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18.04.2016

08:03 Uhr

Discounter Penny

Ein Herz für krumme Möhren

In den Handel kommen vor allem Obst und Gemüse ohne Makel. Krumme Gurken und zweibeinige Möhren werden meist aussortiert, selbst wenn sie Bio-Qualität haben. Der Discounter Penny will da nicht mehr mitmachen.

Penny will künftig in seinem Bio-Sortiment dauch Obst und Gemüse verkaufen, das bislang wegen Farb- oder Formfehlern nicht den Weg in die Regale schaffte. Andreas Krämer/Rewe-Group/dpa

Krumm gewachsenes Gemüse

Penny will künftig in seinem Bio-Sortiment dauch Obst und Gemüse verkaufen, das bislang wegen Farb- oder Formfehlern nicht den Weg in die Regale schaffte.

DüsseldorfZweibeinige Möhren, krumme Gurken, Zitronen mit grünen Flecken: Das waren lange Produkte, um die der deutsche Handel einen Bogen machte. Doch das scheint sich jetzt zu ändern. Das jüngste Beispiel gibt der Discounter Penny, der von Montag kommender Woche (25. April) an deutschlandweit in seinem Bio-Sortiment der Eigenmarke Naturgut auch Obst und Gemüse verkaufen will, das bislang wegen Farb- oder Formfehlern nicht den Weg in die Regale schaffte.

„Bio-Landwirte sollen auch äußerlich nicht perfekte Erzeugnisse in den Handel bringen können, statt sie unter ihrem Wert in die industrielle Weiterverarbeitung geben zu müssen“, begründet Penny-Chef Jan Kunath den Vorstoß.

Was bemerkenswert dabei ist: Einen Preisnachlass für die als „Bio-Helden“ vermarkteten „nicht normgerechten“ Produkte soll es nicht geben. Sie werden ganz einfach zusammen mit den „normalen“ Produkten verpackt. Schließlich seien sie qualitativ und geschmacklich einwandfrei, heißt es. Es werde einfach nicht mehr alles aussortiert, was nicht dem gängigen Schönheitsideal in Größe und Form entspreche.

Axel Altenweger, Betriebsleiter auf dem Klostergut Wiebrechtshausen, betont die Vorteile für die Landwirte: „Jetzt kann ich größere Mengen zu angemesseneren Preisen in den Handel bringen“, meint er. Ökologischer Anbau werde dadurch lohnender.

Doch auch bei Verbraucherschützern stößt die Idee auf Zustimmung. „Biobauern haben so viel Aufwand“, sagt Silke Schwartau, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg. Bei einer Umfrage der Verbraucherzentrale auf ihrer Facebook-Seite zeigten die allermeisten Kommentare eine große Bereitschaft, die Optik von Obst und Gemüse weniger wichtig zu nehmen. Eine Antwort lautete kurz und knapp: „Ich habe noch nie verstanden, warum es bei Gemüse und Obst um's Aussehen und nicht um den Geschmack geht.“

Bis zu 40 Millionen Packungen mit den qualitativ einwandfreien, aber vom Aussehen her gewöhnungsbedürftigen Produkten will Penny binnen eines Jahres unter die Leute bringen.

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