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13.01.2010

16:35 Uhr

Douglas-Zahlen

Einzelhändler schalten um auf Expansion

VonChristoph Schlautmann

Deutschlands Einzelhandel kehrt zurück auf den Expansionspfad. Nachdem vorgestern der Metro-Konzern sein Investitionsbudget um ein Fünftel nach oben geschraubt hat, lockert nun auch der Fachhandelskonzern Douglas seine Investitionssperre.

Der deutsche Einzelhandel will wachsen. Quelle: dpa

Der deutsche Einzelhandel will wachsen.

DÜSSELDORF. Der Start ins neue Geschäftsjahr, das bei Douglas mit dem Weihnachtsquartal beginnt, sei bei einem Umsatzplus von 0,7 Prozent „insgesamt recht zufriedenstellend verlaufen“, berichtete Vorstandschef Henning Kreke gestern. Im Heimatmarkt zog das Geschäft sogar um 1,6 Prozent an. Jetzt soll es auch bei den Investitionen wieder nach oben gehen – von 112 auf 120 Mio. Euro fürs laufende Jahr.

Nach dem Einbruch der Wirtschaftskrise hatte der MDax-Konzern, der 2008 noch 155 Mio. Euro in sein Ladennetz gesteckt hatte, zunächst kräftig auf die Bremse getreten. Um die Liquidität nicht zu gefährden, ließ Kreke sein Unternehmen im vergangenen Jahr aus der Substanz arbeiten: Die Abschreibungen übertrafen die Investitionen deutlich.

Doch für den Eigentümer der Douglas-Parfümerien, Thalia-Buchhandlungen, Christ-Juwelierläden, Hussel-Konfiserien und Appelrath-Cüpper-Kaufhäusern kam es besser als befürchtet. Mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro übertrafen die Hagener im Geschäftsjahr 2009 nicht nur die eigenen Umsatzerwartungen. Weil der Konzern aus der laufenden Geschäftstätigkeit 192 Mio. Euro Cash-flow verdiente, und damit kaum weniger als im Vorjahr, konnte Douglas mitten in der Krise sogar seine Nettoverschuldung um fast ein Drittel auf 166 Mio. Euro reduzieren.

Entgegen den Befürchtungen des Handelsverbands HDE, der für 2010 ein leichtes Branchenminus voraussagt, hat das Weihnachtsgeschäft die Stimmung belebt. Nur noch sechs Zähler blieb das Händler-Barometer der Branchenberatung BBE im Dezember unter der 100 Punkte-Marke, bei der sich Optimisten und Pessimisten in ihren Einschätzungen die Waage halten. In Westdeutschland kletterte der Wert sogar auf 98,7 Punkte – den höchsten Stand seit Anfang 2008.

Gleichzeitig verbessert sich die Konsumlust der Verbraucher. Äußerten Anfang 2009 noch 57 Prozent von ihnen Angst vor der Zukunft, notierte Boston Consulting zum Jahresende nur noch 40 Prozent. Zwar planen 52 Prozent, nicht lebensnotwendige Ausgaben einzuschränken, gegenüber letztem Frühjahr ist dieser Wert aber um zwölf Prozent gesunken. Für Douglas reicht die Zuversicht, um als erstes Handelsunternehmen für das laufende Jahr eine Prognose zu erstellen. Zwischen 120 und 130 Mio. Euro soll 2010 das Vorsteuerergebnis liegen, der Umsatz um bis zu zwei Prozent steigen.

Für den Wiederaufstieg scheinen Deutschlands Handelskonzerne gerüstet. Selbst Metro und Douglas, deren Osteuropageschäft durch die Krise erheblich gelitten hat, sind mit einem blauen Auge davongekommen. Obwohl ihnen auf vergleichbarer Fläche weniger Umsatz blieb, bewahrten sie einen Großteil der Ertragskraft. Bereinigt um Sonderposten sank bei Douglas der Vorsteuerertrag (Ebt) nur um 24 Mio. auf 128 Mio. Euro. Analysten der Commerzbank hatten allenfalls mit 121,5 Mio. Euro gerechnet. Metro dürfte 2009 1,97 Mrd. Euro vor Steuern und Finanzen verdient haben – und hätte damit beim Betriebsergebnis trotz Umsatzverlusten nur elf Prozent eingebüßt.

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