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23.04.2014

12:59 Uhr

Discounter im Shitstorm

Sexistisches Bierfass verärgert Lidl-Kunden

Lidl hat mal wieder Ärger: Der Discounter bewarb in einem Prospekt ein Bierfass mit einem sexistischen Motiv. Doch die Werbung schlug nicht ein: Im Netz toben die Konsumenten – auch wegen Lidls Reaktion.

Mit dieser Werbung hat Lidl ein Sexismus-Fass aufgemacht. Screenshot

Mit dieser Werbung hat Lidl ein Sexismus-Fass aufgemacht.

DüsseldorfBier ist nur für Männer. Das jedenfalls muss sich Lidl gedacht haben, als die hauseigene Biermarke ein Fass mit sexistischem Bild auf den Markt brachte. Doch die Kunden fanden die zweideutige Anspielung gar nicht lustig – und überzogen den Einzelhandelskonzern mit Beschimpfungen im Netz.

Auslöser für den sogenannten Shitstorm war das Motiv eines Bierfasses. Dort sind die langen Beine einer Dame in Hotpants zu sehen. Darüber steht in großen Lettern: „Fass mich an“. Das Bierfass war Teil einer Werbung und stieß offenbar etlichen Konsumenten übel auf.

Auf Facebook und Twitter kritisieren etliche Nutzer den entsprechenden Werbeprospekt. In dem sozialen Netzwerk Facebook schreibt eine Nutzerin auf der Fanseite von Lidl: „Was soll denn dieses frauenverachtende Bierfass im Lidl-Werbeheft? Damit ist nicht die Grillsaison eröffnet, sondern total versalzen.“ Ein anderer Nutzer bezeichnet die Werbung als „langweilig und peinlich“. Ähnlich sieht das eine weitere Nutzerin, die den Marketingversuch als „diskriminierend, sexistisch, gefährlich, absurd und mit Verlaub: dumm“ betitelt. In einem weiteren Kommentar bezichtigt der Autor Lidl des „Aufrufs zum sexuellen Übergriffs“.

Lidl selbst reagierte und schrieb auf Facebook: „Wir bedauern außerordentlich, wenn es durch die Produktabbildung zu Irritationen gekommen oder wenn dies als Verunglimpfung, Diskriminierung oder Beleidigung verstanden worden sein sollte.“ Der Konzern zog die Werbung zurück. Allerdings wirklich nur die Werbung.

Das Bierfass ist seit Dienstag überall im Handel erhältlich. Die Facebook-Gemeinde empörte sich über den Werbetrick. Ein Nutzer bezichtigt Lidl der „Scheinheiligkeit“ – und befürchtet sogar einen geplanten Shitstorm: „Alles vorher kalkuliert: viel Aufmerksamkeit, klein beigeben und dann umso mehr Nachfrage. [...] Widerlich!“ Ob er in puncto Nachfrage recht hat, werden die nächsten Tage zeigen.

Von

lih

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

23.04.2014, 14:17 Uhr

Haben die Feministinnen keine anderen Probleme? Z.B. mit dem Finanzamt?

Account gelöscht!

23.04.2014, 14:25 Uhr

Warum gibt es keine Shitstorms für Hollister, der Männer als Lustobjekte auf ihre Einkaufstaschen darstellen???

Account gelöscht!

23.04.2014, 14:41 Uhr

Weil es Männern zu blöd ist, sich mit solchem Schwachsinn zu beschäftigen. Das Problem allerdings: Wenn der Klügere nachgibt, herrschen die Dummen.
Die Aufregung der selbsternannten Feministinnen über diesen Quatsch ist das beste Beispiel dafür....

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