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05.02.2014

10:15 Uhr

dm-Gründer Götz Werner wird 70

„Beharrlich im Bemühen“

Er hat aus dem Nichts ein Drogerie-Imperium geschaffen. Jetzt wird dm-Gründer Götz Werner 70. Seinem Lebensmotto ist er treu: Sich nie mit der ersten Antwort zufriedengeben. Träumer? Schon, aber einer, der Erfolg hatte.

Götz Werner: Gründer und bis 2008 Chef der Drogeriemarkt-Kette dm. Heute wird er 70 Jahre alt. dpa

Götz Werner: Gründer und bis 2008 Chef der Drogeriemarkt-Kette dm. Heute wird er 70 Jahre alt.

KarlsruheWenn Götz Werner nach einem Besenstiel greift, löst das zuweilen Irritationen aus. So wie neulich, als er damit in einem dm-Markt die Deckenstrahler so einstellte, dass das Licht angenehmer fiel. Der Gründer der seit der Schlecker-Pleite größten Drogeriemarktkette in Deutschland hat sich zwar schon seit mehr als fünf Jahren aus dem laufenden Geschäft verabschiedet. Seine Märkte besucht er dennoch regelmäßig. Er läuft dann mit den Augen der Kunden durch die Gänge, findet hier und da etwas, das man besser machen könnte, und plaudert mit den Mitarbeitern. „Wo kann man sonst seinem Gründer die Hände schütteln?“, schmunzelt er.

An diesem Mittwoch wird Götz Werner 70. Und vieles spricht dafür, dass man weiter mit ihm rechnen kann. Nicht nur bei dm. Schließlich ist er nach wie vor als Vorkämpfer für ein bedingungsloses Grundeinkommen unterwegs. Erst vor wenigen Tagen hat er darüber wieder einen Vortrag auf einer Konferenz in Basel gehalten.

Was Sie noch nicht über Götz Werner wussten

Geboren und aufgewachsen

Geboren wird Götz Werner am 5. Februar 1944 in Heidelberg. Dort wächst er auch auf und macht eine Ausbildung zum Drogisten.

Lebensmotto

„Beharrlich im Bemühen, bescheiden in der Erfolgserwartung.“

Familienstand, Kinder

Götz Werner ist zum zweiten Mal verheiratet, sieben Kinder, zwei Enkel.

Hobbys

Rudern, Geografie und Geschichte.

Wichtigstes Buch

Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ von Friedrich Schiller. (Anm. der Redaktion: Es handelt sich um eine Abhandlung in Briefform, die sich mit Kants Ästhetik und dem Verlauf der Französischen Revolution auseinandersetzt.).

Größter Erfolg

Gründung von dm.

Schmerzlichste Niederlage

Dass mein Vater mich aus dem Geschäft geschmissen hat und ich nicht seinen Laden übernehmen konnte.

Schwächen

Ich kann keine Fremdsprachen - noch nicht mal schwäbisch.

Stärken

Niemals mit der ersten Antwort zufriedengeben. Nur so wird man Unternehmer.

Politisches Vorbild

Der Schweizer Politiker und Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler.

Die größte Sorge?

Dass man sich keine Sorgen mehr machen muss.

Der größte Luxus?

Die Bahncard 100, Erste Klasse. Da kann man in jeden Zug steigen - nur die Richtung muss stimmen.

Was stört an Ihrem Äußeren?

Die fehlenden Haare.

Wie möchten Sie wiedergeboren werden?

In einem Umfeld, das einem Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Was möchten Sie gerne erfinden?

Ein Perpetuum mobile (Anm. der Redaktion: Ein Gerät, das einmal in Gang gesetzt ohne weitere Energiezufuhr ewig in Bewegung bleibt und dabei Arbeit verrichtet.).

Eine Zeitreise - wohin und warum?

Ins Athen zu Zeiten von Plato und Aristoteles. Das würde mich sehr interessieren, wie die damals gelebt haben.

Größter Unterschied zwischen Mann und Frau?

Eine Frau kann Kinder auf die Welt bringen. Dadurch hat sie eine völlig andere Lebensperspektive.

Werner, der im eigenen Unternehmen auf moderne Managementmethoden setzt, ist überzeugt: „Jede Arbeit ist wertvoll.“ Die einer Hausfrau und Mutter genauso wie die eines Managers. Träumer? Schon, aber einer, der damit Erfolg hatte.

Das war nicht unbedingt vorherzusehen. Sein Lebensmotto lautet: „Beharrlich im Bemühen, bescheiden in der Erfolgserwartung.“ In seiner Biografie („Womit ich nie gerechnet habe“) beschreibt der dm-Gründer: „In der Schule sitzengeblieben, nach elf Schuljahren abgegangen. Deutscher Jugendmeister im Rudern, Drogist gelernt, Prokurist geworden. Verstoßener Sohn. Realträumer. Gründer wider Willen.“ Und doch steht da nach vier Jahrzehnten ein Unternehmen mit konzernweit fast 50.000 Mitarbeitern, knapp 3000 Filialen und einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro.

Wie hat er das geschafft? Mit Glück, meint er. Doch das allein war es nicht. Der Drogisten-Sohn aus Heidelberg hatte vor allem die Gabe, aus Niederlagen Kraft zu schöpfen und neue Ideen gegen alle Unkenrufe beharrlich durchzusetzen. Und, so sagt er heute: „Ich habe mich nie mit der ersten Antwort zufriedengegeben.“

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