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13.06.2013

12:18 Uhr

Discounter für die USA

Springt Lidl über den großen Teich?

Es gibt viele Beispiele gescheiterter Expansionen in die USA: Deutsche Post und DHL, Daimler und Chrysler sind nur zwei. Dennoch prüft ein Lebensmittel-Disocunter den Schritt. Lidl goes America – maybe.

Teilnehmer eines Firmenlaufs. (Archivbild) dpa

Teilnehmer eines Firmenlaufs. (Archivbild)

NeckarsulmDer Lebensmitteldiscounter Lidl prüft eine Expansion in die USA. Derzeit würden Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Vorhabens untersucht, teilte Lidl am Donnerstag in Neckarsulm mit. Die Prüfung soll bis Ende 2014 oder spätestens Anfang 2015 abgeschlossen sein.

Konkrete Standorte habe man noch nicht im Visier, sagte ein Sprecher. Allerdings liege momentan die Ostküste im Fokus. Lidl wäre nicht der erste Discounter der sein Glück in den USA versucht: Auch der deutsche Discount-Primus Aldi ist auf dem US-Markt vertreten – bereits seit 1976. Lidl hat derzeit lediglich Filialen in Europa.

Größte Einzelhändler weltweit (Umsatz 2012)

Platz 10

Best Buy (USA)

Die US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota, sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2012 betrug 50,7 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2012 über einen Umsatz von 71,6 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 74,8 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit beschäftigen die Briten 520.000 Mitarbeiter und machten 2012 einen Umsatz in Höhe von 83,5 Milliarden Dollar. Das US-Geschäft mit 5.000 Beschäftigen will Tesco abstoßen.

Platz 6

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 87,8 Milliarden Dollar im Jahr 2012 ebenfalls einen Spitzenplatz, auch wenn das Unternehmen mit Schwierigkeiten kämpft.

Platz 5

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2012 setzte der Lebensmittelhändler 96,8 Milliarden Dollar um.

Platz 4

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 99,1 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2012 gigantisch aus.

Platz 3

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit fast 500.000 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2011 einen Umsatz von 104 Milliarden Dollar.

Platz 2

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Der Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2012 rund 123 Milliarden Dollar um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 443,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2012 um - bei einem Gewinn von 15,7 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Mitarbeiter.

Quelle: Eigene Recherche.

Zuletzt hatte sich allerdings ein Einzelhandelsriese mit dem Sprung in die USA die Finger verbrannt. Der britische Tesco-Konzern (520.000 Mitarbeiter) baute eine Supermarktkette unter dem Namen „Fresh & Easy“ auf und zog in diesem Jahr die Notbremse. Seit 2007 hatte der Konzern über 200 Filialen im Westen der USA eröffnet, 5000 Mitarbeiter sind dort tätig. Die missglückte Expansion und der Rückzug belasten Tesco mit insgesamt 1,4 Milliarden Euro. Ein Käufer ist bislang nicht gefunden worden. Aldi galt als möglicher Kandidat und Lidl kommt wohl nicht in Frage, sollte die Beteuerung stimmen, sich auf den Osten der USA konzentrieren zu wollen.

In das US-Geschäft hatte Tesco etwa 1,16 Milliarden Euro investiert und dabei vor allem auf kleinere Supermärkte gesetzt – in einem Markt, der von „Big Box“-Supermärkten in riesigen Gewerbehallen dominiert wird. „Fresh & Easy“ konzentriert sich auf gesunde und alternative Nahrungsmitteln und bietet viele Eigenmarken an. Das Konzept ähnelt damit dem der US-Aldi-Tochter „Trader Joe's“.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

13.06.2013, 12:31 Uhr

Im Lebensmitteleinzelhandel sind deutsche Konzepte durchaus kompetativ.
Sowohl der organisch wachsende Erfolg von Aldi-Süd als auch die Krachende Deutschland-Blamage von Wall-Mart zeigt das.

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