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15.05.2012

06:22 Uhr

Die Wahrheit über dm

Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein – aber warum?

VonCarina Kontio

Nach der Schlecker-Pleite hängt die Karlsruher Drogeriekette alle Rivalen ab und schiebt sich an die Branchenspitze. Die ARD widmet sich im Markencheck der Frage, warum dm so erfolgreich ist – und auf wessen Kosten.

Innenansicht einer Filiale der Drogerie-Kette "dm". ap

Innenansicht einer Filiale der Drogerie-Kette "dm".

DüsseldorfDie Drogeriekette dm ist der Branchenprimus in Deutschland, der Drogerist, der mit den beliebtesten Eigenmarken aus jedem Quadratmeter Ladenfläche mehr rausholt als die Konkurrenz, und auch der Ruf ist besser als der der anderen: Viele kaufen dort, weil sie glauben, dass nicht nur die Qualität stimmt, sondern auch Mitarbeiter und Umwelt vor Rendite gehen.

Aber ist das das Erfolgsgeheimnis oder geht dm mit besonderen Tricks auf Kundenfang? Und was ist mit dem Preis und der Fairness? Das hat die ARD am Montagabend in der Wirtschaftsdokumentation „Markencheck“ geprüft und dabei so manches Geheimnis des Marktführers gelüftet.

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Rossmann droht der „Schlecker-Effekt“. Denn nicht alles an der Drogeriemarktkette ist so makellos, wie es aussieht. Statt auf Stammpersonal setzt Chef Dirk Roßmann auf billige Arbeitskräfte ausländischer Subunternehmen.

Check 1: Wie funktioniert der Kundenfang? Los geht es in einer Turnhalle in Leverkusen, wo die Autoren der Doku die Sporttaschen der Teilnehmerinnen eines Fitness-Kurses unter die Lupe nehmen. Natürlich horten die Frauen dort dm-Produkte soweit das Auge reicht. Auch als die Reporter eine Kundin nach Hause begleiten, finden sie hinter jeder Tür ein Produkt, das bei dm gekauft wurde.

Ein anderes Team fängt in Köln vor einer dm-, einer Schlecker- und einer Rossmann-Filiale Kunden ab und fragt sie danach, ob sie immer dort oder auch woanders einkaufen. Das Ergebnis fällt wenig überraschend aus: Während nur sechs Prozent der Befragten angeben, regelmäßig bei Schlecker einzukaufen und 25 Prozent der Kundinnen immer wieder bei Rossmann landen, halten gut 48 Prozent der Kunden dem Branchenprimus die Treue.

Ein Wirtschaftspsychologe kennt den Grund: Die Läden bei dm sind hell und freundlich gestaltet, statt Gedränge gibt es breite Gänge. So breit, dass dort mühelos ein Einkaufs- und ein Kinderwagen aneinander vorbei fahren können. Außerdem sind die Regale in den Filialen besonders niedrig und stehen, anders als bei der Konkurrenz, schräg, was vor allem das Manövrieren mit dem Einkaufs- oder Kinderwagen einfacher macht und einen besseren Blick auf die Produkte ermöglicht. Kurz: Im Grunde macht dm all das richtig, was Schlecker falsch machte.

Kommentare (10)

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B.Giertz

15.05.2012, 07:45 Uhr

Jetzt seien wir doch mal ehrlich. Umweltschutz und soziale Mitverantwortung(Fair-Trade)haben immer auch im eigenen Geldbeutel ihre Grenzen.
Vor allem je mehr bei uns die Zahl der schlechter bezahlten Leih- und Werksarbeiter steigt(Siehe Rossmann!).
Und auch DM muss im Wettbewerb bestehen.
Diese Ergenis ist also nicht überraschend und war vorraussehbar!

Unterm Strich muss man sich eben fragen wo gibt es die wenigsten Defizite in diesen Punkten und kann ich mir das noch leisten.

Das heißt ja nicht, dass man nicht weiterhin Verbesserungen anstreben sollte!

Spielverderber

15.05.2012, 09:07 Uhr

Ehrlich gesagt ist mir der Preis bei den meisten der Produkte, die ich bei DM kaufe ziemlich egal. Schön, dass sie im Preiswettbewerb bestehen können, aber für mich persönlich nicht entscheidend. Entscheidender ist hingegen, dass die Körperpflegeprodukte bei DM, bzw. der Hausmarke Balea, keine kritischen Zusatzstoffe wie beispielsweise PEG enthalten.

Darauf sollten viel mehr Hersteller achten!

Gruß

Gloeckl_Rainer

15.05.2012, 09:39 Uhr

Ich habe bei DM mit einer EC Karte der Postbank bezahlt. Dummerweise wurde das Konto aufgrund unserer Kündigu ng bereits geschlossen. DM konnte unsere Anschrift nicht ermitteln und schaltete ein Inkassobüro ein, die uns eine schmerzhafte Abrechnung sandte.
DM und das Inkassobüro meinten, sie könnten meine Anschrift nicht ermitteln, die Postbank rechnete eine ordentlice Summe für die Herausgabe unserer Anschrift ab.

DM, die Postbank und das Inkassobüro waren nicht bereit auf Kulanzweg die Ermittlungskosten zu erstatten und verwiesen auf das Kleingedruckte auf der Rückseite des Zahlungsbelegs der Kasse.

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