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13.08.2013

06:35 Uhr

Dole vor Übernahme

90-Jähriger kauft sein Bananen-Imperium zurück

VonNils Rüdel

Der US-Obsthändler Dole steht vor der Übernahme durch den eigenen Chef: Der Milliardär David Murdock will den Konzern kaufen, um ihn abseits der Börse wieder fit zu machen. Eine deutsche Bank mischt dabei mit.

Bananenverladung in Honduras: Der Händler Dole leidet unter dem Preiskampf. AFP

Bananenverladung in Honduras: Der Händler Dole leidet unter dem Preiskampf.

New YorkDass Bananen, Ananas und Erdbeeren gesund sind, dafür geht David Murdock als lebendes Beispiel durch die Welt. Der Milliardär und Chef des US-Fruchtproduzenten Dole ist 90 Jahre alt, verfolgt einen strengen Diätplan und behauptet, niemals krank zu werden. Deshalb, so sagte Murdock vor ein paar Jahren, freue er sich auch schon auf seinen 125. Geburtstag.

Genug Zeit für den rüstigen Senioren, das Bananen-Imperium zu retten, bei dem es seit Jahren nicht rund läuft. Murdock will den börsennotierten Konzern zum zweiten Mal nach 2003 zurückkaufen und abseits von ungeduldigen Aktionären, Analysten und Journalisten wieder fit machen.

Am Montag ist der Milliardär nun seinem Ziel einen großen Schritt nähergekommen: Der Verwaltungsrat, dem Murdock vorsitzt, nahm dessen Angebot von 13,50 Dollar pro Aktie an, wie das Unternehmen mitteilte. Kaufpreis somit rund 1,2 Milliarden Dollar.

Bio - öko - fair

Ein Wirrwarr an Siegeln

Fair, bio, öko – und dazu mehrere Dutzend Gütesiegel: Viele Verbraucher verlieren da den Überblick. Dabei gibt es zwischen den Begriffen durchaus Unterschiede.

Fair

Eine faire Produktion soll gewährleisten, dass die Produzenten angemessene Löhne zahlen und die Mitarbeiter nicht unter gesundheitsgefährlichen Bedingungen arbeiten. Der gemeinnützige Verein Transfair verleiht sein Siegel beispielsweise für Produkte wie Kaffee, Bananen oder Blumen, aber auch Kleidung und Fußbälle. Inzwischen berücksichtigt die Organisation allerdings nicht nur ökonomische und soziale, sondern auch ökologische Kriterien – das sei im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.

Bio

Bio-Siegel garantieren die ökologische Produktion von Lebensmitteln und anderen Produkten. Dabei dürfen beispielsweise weder Gentechnik noch chemische Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Die Anforderungen der Siegel unterscheiden sich allerdings zum Teil erheblich. Besonders streng sind Demeter, Naturland und Bioland.

Öko

Bio ist jedoch nicht automatisch öko: Auch die Umweltbilanz von Bioprodukten kann schlecht sein, etwa wenn Äpfel aus Südafrika nach Deutschland transportiert werden. Weniger CO2 fällt an, wenn Verbraucher Produkte aus der Region kaufen.

Im Juni hatte der Manager, der 40 Prozent der Anteile an Dole hält, zunächst 12 Dollar geboten. Doch den Aktionären war das zu wenig: Sie verklagten den Verwaltungsrat in der Furcht, er würde entgegen seiner Pflichten nicht nach dem bestmöglichen Angebot suchen. Der aktuelle Preis entspricht nun etwa dem Kurs vom Montag, als das Papier nach einem kräftigen Plus bei 13,49 Dollar schloss.

Bei Dole gibt es viel zu tun für den 90-Jährigen, der den Konzern seit 1985 mit einer kurzen Unterbrechung leitet. Drei Jahre in Folge ist das Unternehmen, das in mehr als 90 Ländern aktiv ist, bereits unprofitabel. Ähnliches erwarten manche Analysten auch für dieses Jahr. Gründe dafür sind unter anderem: schwankende Nachfrage, schwache Ernten und der Trend, dass Bauern ihre Früchte zunehmend direkt an die Einzelhändler verkaufen.

Dazu kommen fallenden Bananenpreise in den USA, wo sich die Giganten Chiquita, Fresh Del Monte Produce und eben Dole einen harten Preiskampf liefern. Dies zeigt sich laut Analyst Brett Hundley von BB&T Capital Markets bereits in den Unternehmensergebnissen.

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