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26.08.2015

12:47 Uhr

Diebstahl bei Hakle

„Wir haben ein H weg“

Dem Klopapierhersteller Hakle ist am Firmensitz der Anfangsbuchstabe seines Namens abhandengekommen. Für die Wiederbeschaffung hat das Düsseldorfer Unternehmen eine ziemlich kuriose Belohnung ausgesetzt.

In Düsseldorf am Sitz des Unternehmens Hakle fehlt das H. dpa

Hakle sucht sein H

In Düsseldorf am Sitz des Unternehmens Hakle fehlt das H.

DüsseldorfDem Klopapierhersteller Hakle ist ein „H“ gestohlen worden. Seit gut einer Woche ist der Firmenname am Sitz in Düsseldorf verstümmelt: „akle“ prangt an der Mauer des Geländes. Das liest sich so, wie ein Franzose den vollständigen Namen des Unternehmens aussprechen würde. Die Polizei hat den Diebstahl bestätigt: „Wir haben ein H weg“, sagte ein Sprecher. Der Unternehmensname setzt sich aus den Initialen von Firmengründer Hans Klenk zusammen.

Das Unternehmen hat nun eine Belohnung ausgesetzt: 2675 Rollen Toilettenpapier oder 1000 Euro gibt es für die Wiederbeschaffung des gut einen Meter großen Aluminium-Buchstabens. Die Belohnung entspreche 334 Paketen Toilettenpapier je acht Rollen – und dürfte für ein paar Jahre reichen. „Es ist kein PR-Gag“, beteuerte eine Unternehmenssprecherin – auch gegenüber dem Handelsblatt. Dass ausgerechnet der Mittwoch zum „Tag des Toilettenpapiers“ ernannt wurde, sei Zufall. „Gestohlen wurde das H ja auch schon vor über einer Woche.“

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Wenn um Preise gefeilscht wird, geht es im Handel rau zu. Doch selten werden Unternehmen so vorgeführt wie derzeit der Konsumgüterhersteller Colgate-Palmolive von Deutschlands größter Drogeriemarktkette dm.

Aber warum lässt die Firma nicht einfach ein neues „H“ anfertigen? Wahrscheinlich müsse dann der komplette Schriftzug neu angefertigt werden, erklärt die Sprecherin. Die Buchstaben seien aus blau gefärbtem Aluminium und nun jahrelang Wind und Wetter ausgesetzt gewesen. Ein blitzblankes neues „H“ allein würde vermutlich den Gesamteindruck stören.

Die Geschichte erinnert sehr an den Fall des gestohlenen goldenen Kekses bei Bahlsen in Hannover Anfang 2013, der auch als Krümelmonster-Affäre bekannt wurde. Damals hatte sich ein Scherzkeks das Bahlsen-Wahrzeichen unter den Nagel gerissen, in einem Bekennerschreiben aber angekündigt, den Keks zurückgegeben zu wollen. Die Polizei fand das goldene Gebäck schließlich am Sachsenross-Denkmal an der Uni Hannover. Für den Fall der Wiederbeschaffung hatte das Unternehmen angekündigt, 52.000 Packungen Kekse an soziale Einrichtungen vergeben zu wollen.

Zufall hin oder her, Mittwoch, der 26. August, ist der internationale Tag des Toilettenpapiers. 1857 produzierte Joseph Cayetty in den USA das erste Papier, das speziell als Toilettenpapier hergestellt wurde. Cayettys Papier wurde in Einzelblattstapeln geliefert, perforiertes Toilettenpapier auf Rollen erstmals Ende des 19. Jahrhunderts in England.

1928 gründete Hans Klenk in Ludwigsburg die erste Toilettenpapierfabrik in Deutschland. Heute ist das saugfähige Hygieneprodukt nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. In Deutschland werden jährlich 710.000 Tonnen Toilettenpapier hergestellt.

Kommentare (1)

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Herr Max Teich

31.08.2015, 12:14 Uhr

Es ist schon bemerkenswert, wie Hakle aus dieser Aktion einen super Marketing-Move gemacht hat. Immerhin konnten sie bereits über 3,3 Mio. Euro an Medialeistungen erwirtschaften.

Dieser Artikel hier beleuchtet das Thema nochmal gut
http://www.marktundmittelstand.de/themen/strategie/fehlendes-h-beschert-hakle-mehr-als-33-millionen-euro-1228654/

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