uhr

ich lehne Cloud Systeme soweit überhaupt möglich ab. Ein kleiner Rest Privatsphäre und Datenselbstbestimmung muss gewahrt bleiben und die letzten Ausspäh Vorfälle zeigen deutlich wohin die Reise geht und Firmen wie Facebook sind ein Paradebeispiel dafür wie Konzerne letzendlich den Bürger bevormunden und ihn ihren Willen aufzwingen wollen. Weiteres Bespiel Google, nicht alle Orte sind bei Googel zu finden, wie wird es sein, wenn es nur noch OnlineBibliotheken gibt und Konzerne wie Google dann bestimmen, welche Werke man überhaupt finden kann. So manipuliert man und kann der Welt erklären sie sei eine Scheibe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×