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08.01.2011

18:08 Uhr

Dioxin-Skandal

Betrugsvorwurf gegen Futterfett-Hersteller

Dramatische Entwicklung im Dioxin-Skandal: Auch deutsche Legehennen haben zu viel Gift im Körper. Deutsche Eier- und Fleischprodukte geraten international auf den Index. Gegen die Futterfett-Firma Harles und Jentzsch werden unterdessen neue Vorwürfe laut.

Eingang der Harles und Jentzsch GmbH in Uetersen. Auch neue Proben des Herstellers für Futterfett sind extrem dioxinbelastet. dpa

Eingang der Harles und Jentzsch GmbH in Uetersen. Auch neue Proben des Herstellers für Futterfett sind extrem dioxinbelastet.

HB BERLIN/BRÜSSEL. Neue erschreckende Erkenntnisse im Skandal um Dioxin in Eiern und Fleisch: Auch in Gewebeproben von Legehennen ist zu viel von dem Gift gemessen worden. Drei Hühner wiesen laut Behörden das 2,5-Fache des Grenzwerts auf. Gegen die Futterfett-Firma Harles und Jentzsch werden neue Vorwürfe laut: Der Verdacht des Betrugs und der Steuerhinterziehung liegt nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums nahe. Das Magazin "Der Spiegel" berichtet, das Unternehmen habe staatlichen Kontrolleuren überhöhte Dioxin-Werte vorenthalten. International machen immer mehr Länder Front gegen deutsches Fleisch und deutsche Eier.

Bei weiteren Proben der Firma Harles und Jentzsch war die Giftdosis am Samstag erneut meist über dem Limit. Von 112 Proben waren laut schleswig-holsteinischem Umweltministerium bis Samstagabend 38 analysiert. 25 davon lagen über dem Grenzwert - im nach wie vor schlimmsten Fall knapp 78 Mal so hoch wie erlaubt.

Der Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, Gert Hahne, sagte, es spreche vieles dafür, dass der Futterfetthersteller Harles und Jentzsch seine Kunden betrogen und technische Mischfettsäure als teures Futterfett verkauft habe. Für eine Tonne Industriefett habe die Firma bloß 500 Euro erlösen können, für eine Tonne Futterfett aber 1000 Euro. Der Verdacht der falschen Rechnungsstellung und somit der Steuerhinterziehung liege nahe. Die Justiz ermittelt sowieso wegen Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz.

Allein Niedersachsen rechnet wegen des giftigen Tierfutters mit Zehntausenden dioxinbelasteten Schweinen. Das Land hat vorsorglich insgesamt 3285 Schweine-Betriebe mit einem vorläufigen Handelsverbot belegt. Agrar-Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (CDU) erwartet, dass 95 Prozent dieser Betriebe unbelastet sind. Die verbleibenden fünf Prozent entsprechen jedoch - rechnerisch - 164 Betrieben.

Kommentare (15)

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Rainer_J

08.01.2011, 19:38 Uhr

kikiriki! Für wie blöd hält unsere gleichgeschaltete Presse den bürger? Scheinbar für sehr blöd! Um von der Euro-Krise und illegalen Retungsschirmen abzulenken, die das Guthaben der Kleinsparer vernichtet, unterhalten wir uns jetzt über Eier! ich esse bis Ostern jeden Tag 10 verseuchte Eier wenn Deutschland aus diesem illegalen Euro-Unsinn aussteigt!

tomtomtoy

08.01.2011, 20:02 Uhr

Um Gottes willen !
Leute Denkt an bSE ,kauft kein Rindfleisch !!!
Das hat mir auch zu bSE-Zeiten immer gut geschmeckt !

Jetzt muss Aigner endlich handeln!

08.01.2011, 22:34 Uhr

Die Verursacher sind die Verantwortlichen des Futtermittelherstellers Harles und Jentzsch. Diesen Leuten sollte man zur Strafe wochenlang diese technischen, dioxinhaltigen Fette zu Fressen geben, die sie aus Profitgier ihren Futtermitteln beigemischt haben. Dann sterben die Verursacher dieses Skandals recht bald an Dioxin- generiertem Darmkrebs. im Grunde genommen begehen diese Leute Mord auf Raten an breiten bevölkerungsschichten im in- und Ausland. in der Folge kommt noch die existenzbedrohende Geschäftsschädigung der nachgeordneten Fleisch- und Eierproduzenten dazu.
Schuld trifft natürlich auch die beamten der staatlichen Lebensmittelüberwachung, da sie monatelang tatenlos diese kriminellen Leute gewähren liessen. Damit haben sie in unverantwortlicher Weise die ihnen übertragenen Aufsichtspflichten verletzt. Diese beamten müssen ebenfalls strafrechtlich verfolgt werden.

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