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10.03.2011

13:51 Uhr

Dividende steigt

Deutsche Post schafft neue Rekorde

Die Deutsche Post kann mit dem abgelaufenen Jahr allem Anschein nach zufrieden sein. Gewinn und Umsatz stiegen - und das deutlicher als erwartet. Und für die Aktionäre gibt es ein weiteres Bonbon.

Post-Mitarbeiterin im Briefzentrum in Zwickau: gute Geschäfte. Quelle: dpa

Post-Mitarbeiterin im Briefzentrum in Zwickau: gute Geschäfte.

BonnDie Deutsche Post will sich trotz voraussichtlich auf Jahre stagnierender Gewinne ihrer Briefsparte nicht von dem Traditionsgeschäft trennen. Eine Abspaltung der Sparte nach dem Vorbild des niederländischen Konkurrenten TNT lehnte Post-Chef Frank Appel am Donnerstag in Bonn kategorisch ab: „Das ist für uns kein Thema.“ Appel will 2011 den operativen Gewinn deutlich auf bis zu 2,4 Milliarden Euro steigern - den Löwenanteil soll dabei mit bis zu 1,7 Milliarden Euro das weltweite Express- und Logistikgeschäft bringen. Bereits 2010 hatten diese Sparten erstmals höhere Erträge eingefahren als der traditionelle Gewinnbringer Brief.

Unter den Strich verbuchte die Post auch durch Absicherungsgeschäfte für den Verkauf der Postbank im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn und umschmeichelt die Investoren nun mit einer höheren Dividende.

„Wir sind sehr zufrieden mit allen unseren Geschäften“, betonte Appel. Eine Aufteilung, wie TNT sie derzeit vorantreibt, schaffe im Falle der Post „nicht nachhaltig Werte“, unterstrich er. Im Dezember hatte TNT angekündigt, sein Expressgeschäft wegen unterschiedlicher Strategien und begrenzter Synergien von der traditionellen Briefsparte zu trennen. Das Briefgeschäft leidet auch bei der Post unter der Konkurrenz durch das Internet und die E-Mail. Bei dem deutschen Konzern gerieten die Gewinne der Sparte im vierten Quartal zudem durch die Einführung der Mehrwertsteuer für Geschäftskunden und durch massive Investitionen in den neuen E-Postbrief unter Druck. Das Ebit im Traditionsgeschäft Brief sank um über 50 Prozent auf 227 Millionen Euro. Den Umsatz konnte Brief-Vorstand Jürgen Gerdes aber stabilisieren - denn vor allem das Paket-Geschäft boomte, da viele Kunden ihre Weihnachtsgeschenke online bestellen und diese dann von der Post ausgeliefert werden.

Deutliche Zuwächse verbucht die Post dagegen in den Bereichen von Express bis Logistik. Hier gab der Aufschwung dem weltweit vertretenen Konzern starken Rückenwind. Zudem konnte Appel die Früchte des in den vergangenen Jahren eingeschlagenen Sparkurses ernten - der Konzern arbeitet profitabler und will zu Wettbewerbern wie UPS und FedEx aufschließen.

Bei einem Umsatz von 51,48 (Vorjahr: 48,2) Milliarden Euro fuhr die Post im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Überschuss von 2,5 Milliarden Euro ein. Knapp 1,6 Milliarden Euro davon stammen aus Absicherungsgeschäften für den Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank. Aber auch ohne diesen Effekt konnte der Konzern beim Gewinn zulegen.

Analysten sprachen von „soliden Zahlen“. Die Aktionäre sollen deshalb eine auf 0,65 (Vorjahr 0,60) Euro je Aktie gestiegene Dividende erhalten - und damit mehr als die von Experten erwarteten 0,61 Euro. Die angekündigte Ausschüttung gab auch der Aktie Auftrieb, die in einem schwachen Markt mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 13,10 Euro notierte.

Für 2011 rechnet Appel mit einem weiteren Aufschwung des Welthandels, die Bereiche außerhalb des Briefgeschäfts sollen das operative Ergebnis bis 2015 durchschnittlich um 13 bis 15 Prozent steigern. Der Briefbereich soll sein Ergebnis bei rund einer Milliarde Euro stabilisieren. Auch Konkurrenten der Post blicken optimistisch in die Zukunft. Wettbewerber UPS erwartet 2011 dank des boomenden Welthandels einen Rekordgewinn.

 

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

10.03.2011, 11:49 Uhr

Neue Rekorde - Zustellung der Tagespost um 17.00 - 18.00 Uhr. Das gab es vermutlich nicht einmal zur Zeit der Pferdekutschenpostzustellung.

Account gelöscht!

10.03.2011, 11:52 Uhr

Neue Rekorde - stimmt. Aber nur negativ. Tagespostzustellung zwischen 17.00 und 18.00 Uhr. So etwas gab es vermutlich nicht einmal, als die Post die Austeilung per Pferdekutsche vornahm.

uwe56

13.12.2011, 18:54 Uhr

sind halt Sparmassnahmen,war selbst über 40 Jahre dabei,mit möglichst wenig Personal arbeiten,der preis der Privatisierung ,wie überall

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