Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2007

11:45 Uhr

Dosenpfand

Korruptionsverdacht gegen Manager

Vertreter namhafter Handelsketten sind angeblich unter Korruptionsverdacht geraten. Den Managern wird in Zusammenhang mit der Einführung des Dosenpfands Vorteilsgewährung vorgeworfen.

Ärgernis Dosenpfand: Vier Manager stehen unter Korruptionsverdacht. Foto: Archiv

Ärgernis Dosenpfand: Vier Manager stehen unter Korruptionsverdacht. Foto: Archiv

HB HAMBURG. Die Staatsanwaltschaft Dresden habe vor wenigen Wochen Ermittlungen gegen vier langjährige Manager der Handelskonzerne Aldi, Tengelmann und Metro wegen Verdachts der Vorteilsgewährung eingeleitet, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Den Beschuldigten werde zur Last gelegt, im November 2001 dem damaligen sächsischen Wirtschaftsminister Kajo Schommer (CDU), einem erklärten Gegner des Dosenpfands, einen Beratervertrag beim Müllkonzern Duales System Deutschland (DSD) zugeschanzt zu haben. Aldi, Tengelmann und Metro waren bis Januar 2005 Gesellschafter des DSD, auch bekannt als „Grüner Punkt“. Das DSD wehrte sich jahrelang gegen das Dosenpfand.

Wenige Wochen nach Schommers Ausscheiden aus dem sächsischen Kabinett im April 2002 trat der Politiker in DSD-Dienste - gegen ein Entgelt von 600 000 Euro. Kurz darauf wurde der Dreijahresvertrag gekündigt, das Geld aber ausbezahlt. Die Dresdner Strafverfolger vermuten in der Honorierung ein Dankeschön für Schommers politischen Einsatz gegen die Einführung des Dosenpfands; sie ermitteln seit längerem wegen Verdachts der Vorteilsannahme. Schommers Anwalt hält die Vorwürfe für „völlig aus der Luft gegriffen“. Es sei ein „ganz normaler Beratervertrag“ gewesen. Die Rechtsbeistände der beschuldigten Handelsketten-Vertreter wollten sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×