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27.01.2011

20:30 Uhr

Drogeriehändler

Müller bringt Douglas durcheinander

VonChristoph Schlautmann

Die Aktienzukäufe des Drogeriehändlers Erwin Müller beim Hagener Douglas-Konzern stoßen bei Analysten auf Unverständnis. Warum der 78-jährige Unternehmer mit seinem Griff nach Douglas chancenlos bleiben dürfte.

Erwin Müller, Geschäftsführer und Gründer der Drogeriemarktkette Müller, will seine Beteiligungen bei Douglas weiter aufstocken. Quelle: Andreas Körner/WirtschaftsWoche

Erwin Müller, Geschäftsführer und Gründer der Drogeriemarktkette Müller, will seine Beteiligungen bei Douglas weiter aufstocken.

DÜSSELDORF. Die Aktienzukäufe des Drogeriehändlers Erwin Müller beim Hagener Douglas-Konzern stoßen bei Analysten auf Unverständnis. "Mir ist völlig unklar", sagte Commerzbank-Handelsexperte Jürgen Elfers dem Handelsblatt, " wie Müller damit strategisch bei Douglas eingreifen will." Auch andere Branchenanalysten rechnen damit, dass der 78-jährige Drogerieunternehmer mit seinem Griff nach Douglas chancenlos bleibt.

Der Ulmer Unternehmer hatte im November 2009 drei Prozent der Douglas-Aktien erworben, um das Paket im Mai 2010 auf 6,35 Prozent zu vergrößern. Mit Hilfe der Schweizer Bank Sarasin, die seit Juli 2009 sieben Prozent der Douglas-Papiere einsammelte, stockte Müller am Montag auf 10,06 Prozent auf. Zudem soll Sarasin über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere 2,72 Prozent der Douglas-Anteile besitzen.

Die Aktienzukäufe - deren Wert die Commerzbank auf 153 Millionen Euro schätzt - sind laut Müller zu 45 Prozent fremdfinanziert.

In der Pflichtmitteilung, die Douglas jetzt veröffentlichte, kündigt der Drogist für 2011 weitere Zukäufe an. Zuletzt hatte der als eigenwillig geltende Unternehmer erklärt, seine Beteiligung am MDax-Konzern auf 15 bis 18 Prozent aufstocken zu wollen - um nach Oetker zum zweitgrößten Aktionär aufzusteigen.

Der Douglas-Vorstand reagierte gereizt auf den Vorstoß aus Ulm. Henning Kreke, dessen Familienstamm 12,14 Prozent der Anteile hält, mahnte nun sogar das Kartellamt zur Wachsamkeit. Die Bonner Behörde müsste die Aktienzukäufe prüfen, sobald Müller die Anteilsgrenze von 25 Prozent erreicht - oder in den Aufsichtsrat drängt. Dazu aber ließ dieser jetzt offiziell mitteilen: "Die Müller Management Limited" strebe "eine Einflussnahme auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorganen der Douglas Holding AG derzeit nicht an".

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